Straßenkarte

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Straßenkarte in Buchform
Karte The Road From LONDON to the LANDS END aus dem 1675 erschienenen Straßenatlas Britannia. Bei seinen „strip maps“ projiziert John Ogilby die einzelne Straße mitsamt allen Wegmarken auf einen imaginären Papierstreifen und erzählt damit gleichsam den Reiseverlauf zwischen Anfangs- und Endpunkt für den Betrachter nach.

Eine Straßenkarte ist eine thematische Karte, die den Schwerpunkt auf den Straßenverlauf und allen wichtigen Informationen, die mit dem Straßenverkehr in Verbindung stehen, setzt.

Ausgabeform[Bearbeiten]

Straßenkarten können üblicherweise als gefaltetes Kartenblatt (meist als Bestandteil einer Kartenserie) herausgegeben werden. Sind die Karten auf mehrere Blätter verteilt und zu einem Buch gebunden, dann spricht man von einem Buchplan, einem Autoatlas oder Straßenatlas.

Oft werden Straßenkarten auch als Werbemittel eingesetzt.

Karteninhalt[Bearbeiten]

Straßennetz[Bearbeiten]

Die Straßen als topografische Objekte selbst werden je nach Klassifizierung und Bedeutung meist

  • mit blauen, roten oder violetten Füllungen und dreifachen Linien für Autobahnen
  • mit roten oder orangen Füllungen und Doppellinien für Hauptverkehrsstraßen
  • gelben oder orangen Füllungen und Doppellinien für Landstraßen
  • weißen, grauen oder braunen Füllungen und Doppellinien für Nebenstraßen

dargestellt.

Zusätzlich wird die Nummerierung der Straße angegeben. In der Regel werden nur die Straßen beziffert, die auch in der Örtlichkeit entsprechend ausgeschildert sind (Europastraßen, Autobahnen oder Fernstraßen).

In Bau befindliche Straßenabschnitte werden als Signaturabwandlung dargestellt, zumeist mit Angabe des Zeitpunktes der vorgesehenen Fertigstellung.

Entfernungsangaben (neuere Karten meist in Kilometern, ältere Karten aus dem britisch-amerikanischen Kulturkreis in Meilen) werden zwischen Autobahnabfahrten, -dreiecken, Kreuzungen, Abzweigungen und Orten angegeben. Dieses System, das eindeutige (meist dreieckige oder pinartige) Signaturen benutzt, ist häufig gestaffelt. Durch die Farbgebung wird gewährleistet, dass die Maßzahlen eindeutig zugeordnet werden können. Größere Schritte (z. B. zwischen Autobahnkreuzen) erleichtern die Addition der Teilabschnitte.

Zusatzinformationen[Bearbeiten]

Ergänzt wird das Kartenbild (wiederum abhängig von Qualität und Maßstab der Karte) durch:

Point of Interest[Bearbeiten]

Weitere Ergänzungen können touristische Informationen (Point of Interest) wie:

sein.

Topografie[Bearbeiten]

Die restliche Topografie (Eisenbahnen, Wälder, Gewässer, Höhenangaben u. A.) tritt, weil die Straßenkarte eine thematische Karte ist, in den Hintergrund oder fallen weg. Der Fachmann spricht von Generalisierung. Übliche Maßstäbe solcher Karten sind 1:200.000 oder kleiner.

Geschichte[Bearbeiten]

Kolorierte Erstausgabe der Romwegkarte, 1500, die wie alle Karten Etzlaubs gesüdet ist.

Die Tabula Peutingeriana stellt das römische Straßennetz (viae publicae) im spätrömischen Reich von den Britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten bis nach Indien und Zentralasien dar.

Die früheste Straßenkarte Mitteleuropas ist die 1500 anlässlich des heiligen Jahres gedruckte Romwegkarte von Erhard Etzlaub. Die Karte mit dem Titel Das ist der Rom-Weg von meylen zu meylen mit puncten verzeichnet von eyner stat zu der andern durch deutzsche landt., ist wie alle Karten Etzlaubs gesüdet (Süden liegt oben), drei Himmelsrichtungen sind mit Aufgang, Mittag und Undergang beschriftet. Der Straßenverlauf ist wiedergegeben und die Entfernungen zwischen den Städten sind durch Punkte im Abstand je einer Deutschen Meile (7,4 km) messbar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]