Strandgut

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Strandgut am Strand von Hawaii
Wrack der American Star vor Fuerteventura im Jahr 2003
Strandgutsammelbox am Südstrand von Helgoland

Strandgut (englisch flotsam) sind sämtliche Gegenstände, die durch Meeresströmungen oder Tiden vom Meer an Küsten, Strand oder Ufer gespült werden.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gegenstände kommen alle schwimmenden, gesunkenen oder an der Küste angetriebenen Sachen in Betracht, Tiere wie bei der Walstrandung dagegen nicht. Weitere Voraussetzung ist, dass die Gegenstände an den Strand oder die Küste gelangen müssen; bleiben sie auf dem Meer, handelt es sich um Seetrift. Seetriftige Mineralöle oder flüssige Tankladungen gelten deshalb nicht als Strandgut.[1] Strandgut kann es nur in Küstenstaaten geben.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich überwiegend um schwimmfähige Gegenstände, die von Schiffen oder abgestürzten Flugzeugen stammen können, zumeist an einem anderen Küstenabschnitt ins Meer und dann als Treibgut wieder an den Strand gelangt sind:

  • Strandgut im engeren Sinn: Die nach einem Schiffsunfall, von einem in Seenot geratenen Schiff oder abgestürzten Flugzeug geborgenen Gegenstände (beispielsweise Schiffscontainer oder sonstige Schiffsladung);
  • Seewurf: Gegenstände, die aus einem in Seenot geratenen Schiff über Bord geworfen werden, um das Schiff und/oder die Schiffsbesatzung und Passagiere zu retten („große Havarie“);
  • Strandtrift (strandtriftiges Gut): Gegenstände, die von der See gegen den Strand getrieben und vom Strand aus geborgen wurden (wie die Flaschenpost);
  • Wrackgut: versunkene Schiffstrümmer oder sonstige Gegenstände, die vom Meeresgrund aufgespült wurden.

Seetrift kann nicht zum Strandgut werden.

Rechtsfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gab es seit Januar 1875 eine Strandungsordnung,[2] die Strandämter vorsah, denen Strandvögte unterstellt wurden. Sie waren zuständig für die Bergung oder Hilfeleistung und die Annahme von Strandgut. Als Strandgut war alles strandtriftige Gut und Seewurf anzusehen, die vom Wasser gegen die Küsten getrieben und vom Lande aus geborgen werden. In der DDR wurde mit der „Verordnung über die Rettung von Menschenleben und Fahrzeugen aus Seenot und die Behandlung von Strandgut“ (Strandungsordnung vom 29. August 1972) eine neue Grundlage geschaffen.

Durch Aufhebung der letztmals im Juli 1986 geänderten preußischen Strandungsordnung am 30. Juni 1990 erfolgte eine Einordnung des Strandguts in das Strandrecht, das zum Fundrecht gehört. Strandgut ist danach erst dann herrenlos, kann also vom Finder rechtmäßig angeeignet werden, wenn der bisherige Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgegeben hat (§ 959 BGB). Meist wird bei Strandgut jedoch davon auszugehen sein, dass der Eigentümer den Besitz nicht aufgegeben hat, denn Strandgut gilt zunächst als „auf hoher See verloren“. Der Finder muss daher Strandgut in ein Fundbüro bringen. Meldet sich der Eigentümer, hat der Finder Anspruch auf Finderlohn (§ 971 BGB). Meldet sich der Eigentümer nicht, erwirbt der Finder nach sechs Monaten Eigentum; allerdings hat der frühere Eigentümer einen bereicherungsrechtlichen Herausgabeanspruch gegen den Finder (§ 977 BGB).

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strandgut, das an den Küsten des Vereinigten Königreichs oder Kanadas gefunden wurde, muss dem Receiver of Wreck gemeldet werden.[3][4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marine debris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Strandgut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verlag Technik, DDR-Seewirtschaft, Band 5, 1973, S. 382
  2. Sammlung sämtlicher Drucksachen des Deutschen Reichstages, Verhandlungen des Reichstages, Band 1, 1874, S. 3 ff
  3. Report wreck material. In: www.gov.uk.
  4. Receiver of Wreck FAQ. In: tc.gc.ca.