Strabag

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Strabag SE
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Rechtsform Societas Europaea
ISIN AT000000STR1
Sitz Wien, Österreich

Leitung

Mitarbeiter 73.315 (2015)[2]
Umsatz 13,12 Mrd. EUR (2015)[2]
Branche Bauunternehmen
Website www.strabag.com
Strabag-Haus in der Wiener Donau City

Die Strabag SE ist ein börsennotiertes österreichisches Unternehmen mit Hauptsitz in Wien. Strabag ist eines der größten Bauunternehmen Europas und neben den Kernmärkten Österreich und Deutschland in zahlreichen ost- und südosteuropäischen Ländern in der Bauindustrie tätig. Vermehrt werden auch Projekte in anderen Kontinenten realisiert.

Die ebenfalls börsennotierte deutsche Strabag AG mit Hauptsitz in Köln befindet sich zu rund 90 % im Besitz der Strabag SE. An Züblin in Stuttgart hält Strabag rund 95 % der Aktien.

Kernaktionäre der Strabag sind die in Zypern ansässige Rasperia Trading des russischen Oligarchen Oleg Deripaska, die Haselsteiner Gruppe, die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien Gruppe und die mit Raiffeisen verflochtene UNIQA Gruppe.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Wurzeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Dezember 1866 wurde die Firma Remy und Reifenrath ins Firmenregister des Hessischen Amtsgerichts in Herborn eingetragen. Das Unternehmen stellte neben Eisenkonstruktionen auch landwirtschaftliche Geräte und Maschinen her, die Reifenrath selbst entwarf und konstruierte. Ab 1882 verfügte er über zwei Dampfwalzen zum Straßenbau, die er neben den landwirtschaftlichen Maschinen an benachbarte Gemeinden auslieh. 1895 erfolgte die Gründung der „Straßenwalzenbetrieb vormals H. Reifenrath Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ in Niederlahnstein. Die Dezentralisierung des Unternehmens führte am 20. Juni 1923 zur Gründung der Straßenbau-Actien-Gesellschaft Niederlahnstein (kurz: Strabag), die 1929 bereits 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigte. Der Unternehmenssitz wurde später nach Köln verlegt. 1949 kam es zur Notierung der Strabag AG, Köln, an der Börse. Größte Aktionäre waren das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim und Wilhelm Werhahn zu je 33 %.

Österreichische Wurzeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954 fand die Gründung der Isola & Lerchbaumer (Namensgeber von Ilbau) und Bau des Verwaltungsgebäudes in Spittal an der Drau statt. 1965 folgte die Gründung der Strabag Österreich in Linz und 1975 der Ilbau GesmbH. & Co. KG, Wien. 1986 kam es zur Umwandlung der Strabag Österreich in eine Aktiengesellschaft und zur Erstnotierung an der Wiener Börse. 1987 wurde die Bau Holding AG als Holdinggesellschaft der Ilbau gegründet und notierte zum ersten Mal an der Wiener Börse.

1998 wurde die ERA Bau übernommen,[4] eine Baugesellschaft die durch den Zusammenschluss der Eberhardt GesmbH, der Neue Reformbau GesmbH und der beiden Kernunternehmen der ehemaligen Maculan Holding Uniprojekt und Hinteregger entstand und je zur Hälfte im Besitz der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien sowie der Bundesländer-Versicherung war.[5]

Die BIBAG Bauindustrie Beteiligungs Aktiengesellschaft als Mehrheitseigentümerin der Bau Holding AG übernahm 1998 die Mehrheit an der Strabag AG, Köln. Die Bau Holding AG – mit der operativen Leitgesellschaft Ilbau – und die Strabag AG, Köln werden Schwestergesellschaften. 1999 fand die vollständige Übernahme der Stuag durch die Strabag, Österreich statt, inkl. der Abfindung des Streubesitzes der Strabag, Österreich und dem Delisting von der Wiener Börse.

Firmierung als Bauholding Strabag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BAUHOLDING Strabag Gruppe vereinheitlichte 2000 ihren Markenauftritt. Der Konzern trat in Europa nunmehr unter der einheitlichen Kernmarke „Strabag“ auf. Alle Unternehmenseinheiten in Österreich wurden auf die neue Strabag AG verschmolzen. Fusionsprojekte in den übrigen europäischen Märkten folgten. Die BAUHOLDING Strabag AG wurde 2001 Hauptaktionärin und Muttergesellschaft der Strabag AG, Köln. Die Strabag AG, Köln übernahm 2002 die Deutsche Asphalt Gruppe mit 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer Bauleistung von ca. € 150 Mio. 2003 erfolgte die Abspaltung des Streubesitzes der BAUHOLDING Strabag AG und das Delisting von der Wiener Börse.

2004 kam es zur Zusammenfassung der Konzessions- und Betreibermodelle der BAUHOLDING Strabag in der A-Way Holding und Finanz AG, einer Tochtergesellschaft der gemeinsamen Muttergesellschaft FIMAG Finanz Industrie Management AG (vormals BIBAG Bauindustrie Beteiligungs Aktiengesellschaft). Die FIMAG wurde zur strategischen Holding und bildete die neue Berichtsebene. Die BAUHOLDING Strabag Aktiengesellschaft wurde im Oktober 2004 in eine Societas Europaea (SE), umgewandelt und firmiert nunmehr als BAUHOLDING Strabag SE.

Übernahme der Walter-Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strabag-Gruppe übernahm 2005 wesentliche Teile der Walter-Bau-Gruppe. In dem Übernahmepaket enthalten waren die DYWIDAG International GmbH und die neu gegründete DYWIDAG Holding GmbH. Diese umfasst die DYWIDAG SF- und Ing. Bau GmbH, DYWIDAG Bau GmbH und Walter Heilit Verkehrswegebau GmbH, nunmehr Heilit+Woerner Bau GmbH, und wurde von der deutschen Konzerngesellschaft, der Strabag AG in Köln, erworben. Die DYWIDAG International GmbH wurde von der BAUHOLDING Strabag SE direkt übernommen. Insgesamt erwirtschaften diese Gesellschaften mit rund 3.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Bauleistung von knapp € 1 Mio. Ebenfalls in 2005 erwarb die Strabag ein Aktienpaket von insgesamt 53,6 % an der Ed. Züblin AG, Stuttgart, mit über 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer Bauleistung von rund € 1.5 Mio. durch die BAUHOLDING Strabag SE.

Firmierung als Strabag SE und Börseneinführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Umfirmierung der BAUHOLDING Strabag SE in Strabag SE und der Verschmelzung der FIMAG in die Gesellschaft wird 2006 die Strabag SE zur neuen Obergesellschaft des Konzerns. Nach außen hin spiegelt sich die Umfirmierung in einem neuen Logo wider. Hauptmarken des Konzerns neben Strabag waren zu dieser Zeit DYWIDAG, Heilit+Woerner und Züblin.

In Deutschland wird der Hoch- und Ingenieurbau der Strabag AG zum 1.3.2006 an die Ed. Züblin AG veräußert. Im April 2007 erwirbt der russische Geschäftsmann Oleg Deripaska einen 30%-Anteil an der Strabag SE.

Am 6.6.2007[6] bestätigte das schweizerische Bundesgericht letztinstanzlich den Entscheid des Handelsgerichts Zürich, wonach die Rechte am Namen Strabag in der Schweiz bei der mittelständischen Strabag Strassenbau und Beton AG[7] mit Sitz in Zürich liegen. Die beiden Strabag-Tochterunternehmen Züblin-Strabag AG (Zürich) und Murer-Strabag AG (Erstfeld) wurden daraufhin mit Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) vom 2. Juli[8] rechtskräftig unter dem Namen Züblin Murer AG fusioniert.

Am 19.10.2007 notierten die Aktien der Strabag SE zum ersten Mal an der Wiener Börse und wurden am 22. Oktober 2007 in den ATX aufgenommen. Der Ausgabepreis betrug € 47 je Aktie.

Am 7.5.2008 legte die Strabag SE ein öffentliches Erwerbsangebot zum Kauf von Aktien ihrer Tochtergesellschaft Strabag AG, Köln vor. Dieses endete am 22.7. mit dem Erwerb von ca. 21,13 % des Grundkapitals. Dadurch stieg ihr Anteil von ca. 66,60 % auf ca. 87,72 %.[9]

Im Jahr 2010 erwirbt Deripaska neuerlich einen 17%-Anteil des österreichischen Bauunternehmens Strabag und hatte bis 2014 eine Option auf weitere 7 %. Die Strabag erhielt im Gegenzug eine 26%-Beteiligung am führenden russischen Straßenbaukonzern Transstroy. Deripaska besaß bereits vor der Finanzkrise 25 %, musste diese aber wieder verkaufen.[10] Rasperia Trading Ltd. stockt ihren Aktienanteil bei Strabag SE im Jahr 2014 auf 25 % + 1 Aktie auf.

Übernahme DeTeImmobilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strabag SE übernahm zum 1.10.2008 von der Deutschen Telekom die Deutsche Telekom Immobilien und Service GmbH (DeTeImmobilien) mit Sitz in Frankfurt am Main/Münster zu einem nicht veröffentlichten Preis. Insgesamt erwirtschaftete die DeTeImmobilien mit rund 6.240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2007 rund € 1 Mrd.

Um sich weiterhin eine Betreuung ihrer Gebäude durch DeTeImmobilien zu sichern, schloss die Deutsche Telekom parallel zum Verkauf einen Dienstleistungsvertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren ab. Zusätzlich seien Vereinbarungen zur Arbeitsplatzsicherung zwischen den Parteien und den Arbeitnehmervertretern getroffen worden. Mit dem Erwerb der DeTeImmobilien habe der Konzern nun auch eine führende Rolle im Facility Management eingenommen.[11]

Heute ist die DeTeImmobilien GmbH das Strabag-Tochterunternehmen Strabag Property and Facility Services.

Zementherstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gründung der Zement-Holding Lafarge Cement CE Holding GmbH im Mai 2010 bedient Strabag gemeinsam mit der Lafarge SA, dem marktführenden Baustoffhersteller Zentral- und Osteuropas, die Zementmärkte Österreich, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn. Strabag hält 30 % der Holding. Lafarge bringt dabei seine Werke der Lafarge Perlmooser, sowie eines in Tschechien und eines in Slowenien ein, während Strabag das zu errichtende in Pécs in der Gesellschaft einbringt. Die Zentrale dieser ab 2011 agierenden Gesellschaft wird in Österreich angesiedelt.[12]

Unternehmensführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand der Strabag SE besteht aus:

  • Thomas Birtel: Vorsitzender des Vorstands, Verantwortung Servicebetriebe und Region RANC
  • Christian Harder: Finanzvorstand
  • Peter Krammer: Segment Nord + West
  • Hannes Truntschnig: Segment International + Sondersparten
  • Siegfried Wanker: Segment Süd + Ost

Der Aufsichtsrat besteht aus dem Vorsitzenden Alfred Gusenbauer, dem stellvertretenden Vorsitzenden Erwin Hameseder sowie weiteren neun Mitgliedern: Kerstin Gelbmann, Gulzhan Moldazhanova, Hannes Bogner und William R. Spiegelberger, weiters die vom Betriebsrat delegierten Mitarbeitenden Andreas Batke, Miroslav Cerveny, Magdolna P. Gyulainé, Wolfgang Kreis und Georg Hinterschuster.

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kernaktionärsstruktur veränderte sich im Jahr 2015 nicht: Weiterhin werden etwa 77 % des Grundkapitals von der Familie Haselsteiner, der Raiffeisen- und der UNIQA-Gruppe sowie von Rasperia Trading Ltd. gehalten. 10 % werden von Strabag selbst gehalten, weitere 13 % befindet sich im Streubesitz.

Kennzahlen 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leistung: € 14.289,76 Mio. (2014: € 13.566,0 Mio., 2013: € 13.573,07 Mio.)
  • EBIT: € 341,04 Mio. (2014: € 281,96 Mio., 2013: € 261,58 Mio.)
  • Mitarbeiteranzahl: 73.315 (2014: 72.906, 2013: 73.100)

Segmente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strabag erbringt ihre Leistungen in den folgenden vier Segmenten:

Nord + West[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Segment Nord + West erbringt Baudienstleistungen nahezu jeglicher Art und Größe schwerpunktmäßig in Deutschland, Polen, den Benelux-Ländern und Skandinavien. Auch der Spezialtief- und der Wasserbau finden sich in diesem Segment.

Süd + Ost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

er geografische Fokus des Segments Süd + Ost liegt auf Österreich, der Schweiz, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Russland und Nachbarstaaten sowie der Region Südosteuropa. Zudem werden in diesem Segment die Umwelttechnik-Aktivitäten abgewickelt.

International + Sondersparten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Segment International + Sondersparten umfasst zum einen den Bereich Tunnelbau. Zum anderen stellt das Konzessionsgeschäft ein wichtiges Betätigungsfeld dar, das insbesondere im Verkehrswegebau weltweite Projektentwicklungsaktivitäten beinhaltet. Ungeachtet des Standorts der Leistungserbringung zählt das Baustoffgeschäft – mit Ausnahme von Asphalt – mit seinem dichten Netzwerk an Rohstoffbetrieben ebenso zu diesem Segment. Das Immobiliengeschäft, das sich von der Projektentwicklung, Planung und Errichtung bis hin zum Betrieb und zum Property und Facility Services-Geschäft erstreckt, komplettiert die breite Leistungspalette. Darüber hinaus bündelt Strabag den Großteil ihrer Leistungen in den außereuropäischen Ländern im Segment International + Sondersparten.

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Segment werden die unternehmensinternen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche ausgewiesen.

Konzernfirmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptverwaltung der deutschen Strabag in Köln-Deutz

Bedeutende Unternehmen firmieren im Konzern der Strabag SE unter Dywidag Bau GmbH, Efkon, F. Kirchhoff GmbH, Heilit + Woerner, Josef Möbius Bau-GmbH, Josef Riepl GmbH, Leonhard Moll Hoch- und Tiefbau GmbH, Strabag Property and Facility Services GmbH, Ed. Züblin AG und BÖHM Stadtbaumeister & Gebäudetechnik GmbH. Mit Wirkung zum Januar 2015 erfolgt der Auftritt des Verkehrswegebau in Deutschland einheitlich unter der Marke Strabag.[13] Die Schweizer Gruppengesellschaften fusionierten zuvor im Juni 2013.[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Birtel, in: Internationales Biographisches Archiv 47/2013 vom 19. November 2013, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. a b strabag.com: Geschäftsbericht 2015
  3. Aktionärsstruktur. www.strabag.com, 7. November 2013, abgerufen am 25. November 2013.
  4. Günter Fritz: Raiffeisen gibt Bauholding Strabag den nötigen finanziellen Rückhalt. Wirtschaftsblatt.at, 16. Februar 2005, abgerufen am 25. November 2013.
  5. Wirtschaftsblatt: Die größten Bauunternehemen in Österreich, 3; abgerufen am 16. April 2012
  6. Basler Zeitung Online: Strabag muss in der Schweiz Firmennamen ändern
  7. Eintrag Strabag Strassenbau und Beton AG, Zürich im Handelsregister des Kantons Zürich (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  8. Schweizerisches Handelsamtsblatt (SHAB), Nr. 125 vom 2. Juli 2007 (Rubrik Handelsregister): Züblin-Strabag AG (PDF)
  9. Strabag SE Online: Endergebnis
  10. Deripaska kauft vorerst nur 17 Prozent von Strabag in der Presse vom 8. November 2010 abgerufen am 8. November 2010
  11. Handelsblatt Online: Strabag kauft DeteImmobilien
  12. EANS-Adhoc: / Strabag und Lafarge gründen Osteuropa-Zementholding in der Presse vom 25. Mai 2010 abgerufen am 12. November 2010
  13. Strabag AG, Köln, im Schulterschluss mit ihren Gesellschaften: Markenauftritt wird vereinheitlicht. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  14. Strabag AG fusioniert mit den Schweizer Gruppengesellschaften des Konzerns. Abgerufen am 19. April 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Strabag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien