Straßenbahn Most–Litvínov

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Straßenbahn
Straßenbahn Most und Litvínov
Bild
Tatra T3SUCS-M3 passiert die Wendeschleife CHEMOPETROL
Basisinformationen
Staat Tschechien
Stadt Most / Litvínov
Eröffnung 1957 (Regelspur)
Betreiber Dopravní podnik měst Mostu a Litvínova (DPmML)
Infrastruktur
Streckenlänge 18 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 600 V = (Oberleitung)
Haltestellen 27
Betriebshöfe 2
Betrieb
Linien 4
Fahrzeuge Tatra T3
Škoda 03T
Vario LF plus
EVO1
Streckenverlauf
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1 3 4 Citadela Litvínov
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U dílen Litvínov
   
Stadion Litvínov
   
Technické služby Litvínov
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Wendeschleife Poliklinika
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Poliklinika Litvínov
   
Obchodní dům Litvínov
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Betriebshof Litvínov
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Litvínov, nádraží
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Bundesstraße 27
   
Litvínov, Báňské stavby
   
Záluží, areál Hlubina
   
Industriegleise
   
Záluží, Petrochemie
   
Záluží, Chemopetrol
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Wendeschleife Chemopetrol
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Záluží, zdravotní středisko
   
Industriegleise
   
Záluží, Důl Julius IV.
   
Rozcestí Kopisty
   
Sídliště ČD
   
   
Souš
   
Bundesstraße 13
   
Chomutovská Most
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Tesco Most
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2 3 Most nádraží
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Wendeschleife Nádraží
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Zimní stadion Most
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Sportovní hala Most
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Obchodní dům Prior Most
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1. náměstí Most
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Československé mládeže Most
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4 Dopravní podnik Most
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Wendeschleife Dopravní podnik
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Betriebshof Most
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Severografia Most
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1 2 Velebudická Most
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Die Straßenbahn Most–Litvínov ist ein regelspuriger Straßenbahnbetrieb in Tschechien. Das kleine – 1951 als „moderne “ Schnellstraßenbahn konzipierte – Netz verbindet die beiden nordböhmischen Städte Most (Brüx) und Litvínov (Oberleutensdorf) mit dem bedeutenden Industriestandort Záluží (Maltheuren). Betreiber ist das kommunale Unternehmen Dopravní podnik měst Mostu a Litvínova (DPmML; Verkehrsbetrieb der Städte Most und Litvínov).

Vorläufer war ein 1901 begründeter meterspuriger Straßenbahnbetrieb, der bis 1961 zugunsten der neuen Schnellstraßenbahn aufgegeben wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Bergbaustadt Brüx eine stürmische Entwicklung. 1893 wurde der Bau einer Dampfstraßenbahn vorgeschlagen, aber der allgemeinen Entwicklung folgend begann 1899 der Bau einer elektrischen Straßenbahn. Am 5. August 1901 wurde die erste 12,9 km lange Teilstrecke vom Bahnhof Brüx über Kopitz, Rosenthal, Lindau, Niederleutensdorf, Oberleutensdorf, Bettelgrün, Hammer nach Johnsdorf in Betrieb genommen. Die Strecke war eingleisig und hatte eine Spurweite von 1000 mm. Zur Erstausstattung gehörten acht Motor- und sieben Beiwagen. Die Wagen kamen aus Graz, die elektrische Ausrüstung stammte von der AEG.

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahnzug in Dolní Litvínov, Anfang des 20. Jahrhunderts

Ab 1. April 1903 wurden auf den Strecken der Straßenbahnen auch Güter befördert. In erster Linie handelte es sich um Kohle vom Bergwerk Minerva, die zum städtischen Elektrizitätswerk gebracht wurde. Bis 1918 hieß die Betreibergesellschaft Brüxer Strassenbahn- und Elektrizitäts-Gesellschaft, A.G. Brüx.

Es gab nur zweimal Streckenverlängerungen: 1917 und 1938, die Gesamtstreckenlänge wuchs dabei nur um knapp 4 km. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die zwischen Brüx und Oberleutensdorf liegenden Chemiefabriken bombardiert, wobei auch die Straßenbahnverbindung zwischen diesen beiden Strecken unterbrochen wurde und somit zeitweise zwei getrennte Straßenbahnnetze existierten.

Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Überlandstrecke zwischen Most und Litvínov

Nach dem Krieg kam es zu Verbesserungen im Streckennetz: einige Abschnitte wurden zweigleisig ausgebaut, andere wurden verlegt. Ab ca. 1950 waren in Most fünf Linien in Betrieb. Zusätzliche Wagen wurden von der Teplicer Straßenbahn übernommen.

Eine bedeutende Verbesserung war der Umbau der Überlandverbindung zwischen den beiden Städten zu einer Schnellverbindung. Der erste Abschnitt wurde am 1. April 1957 in Litvínov in Betrieb genommen. In diesem Zusammenhang wurden die veralteten Straßenbahnwagen mit hölzernen Aufbauten durch die Tatra-Wagen der Baureihen Tatra T1, Tatra T2 und später Tatra T3 ersetzt.

1959 wurde der erst 1946 eingeführte O-Bus-Betrieb wieder eingestellt.

1961 wurde der Schnellverkehr verlängert bis zum heutigen Betriebshof Velebudice und der Verkehr auf den Schmalspurtrassen endgültig eingestellt.

Mit der Verlegung der Stadt Most wurde in den 1970er Jahren auch das Straßenbahnnetz entsprechend angepasst. Die Verlegung endete 1978 mit der Einstellung des Straßenbahnverkehrs durch das alte Most und die Einbeziehung des neuen Bahnhofs Most.

Die letzte Erweiterung brachte 1981 eine kurze Verlängerung zur neuen Wendeschleife in Velebudice.

Der Verkehrsbetrieb DPmML gab im Februar 2020 bekannt, dass zehn Kilometer der Überlandlinie vollständig erneuert werden sollen. Neben einer Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit soll damit auch die Lärmemission an der Strecke deutlich reduziert werden. Das Projekt mit einem geplanten Kostenrahmen von 680 Millionen Kronen soll 2020 begonnen und bis 2022 abgeschlossen sein. Ab Februar 2020 soll zunächst der Abschnitt Záluží–Litvínov und nach dessen Fertigestellung ab Februar 2021 der Abschnitt Most–Záluží erneuert werden. Neben den Gleisen sollen auch die Fahrleitungsanlage, die Wegübergänge und die Haltestellen vollständig neu gebaut werden.[1][2]

Fuhrpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeuge des Linienbetriebs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Augenblicklich werden in Most und Litvínov folgende Fahrzeugtypen eingesetzt:

Bild Typ
Most, Vozovna Most, tramvaj T3.JPG Tatra T3 Tatra T3, Tatra T3SUCS, Tatra T3M.3
Litvínov, centrum, tramvaj Škoda Astra.JPG Škoda 03T Škoda 03T (auch Astra)
Most, nádraží, tram 314 - Vario LF, najíždí do nástupní zastávky.jpg VarioLF plus VarioLF plus
Vario LF Vario LFR.S
Czech Raildays 2015, EVO1 (10).jpg EVO1 EVO1

Fahrzeugtyp EVO2 soll Fuhrpark verstärken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Ausschreibung für die Lieferung von drei 2-gliedrigen Niederflurfahrzeugen gab als einziger Bewerber die Firma Pragoimex im Rahmen der Aliance TW – ein Angebot für EVO2-Fahrzeuge ab. Bisher existiert nur ein Exemplar dieses Typs, welches bei der Straßenbahn Liberec eingesetzt wird.[3]

Historische Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur ein historisches Fahrzeug, nämlich einen Tatra T5B6, von dem nur zwei Prototypen gebaut wurden. Beide verkehrten in Most und Litvínov im Regelverkehr von 1979 bis 1990.

Cyclotramvaj[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das umgebaute Fahrzeug mit der Betriebsnummer 277 ermöglicht die Fahrradmitnahme: Im hinteren Teil des Fahrzeugs gibt es Halterungen für acht Fahrräder. Im vorderen Teil sind 19 Sitzplätze. Unterwegs ist dieses Fahrzeug an den Wochenenden und Feiertagen in den Monaten Mai bis Oktober und fährt jeweils siebenmal täglich zwischen den Haltestellen Most-Verkehrsbetrieb und Litvínov-Citadela.

Betriebshöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebshof Litvínov

Obwohl das Streckennetz relativ klein ist, gibt es zwei Betriebshöfe: einen in Most und einen in Litvínov.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Bauer: Straßenbahnen in der Tschechischen und Slowakischen Republik. Von der Pferdebahn zum Tatrawagen. Die Geschichte der Straßenbahnbetriebe in Wort und Bild. Verlag für Verkehrsliteratur Bauer, Dresden 1995, ISBN 3980430308.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Straßenbahn Most–Litvínov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Tramvajovou trať z Mostu do Litvínova čeká rozsáhlá rekonstrukce, většinu zaplatí evropská dotace“, zdopravy.cz
  2. Modernizace a rekonstrukce tramvajové trati Most - Litvínov, Information von DPmML
  3. Most nakoupí tramvaje od Pragoimexu cs-dopravak vom 19. Juni 2018 (tschechisch), abgerufen am 19. Juni 2018