Straßenverkehr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fernstraßenverkehr auf den Autobahnen I-10 und I-45 nördlich von Houston im US-Bundesstaat Texas
Innerstädtischer Straßenverkehr auf der Landgrabenstraße in Nürnberg

Der öffentliche Straßenverkehr findet auf allen Flächen statt, die durch Bundes-, Landes- oder Kommunalrecht der Allgemeinheit gewidmet sind (öffentlich rechtlicher Verkehrsraum). Auch nicht gewidmete Verkehrsflächen (tatsächlich oder bedingt öffentlicher Verkehrsraum) wie das Tankstellengelände, die der Allgemeinheit zu Verkehrs­zwecken offenstehen, werden hierunter subsumiert. Verkehrsteilnehmer ist jeder, der diese Flächen benutzt.[1]

Areale wie das Betriebs- oder Privatgelände, die durch Schranken oder andere bauliche Maßnahmen den allgemeinen Zugang ausschließen, zählen nicht zum öffentlichen Verkehrsraum. Die StVO, das StVG und die FeV finden grundsätzlich auf diesen Flächen keine Anwendung.

Zum Verkehrssystem Straßenverkehr gehören die Verkehrswege, Verkehrsmittel und weitere Einrichtungen wie Tankstellen, Parkplätze und Parkhäuser.[2]

Der Straßenverkehr wird durch Fußgänger, durch muskelkraftbetriebene Fahrzeuge (z. B. Fuhrwerke, Fahrräder) und durch Motorkraft bewegte Fahrzeuge (Kraftfahrzeuge) wahrgenommen (Kraftverkehr). Staatliche Einrichtungen, wie das Kraftfahrtbundesamt, die Bundesanstalt für Straßenwesen, das Bundesamt für Güterverkehr oder die Polizei, überwachen den Verkehr und Verkehrsgerichte geben Rechtssicherheit. Auch Pannenhilfen, Tankstellen, Werkstätten, Fahrschulen, Zubehörläden, Verkehrsclubs und Fachjournale sind wichtige Akteure.[3]

In den meisten Fällen ist die öffentliche Hand für das Straßennetz zuständig. Motorverkehrsmittel gehören hingegen meist Unternehmen oder Privatpersonen.[2]

Theoretische Modelle zur Beschreibung des Straßenverkehrsflusses sind beispielsweise das Fundamentaldiagramm sowie das Nagel-Schreckenberg-Modell.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Motorisierung wurde der Straßenverkehr erst nach dem Zweiten Weltkrieg immer bedeutender. Zuvor war die Eisenbahn für nahezu 100 Jahre das Hauptverkehrsmittel. Der Straßenverkehr war nur als Zubringer und Verteiler wichtig. Heute ist in den meisten Ländern der Straßenverkehr die wichtigste Verkehrsart. Für moderne Volkswirtschaften und die Mobilität der Bürger ist ein leistungsfähiges Straßenverkehrssystem unabdingbar.[2]

In Deutschland findet über 90 % der Leistung im Personenverkehr und über 90 % im Güterverkehr über Straßen statt.[2]

Der Straßenverkehr ist eine der wichtigsten Infrastruktur­einrichtungen, siehe dazu auch Verkehrsinfrastruktur.

Verkehrsregeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Verkehrsregel

Wegen seines hohen Gefährdungspotenzials ist die Teilnahme am Straßenverkehr ordnungsgesetzlich stark reglementiert. In Deutschland sind die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen das Straßenverkehrsgesetz (StVG), die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) und die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO).

Gefahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenverkehrssicherheit

Der Verkehr verursacht viele Sach- und Personenschäden (Verkehrstote und Verletzte). In Deutschland gab es in den 1970er Jahren nach zuvor anhaltender Zunahme seit 1950 einen Höchststand von knapp 20.000 Verkehrstoten pro Jahr, von denen die meisten dem Straßenverkehr zuzurechnen waren. Inzwischen wird nach langanhaltender rückläufiger Entwicklung für das Jahr 2009 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit der Zahl von 4.160 Menschen ein neuer Tiefstand von Straßenverkehrstoten auf deutschen Straßen gemeldet.[4] Weltweit kommen etwa 1,2 Mio. Menschen jährlich im Straßenverkehr um. In 29 Ländern der entwickelten Welt gab es 2001 auf 1 Million Einwohner 114 Todesopfer durch Straßenverkehrsunfälle.

Zudem kommt es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Straßenverkehrslärm und Abgase. In Deutschland sterben beispielsweise jährlich 11.000 Menschen infolge von Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr; Todesfälle, die potentiell vermieden werden könnten. Diese Zahl ist 3,5 Mal so hoch wie die Zahl der Todesopfer durch Unfälle.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Straßen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Straßen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Straßenverkehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Straßenverkehr – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Elmar Oberegger: Der "Automobilismus" - Eine Laune der Transportgeschichte. Ursprünge, Strukturen, Zukunftsperspektive. Sattledt 2015.(Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. § 1 StVO und VwV StVO
  2. a b c d Helmut Nuhn, Markus Hesse: Verkehrsgeographie. Schöningh, Paderborn [u.a.] 2006, ISBN 3-8252-2687-5, S. 35.
  3. Helmut Nuhn, Markus Hesse: Verkehrsgeographie. Schöningh, Paderborn [u.a.] 2006, ISBN 3-8252-2687-5, S. 36 f.
  4. Statistisches Bundesamt (Memento vom 24. Oktober 2010 im Internet Archive)
  5. Johannes Lelieveld: Clean air in the Anthropocene. In: Faraday Discussions. Band 200, 2017, S. 693–703, doi:10.1039/c7fd90032e.