Straßenbahntunnel Veddel

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Straßenbahntunnel Veddel
Nutzung Straßenbahntunnel, heute Bustunnel
Ort Hamburg-Veddel
Länge 220 m
Anzahl der Röhren 1
Bau
Baubeginn 27. September 1938[1]
Betrieb
Freigabe 24. November 1949[1]
Lage
Straßenbahntunnel Veddel (Hamburg)
(53° 31′ 38,15″ N, 10° 1′ 21,15″O)
(53° 31′ 31,1″ N, 10° 1′ 19″O)
Koordinaten
Nordportal 53° 31′ 38″ N, 10° 1′ 21″ O
Südportal 53° 31′ 31″ N, 10° 1′ 19″ O

Der Straßenbahntunnel Veddel ist ein 220 Meter langer Tunnel in Hamburg-Veddel. Ursprünglich gebaut, um eine Straßenbahnlinie zweispurig, kreuzungsfrei in einen Autobahnzubringer einzufädeln, wird der Tunnel seit der Einstellung des Straßenbahnbetriebs von Bussen und Taxis genutzt. Daher trägt er heute auch den Namen Bustunnel Veddel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straßenbahn Hamburg überquerte die Norderelbe in der Mitte der Neuen Elbbrücke. Als das Südende der Brücke an die Autobahn nach Bremen (heute A 255) angeschlossen werden sollte, war es notwendig, dass die Straßenbahn die nach Süden führende Fahrbahn der Autobahn kreuzungsfrei queren konnte, um den Autoverkehr nicht zu behindern.

Dafür wurde 1938/39 der Rohbau des Tunnels in offener Bauweise erstellt. Die geschlossene Rahmenkonstruktion aus Stahlbeton wurde auf zehn Meter langen Betonpfählen errichtet, um im weichen Boden Halt zu haben. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs verhinderte die Fertigstellung des Bauwerks, das daraufhin bis 1940 durch den Einbau von Trennwänden, Aborten und Gasschleusen zum Luftschutzbunker umgerüstet wurde.

Nach Kriegsende wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und der Tunnel schließlich am 24. November 1949 eröffnet.[1] Es war die einzige niveaufreie Kreuzung zwischen Straßenverkehr und der Straßenbahn im Hamburger Stadtgebiet. Die leicht s-förmige Strecke war zweigleisig ausgebaut, durfte aber nur auf Sicht mit 15 km/h befahren werden, da im Tunnel keine Signale installiert waren.

Die Straßenbahnlinie zur Veddel wurde am 22. Mai 1977 eingestellt, anderthalb Jahre vor der endgültigen Stilllegung der Straßenbahn in Hamburg. Seither nutzen Busse und Taxis den Tunnel, der 1986 mit dem Ausbau der Autobahn auf 220 Meter verlängert wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Private Homepage zum Hamburger Nahverkehr (Memento des Originals vom 23. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fredriks.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven Bardua: Unter Elbe, Alster und Stadt. Die Geschichte des Tunnelbaus in Hamburg. Dölling und Galitz Verlag, München und Hamburg 2011, ISBN 978-3-86218019-6, S. 88–90, 184.
  • Ulrich Alexis Christiansen: Hamburgs dunkle Unterwelten. Der geheimnisvolle Untergrund der Stadt. Ch. Links Verlag Berlin, 3. Auflage 2015, ISBN 978-3-86153-837-0, S. 163–167.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Straßenbahntunnel Veddel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien