Straumann (Unternehmen)

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Straumann Holding AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0012280076
Gründung 1954
Sitz Basel, Schweiz
Leitung

Marco Gadola
(CEO)
Gilbert Achermann
(VR-Präsident)

Mitarbeiterzahl

5.700 (Q3 2018) [1]

Umsatz 1112 Mio. CHF (2017) [2]
Branche Medizintechnik
Website www.straumann-group.com

Hauptsitz Straumann Basel

Die Straumann Holding AG mit Sitz in Basel ist ein international tätiges Schweizer Unternehmen im Bereich des implantatgestützten und restaurativen Zahnersatzes und der oralen Geweberegeneration. Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund 5'700 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 1112 Millionen Schweizer Franken. Die Straumann Holding ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert.

Tätigkeitsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straumann ist durch die Übernahme von etkon, einem Unternehmen im Bereich CAD/CAM-gestützter Zahnprothetik, in den Markt des restaurativen Zahnersatzes eingetreten. Dadurch kann Straumann chirurgische, restaurative und regenerative Lösungen anbieten, die von Knochenaufbau und Geweberegeneration über Zahnimplantate und Prothetik bis hin zu individualisierten Kronen und Brücken reichen.

In Zusammenarbeit mit Kliniken, Forschungsinstituten und Hochschulen erforscht und entwickelt das Unternehmen Implantate, Instrumente und Geweberegenerationsprodukte für Zahnersatzlösungen und zur Verhinderung von Zahnverlusten.

Darüber hinaus bietet Straumann auch Fortbildungen und Dienstleistungen für Dentalfachleute an, einschliesslich Schulungen und Fortbildungen, die in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Team für Implantologie (ITI) durchgeführt werden.

Reinhard Straumann
Fritz Straumann

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Straumann-Gruppe gliedert sich in drei Abschnitte und umspannt mehr als ein halbes Jahrhundert. Sie begann 1954 im schweizerischen Waldenburg mit dem Forschungsinstitut, das nach seinem Gründer Reinhard Straumann Forschungsinstitut Dr. Ing. R. Straumann AG genannt wurde.

1954–1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1954 und 1970 spezialisierte sich das Unternehmen auf Metalllegierungen für die Uhrenherstellung und Materialprüfung. Zu Straumanns bedeutenden Erfindungen dieser Jahre gehören Speziallegierungen, die heute noch in Uhrfedern verwendet werden (Nivarox). Ein Durchbruch in der Verwendung nichtkorrodierender Legierungen bei der Behandlung von Knochenbrüchen veranlasste Fritz Straumann, sich mit Orthopädie und Implantologie zu befassen, und leitete die zweite Phase der Firmengeschichte ein.

Die seit zwei Jahren bestehende «Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen» suchte eine Firma, die in der Lage ist, Werkstoffe für Osteosynthese-Implantate zu liefern. Fritz Straumann, der Sohn des Firmengründers, nahm 1960 Kontakt auf.

1970–1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1970 und 1990 wurde Straumann zum führenden Hersteller von Osteosynthese-Implantaten. Ein Management-Buy-out der Division Osteosynthese im Jahr 1990 führte zur Gründung der Firma Stratec (später Synthes). Dies war auch die Geburtsstunde des Unternehmens in seiner heutigen Form. Thomas Straumann, Enkel des Gründers, konzentrierte sich mit den verbleibenden 25 Personen ausschliesslich auf die Dentalimplantologie. Die 1980er Jahre standen mit der Gründung von Niederlassungen in Deutschland (1980) und in den USA (1989) im Zeichen der geografischen Expansion.

Ab 1974 wurden die ersten Dentalimplantate im Institut Straumann entwickelt und an der Universität Bern erfolgreich klinisch getestet. Unter der Führung von Fritz Straumann, Waldenburg, und André Schroeder, Universität Bern, wurde 1980 das Internationale Team für Implantologie (ITI), gegründet. Straumann ging eine Partnerschaft mit dem ITI ein.

1998 – Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straumann Holding AG wurde 1998 zur Publikumsgesellschaft und ihre Aktien werden seitdem an der Schweizer Börse geführt. Mit der Eröffnung der Produktionsstätte in Villeret, Berner Jura, und des Technologiezentrums in Waldenburg 2000 öffneten sich neue Dimensionen für die internationale Straumann-Gruppe. Straumann erwarb 2002 die Kuros Therapeutics AG und steigt in den Bereich der Biomaterialien ein. 2003 akquirierte Straumann die schwedische Firma Biora, einen Pionier in der biologisch basierten Regeneration von Dentalgewebe. Das Hauptprodukt ist Emdogain® aus dem Bereich der oralen Geweberegeneration. In Basel bezog die Straumann-Gruppe 2004 ihren neuen Firmensitz.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Straumann Group, 2017 Annual Report[2], Medienmitteilungen[3]

Verwaltungsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gilbert Achermann – Präsident des Verwaltungsrats
  • Thomas Straumann – Vizepräsident des Verwaltungsrats, Mitglied Compensation Committee
  • Monique Bourquin - Mitglied Compensation Committee
  • Sebastian Burckhardt – Mitglied Audit Committee, Sekretär des Verwaltungsrats
  • Ulrich Looser – Vorsitz Compensation Committee
  • Beat Lüthi – Vorsitz Audit Committee
  • Regula Wallimann - Mitglied Audit Committee

Geschäftsleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marco Gadola - Chief Executive Officer
  • Dr. Gerhard Bauer – Head Research, Development & Operations
  • Wolfgang Becker – Head Distributor & Emerging Markets EMEA
  • Guillaume Daniellot – Head Sales North America
  • Jens Dexheimer – Head Sales Europe
  • Dr. Peter Hackel – Chief Financial Officer
  • Frank Hemm – Head Customer Solutions & Education
  • Patrick Kok-Kien Loh – Head Sales Asia/Pacific
  • Dr. Alexander Ochsner – Global People Management & Development
  • Petra Rumpf – Head Dental Service Organizations
  • Matthias Schupp – Head Sales Latin America, CEO Neodent
  • Peter Zihla – Head Digital Business

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionsstätte Villeret
Osteosynthese
Cupped cylinder

Straumann ist das führende Unternehmen der Branche, das chirurgische, restaurative und regenerative Lösungen anbietet, vom Knochen bis zur Krone. Die Produktpalette umfasst Implantate und Prothetikkomponenten (Sekundärteile), die das Implantat mit der sichtbaren Krone des Ersatzzahnes verbinden. Vervollständigt wird das Angebot durch passende Präzisionsinstrumente und Zusatzkomponenten.

Alle Komponenten des Straumann Dental Implant Systems werden unter Einhaltung der höchsten Qualitätsstandards hergestellt und sollen damit langfristig Qualität und Verlässlichkeit gewährleisten. Darüber hinaus bietet Straumann einen CAD/CAM-basierten Service zur Erstellung von ästhetisch hochwertigen Zahnersatzlösungen. Diese können von Einzelzahn-Inlays und -Kronen bis zu 14-gliedrigen Brücken in unterschiedlichen Materialien – darunter Hightech-Keramik – reichen.

Als Ergänzung zum dentalen Implantat- und Restaurationssystems stellt Straumann Produkte für die Regeneration oraler Gewebe her, entweder als Unterstützung von implantatbasierten Verfahren oder als Hilfsmittel zur Erhaltung von Zähnen im Rahmen einer Parodontalbehandlung.

Straumann produziert die Implantate und Instrumente in Villeret (Schweiz) und Andover (USA), die Produkte zur oralen Geweberegeneration in Malmö (Schweden). Die Produkte zur Zahnrestauration werden in Europa und den USA hergestellt.

Villeret[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Bestandteile des «Straumann®-Dental-Implant-Systems» werden im Straumann-Produktionswerk in Villeret in der Schweiz hergestellt. Es befindet sich auf dem neuesten Stand der Technik und pro Jahr werden mehr als 4,5 Millionen Teile gefertigt.

Der Produktionsstandort Villeret wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen. Das anhaltende weltweite Volumenwachstum machte eine Kapazitätserweiterung notwendig, so dass im Jahr 2005 eine zweite Produktionsfläche eingerichtet wurde. Seitdem sind zwei voneinander unabhängige Produktionslinien in Betrieb, wobei die eine chirurgische Produkte (Implantate) und die andere Sekundärteile für Implantatprothetik-Produkte herstellt. In Villeret befindet sich die Produktionslinie für SLActive, die Implantatoberflächen-Technologie der dritten Generation.

Andover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Andover, am nordamerikanischen Hauptsitz, befindet sich das erste Produktionswerk von Straumann ausserhalb der Schweiz, in dem Komponenten des Implantatsystems und Instrumente hergestellt werden.

Das 7.400 Quadratmeter grosse Produktionsareal wurde im Juni 2005 in Betrieb genommen. Es ergänzt das Produktionswerk in Villeret und ist fokussiert auf die Verarbeitung von Titan. Die neue Anlage erfüllt die gleichen strengen Qualitätsanforderungen wie das Werk in Villeret, um die Schweizer Präzision von Straumann zu garantieren – auch Made in USA.

Malmö[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Produktionsstätte in Malmö werden die regenerativen Produkte hergestellt. Im Juni 2003 übernahm Straumann die schwedische Firma Biora, die auf die Herstellung von Emdogain®, einem Produkt auf Proteinbasis zur Geweberegeneration spezialisiert ist.

Markkleeberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straumann übernahm 2007 das Unternehmen etkon. Das etkon-Fräscenter in Markkleeberg bei Leipzig produziert auf seinen vollautomatisierten Fertigungsstrassen individuelle Sekundärteile für die Implantatprothetik.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2018 Q3 Report. Straumann Group, 2018, abgerufen am 7. November 2018.
  2. a b 2017 Online Annual Report. Straumann Group, 2018, abgerufen am 7. November 2018.
  3. Straumann Media Releases. Straumann Group, 2018, abgerufen am 7. November 2018.