Strackholt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strackholt
Gemeinde Großefehn
Koordinaten: 53° 22′ 4″ N, 7° 38′ 20″ O
Höhe: 8 m ü. NN
Fläche: 21,93 km²
Einwohner: 1498 (11. Jun. 2007)
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26629
Vorwahl: 04946

Strackholt ist eine Ortschaft der ostfriesischen Gemeinde Großefehn und liegt etwa 20 km südlich von Aurich im gleichnamigen Landkreis. Westlich des Geestdorfes liegt die Ortschaft Bagband, östlich die Stadt Wiesmoor mit den zugehörigen Ortsteilen Voßbarg und Zwischenbergen. Südlich von Strackholt befinden sich die im Landkreis Leer gelegenen Orte Firrel und Neufirrel sowie Neudorf.

Am 7. April 2016 lief der hier gedrehte, vielbeachtete Dokumentarfilm Gestrandet in den deutschen Kinos an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara-Kirche

Die Strackholter Kirche wurde wahrscheinlich um 1240 erbaut. Seine erste Erwähnung fand Strackholt im Jahr 1454 als to Strachholte. Der Name bedeutet „langgestreckter Wald“.[1]

Im Mittelalter gehörte Strackholt zu den „Hooge Loogen“.[2]

Am 17. März 1454 verpfändet der Häuptling Hippeko zu Strackholt seine Besitzungen an den Junker Ulrich Cirksena. Hippeko hat seinen Hals verwirkt und kann diesen nur gegen eine Zahlung von 600 Rheinischen Kaufmannsgulden auslösen. Die Summe hat er in zwei Raten zu zahlen. Als Unterpfand setzt er sein Haus und Hof, Erbe und Warfen, Wald und Moorländereien, alles was ihm und seiner Frau und seinen Kindern erblich gehören, ob diese in Strackholt, Bagband, Timmel, Hatshausen und Aurich-Oldendorf diesseits und jenseits der Spetze belegen sind. Diese Schuldverschreibung wird unter anderem auch von den Zeugen Aylard und Tammo von der Burg zu Strackholt unterschrieben.[3]

Als die Dorfflur im 18. und 19. Jahrhundert nicht mehr ausreichte, der wachsenden Bevölkerung Raum und Auskommen zu sichern, wurden im Süden neue Kolonate in der sogenannten Südhörn angelegt, im Norden im sogenannten Norderney, danach auf der Höchte. Auch der Ortsteil Fiebing entstand auf ähnliche Weise.[1]

Selbstverwaltung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Gemeinden in dem Gebiet des heutigen Niedersachsens soweit selbstständig, dass eine gewisse Selbstverwaltung auf rechtlicher Basis möglich war. Entsprechend gab es ab diesem Zeitpunkt Bürgermeister und Gemeinderäte im modernen Sinn. Modern heißt, dass sie keine vom Feudalherren eingesetzten Vertreter mehr waren, sondern sich für ihre Entscheidungen auf eine Gemeindeverfassung berufen konnten.

Die folgende Liste zeigt die Strackholter Bürgermeister ab 1865.

Strackholter Bürgermeister von 1865 bis 1972[4]
Bürgermeister von - bis
Jann Ehmen Osterbuhr 1865–1896
Jakobus Zimmermann 1896–1914
Ehme Osterbuhr 1914–1923
Diedrich Ackermann (1) 1924–1933
Eilert Osterbuhr 1933–1945
Diedrich Ackermann (2) 1945–1949
Dieke Meyer 1949–1956
Arnold Heyen 1956–1970
Arnold Heyen, 1960
Johann Sanders 1970
Stinus Schoof 1970–1972

Mit der Gemeindereform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, wurde Strackholt in die Gemeinde Großefehn eingegliedert.[5] Ab diesem Zeitpunkt wurden das Bürgermeisteramt und der Gemeinderat aufgelöst und die Funktionen auf die Zentralgemeinde übertragen. Heute gibt es in Strackholt nur noch einen Ortsrat und einen Ortsbürgermeister mit eingeschränkten Funktionen.[6]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strackholt besteht zum größten Teil aus Weideland und ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, einige Handwerks- und Handelsbetriebe sind vorhanden. Die Nahversorgung der Bevölkerung wird durch zwei Banken, eine Apotheke, ein Arztehepaar [Allgemeinmedizin], einen Zahnarzt, einen Lebensmittelladen und eine Tankstelle gesichert. Das Dorfleben wird sehr stark von den verschiedenen Vereinen geprägt, darunter der Sportverein SuS Strackholt, ein Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr, Landfrauen und der Gewerbeverein.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Strackholt sind ein Kindergarten und eine Grundschule angesiedelt. Die nächstgelegenen weiterführenden Schulen (beide in Form einer KGS) befinden sich in Großefehn sowie in Wiesmoor.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Strackholt (PDF-Datei; 657 kB)
  2. Dettmar Coldewey: Frisia Orientalis-Daten zur Geschichte des Landes zwischen Ems und Jade
  3. Hartmut Schoon in „Timberlae- Timmel – Timmeler Nachrichten aus dem Mittelalter“, Hrsg. Dorfverein uns Timmel, Seite 62 f.
  4. Wilhelm Eujen: http://www.strackholt.de/ - capture von web.archive.org vom 14.6.2008. Abgerufen am 24. Februar 2018 (englisch).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 261.
  6. Torsten Neessen u. Karin Juilfs - Gemeinde Großefehn: Die Gemeinde. Abgerufen am 2. März 2018.