Strakonice

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Strakonice
Wappen von Strakonice
Strakonice (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Strakonice
Fläche: 3468 ha
Geographische Lage: 49° 15′ N, 13° 55′ O49.25638888888913.910555555556393Koordinaten: 49° 15′ 23″ N, 13° 54′ 38″ O
Höhe: 393 m n.m.
Einwohner: 22.922 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 386 01
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Bahnanschluss: Strakonice–Volary
České Budějovice–Plzeň
Březnice–Strakonice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Pavel Vondrys (Stand: 2007)
Adresse: Velké náměstí 2
386 21 Strakonice
Gemeindenummer: 550787
Website: www.mu-st.cz
Burg

Strakonice (deutsch Strakonitz, älter auch Stracknitz[2]) ist eine Stadt in der Region Jihočeský kraj (Südböhmische Region) in Tschechien mit (2003) 23.748 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlung Strakonice ist ursprünglich einer der Goldwäscheplätze aus der Zeit der Kelten in Südböhmen. Sie entstand um eine Wasserburg an der Mündung der Volyňka in die Otava. Die Strakonitzer Residenz der Bavor von Strakonitz, die im 15. Jahrhundert an den von diesen geförderten Orden der Johanniter, auch Souveräner Malteserorden, gelangte und deren Burg Strakonice im Besitz des Orden der Johanniter durch die wechselhaften Zeiten bis 1925 verblieb. Die Siedlung aus Bewohnern in Erbuntertänigkeit entwickelte sich zu einer kleinen Stadt, die 1367 die Stadtrechte erhielt.

In den Hussitenkriegen besetzte Jan Žižka 1420 die Stadt, konnte aber die Burg nicht in Besitz nehmen. In einer Darstellung am Burgtor wird er im Harnisch zu Pferd mit einem eisernen Dreschflegel in der Hand und einem Gefolge einiger Soldaten dargestellt; zur rechten Seite befindet sich Przibik von Koczow, der einen Pfeil auf ihn losschießt. Im Jahr 1421 verlegte der Generalprior der Johanniter von der Prager Kleinseite seinen Sitz nach Strakonice, 1694 kehrten die Johanniter nach Prag zurück. Die Burg blieb bis 1925 in ihrem Besitz.

In Strakonice lebte ab dem 16. Jahrhundert eine wohlhabende jüdische Gemeinde von Handelsleuten, Reste des Ghettos und ein jüdischer Friedhof sind erhalten. Die Synagoge in Strakonice wurde 1976 abgerissen. Ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in Strakonitz Fese produziert, die nach dem Vorderer Orient exportiert wurden. Seit 1891 bestand eine Eisenbahnverbindung nach Budweis. Während der Industrialisierung kamen weitere Betriebe hinzu, 1930 eine Motorradfabrik, in welchen der Lebensunterhalt der Bewohner erwirtschaftet wurde.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Strakonice besteht aus den Ortsteilen Dražejov (Draschejow), Hájská (Hag), Modlešovice (Modleschowitz), Přední Ptákovice (Vorder Ptakowitz), Strakonice I (nördlich der Otava), Strakonice II (südlich der Otava), Střela (Strahl) und Virt (Wirtsdorf) sowie der Ortslage Nové Strakonice (Neu Strakonitz).

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Strakonitz ist der Geburtsort des kgl. Hofkammerbeamten und Komponisten Johann Anton Graf Losy von Losinthal (* ca. 1645), eines der berühmtesten Lautenisten seiner Zeit, des Heraldikers Rudolf Johann von Meraviglia-Crivelli (1833–1890), war dessen Heimat und auch die des Schriftstellers und Volksliedsammlers František Ladislav Čelakovský (1799–1852).

Regelmäßige kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Strakonitz findet alle zwei Jahre ein über die Region bekanntes mehrtägiges Internationales Dudelsackfestival statt. Die nächste Veranstaltung ist im Jahr 2016.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lillian Schacherl: Böhmen. Kulturbild einer Landschaft, Prestel Verlag München, 1966, in dem Abschnitt: Am Goldfluß der Wottawa S. 149 f. Strakonitz - Starkonice und S. 163

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strakonice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Strakonitz (links unten) und nördliche Umgebung Ende des 19. Jahrhunderts (links oben, Spezialkarte der 3. Landesaufnahme)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. http://www.staremapy.cz/antos/zoomify/criginger.html