Zum Inhalt springen

Straßenradsport-Weltmeisterschaften 1951

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sonderbriefmarke aus Anlass der Weltmeisterschaften

Die Straßenradsport-Weltmeisterschaften 1951 fanden am 1. und 2. September im italienischen Varese statt.

Die Berufsfahrer fuhren 295,2 Kilometer auf einem rund 15 Kilometer langen Rundkurs, auf dem sie zwölf Runden zu absolvieren hatten. Erstmals seit 1938 beteiligten sich wieder sechs deutsche Fahrer an der Weltmeisterschaft. Als sich bereits während der dritten Runde um den Italiener Giuseppe Minardi eine Ausreißergruppe bildete, war auch der Deutsche Meister in der Einerverfolgung Heinrich Schwarzer dabei. Die Gruppe wuchs im Laufe des Rennens auf acht Fahrer an, die schließlich gemeinsam mit einem Vorsprung von einer Minute das Ziel erreichte. Auf der Zielgeraden ließ der 32-jährige Schweizer Ferdy Kübler im Spurt seine Konkurrenten hinter sich und siegte mit einem Vorsprung von zwei Radlängen. Er hatte einen Tempodurchschnitt von 34,8 km/h erreicht. Während die beiden Lokalmatadoren Fiorenzo Magni und Antonio Bevilacqua sich die Medaillenränge zwei und drei erspurteten, sicherte sich Schwarzer den 6. Platz. Von den 45 an den Start gegangenen Fahrern erreichten nur 26 das Ziel. Unter den Ausgeschiedenen waren auch die übrigen fünf deutschen Fahrer. Das Rennen der Profis verfolgten nach Schätzungen bis zu einer halben Million Zuschauer.

Bei den Amateuren, die am Tag zuvor 172,2 Kilometer zu bewältigen hatten, gab es vor heimischem Publikum einen italienischen Doppelsieg. Mit einem Stundenmittel von 36,6 km/h siegte der 21-jährige Gianni Ghidini im Spurt einer 20-köpfigen Gruppe vor seinem Landsmann Rino Benedetti. Die Fahrer ab Platz 5 bis 20 wurden ex aequo auf denselben Platz gesetzt.[1][2] Insgesamt erreichten 41 Fahrer das Ziel, deutsche Rennfahrer waren nicht darunter.

Profis (295,2 km)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
PlatzAthletLandZeit
1Ferdy Kübler SUI8:28:28 h
2Fiorenzo Magni ITA8:28:28 h
3Antonio Bevilacqua ITA8:28:28 h
4Jozef De Feyter BEL8:28:28 h
5Gerrit Voorting NED
6Heinrich Schwarzer GER
7Wout Wagtmans NED
8Giuseppe Minardi ITA
9Gino Bartali ITA+ 1:05 min
10Hans Dekkers NED+ 1:35 min
11Bim Diederich LUX+ 1:47 min
12Henri Van Kerckhove BEL+ 5:00 min
PlatzAthletLandZeit
13Germain Derycke BEL+ 6:17 min
14Louison Bobet FRA
15Gottfried Weilenmann SUI
16Alfredo Pasotti ITA
17Wim van Est NED
18Rik Van Steenbergen BEL
19Willy Kemp LUX
20Albéric Schotte BEL
21Fritz Schär SUI
22Jean Kirchen LUX
23Guido De Santi ITA
24Giovanni Rossi SUI

Amateure (172,2 km)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
PlatzAthletLandZeit
1Gianni Ghidini ITA4:44:22 h
2Rino Benedetti ITA4:44:22 h
3Jan Plantaz NED4:44:22 h
4Remo Pianezzi SUI4:44:22 h
5Josef Winterberg SUI4:44:22 h
Josef Schraner SUI
Christian Pedersen DEN
Yngve Lundh SWE
Jørgen Frank Rasmussen DEN
Willy Hutmacher SUI
Max Schellenberg SUI
PlatzAthletLandZeit
5Luciano Ciancola ITA
Jan Zagers BEL
Hubert Bastianelli FRA
Jean Dacquay FRA
André Noyelle BEL
Mathieu Joris NED
Piet van Roon NED
Omer Vandervoorden BEL
Stig Mårtensson SWE
41Franz Deutsch AUT+ 6:15
  • Helmer Boelsen: Die Geschichte der Rad-Weltmeisterschaft. Covadonga Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-936973-33-4, S. 54

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 4. September 1951, Seite 6, (Digitalisat)
  2. L’Équipe, Ausgabe vom 3. September 1951, Seiten 1 und 5 (Digitalisat auf Gallica)