Strafkammer

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Als Strafkammern bezeichnet man die in der Berufungsinstanz tätigen kleinen und die in erster Instanz zuständigen großen Kammern der Landgerichte im Strafverfahren.

Personelle Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleine Strafkammern sind mit einem Berufsrichter und zwei Schöffen, große Strafkammern grundsätzlich mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzt. Ist die Kammer nicht als Schwurgericht tätig, so kann sie im Eröffnungsbeschluss (siehe Zwischenverfahren) beschließen, dass in der Hauptverhandlung nur zwei Berufsrichter und zwei Schöffen tätig werden, was der Regelfall ist (§ 76 Absatz 2 GVG).

Zuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleinen Strafkammern sind nach § 76 Absatz 1 GVG zuständig für Berufungen gegen Urteile des Strafrichters oder des Schöffengerichtes (beide am Amtsgericht). Bei Berufungen gegen Urteile eines Jugendschöffengerichts ist die Große Jugendkammer zuständig.

Die großen Strafkammern sind in erster Instanz zuständig für die Verbrechen und Vergehen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des Strafrichters, des Schöffengerichts und des Oberlandesgerichts fallen oder die wegen ihrer besonderen Bedeutung durch die Staatsanwaltschaft beim Landgericht angeklagt werden. Das Schwurgericht ist zuständig für die Schwerstkriminalität, die gegen das Leben gerichtet ist, also Mord, Totschlag und die erfolgsqualifizierten Vorsatzdelikte mit Todesfolge.

Weiterhin sind als besondere Kammern Wirtschaftsstrafkammern, eine Staatsschutzkammer (§ 74a GVG) (sofern ein Oberlandesgericht im Bezirk des Landgerichts liegt) und die Jugendkammern (§ 33b JGG), die in Jugendstrafsachen und Jugendschutzsachen tätig werden, eingerichtet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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