Streichsextett

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Ein Streichsextett ist in der klassischen Musik ein kammermusikalisches Ensemble von sechs Streichinstrumenten bzw. eine Komposition für dieses Ensemble.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streichsextette sind im Œuvre vieler klassischer Komponisten keine Seltenheit – wenn auch Streichquartette über die Musikepochen (von der Wiener Klassik an) immer die mit Abstand am meisten populärste Art eines Kammerstreichensembles war. Die mit Abstand am üblichste Besetzung für ein Sextett ist:

Die obige Auflistung kann als Standardaufstellung gelten, wie sie von Komponisten wie Brahms, Reger oder Schönberg genutzt wurde.[1]

Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer, aber im direkten Vergleich zur obigen Besetzung eher seltener auftauchenden Zusammenstellungen:

  • 4 Violinen und 2 Celli
  • 3 Violinen und 3 Celli
  • 3 Violinen, 2 Celli und 1 Kontrabass
  • 2 Violinen, 1 Bratsche, 2 Celli und 1 Kontrabass

Auch Streichsextette, die sich nur aus einer singulären Instrumentengruppierung zusammensetzen, existieren: zum Beispiel 6 Celli, oder 6 Violinen.[2]

Für ungewöhnlicher instrumentierte Streichsextette sind u. a. folgende klassische Komponisten bekannt: Joseph Haydn (1761), Bernhard Romberg (1821), Ferdinand David (1861), Ernst Rudorff (1865), Nikolai Rimski-Korsakow (1876), Arnold Krug (1897), Eduard Behm (1897?), Theodor Streicher (1897?), Hermann Suter (UA 1917), Hans Werner Henze (1966), Georg Friedrich Haas (1982) und Renate Birnstein (2002).

Sextette, auch und vor allem in den obigen Anordnungen, finden sich nicht nur in klassischer Konzertmusik wieder, sondern (analog zum Streichquartett) ebenfalls nicht selten in Musicals, Popmusik, und ebenfalls in Film-, Videospiel oder in der Werbemusik.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier eine Auswahl von Streichsextetten, chronologisch geordnet. Die Werke der im Fettdruck hervorgehobenen Komponisten gelten als musikhistorisch besonders wichtig für diese Kammermusikgattung.

1761–1800[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Haydn (1732–1809): Echo, Divertimento Es-Dur „für zweimal 2 Violinen und Baß, in verschiedenen Zimmern aufgestellt“ (1761, Hob II:39)
  • Luigi Boccherini (1743–1805): 6 Streichsextette op. 23 (1776 geschrieben, ≈1780 gedruckt)
  • Anton Wranitzky (1761–1820): 6 Streichsextette
  • Ignaz Josef Pleyel: Streichsextett F-dur (B.261) (1780?)

1801–1850[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Romberg (1767–1841): Streichsextett f-Moll op. 35 (Elégie sur la mort d’un objet chéri 1821[?], für Solo-Violoncello, 2 Violinen, Bratsche, Violoncello und Kontrabass)
  • Mihály Mosonyi (1815–1870): Streichsextett c-moll (1844?)
  • Louis Spohr (1784–1859): Streichsextett C-Dur op. 140 (1848, „zur Zeit der glorreichen Volksrevolution zur Wiederentdeckung der Freiheit, Einheit und Größe Deutschlands“)
  • Ignacy Feliks Dobrzyński (1807–1867): Streichsextett Es-dur op. 39 (1849)
  • Per August Ölander (1824–1886): Streichsextett A-Dur (≈1850)

1851–1900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1901–1950[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951–2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben gibt es viele Bearbeitungen bekannter Werke für Streichsextett.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Wackerbauer: Sextett, Doppelquartett und Oktett. Studien zur groß besetzten Kammermusik für Streicher im 19. Jahrhundert (Regensburger Studien zur Musikgeschichte [1], Bd. 6), Tutzing 2008, ISBN 978-3-7952-1121-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. List of Compositions for String Sextet - IMSLP/Petrucci Music Library: Free Public Domain Sheet Music. Abgerufen am 26. Mai 2018 (englisch).
  2. Pupils’ Sextet No. 1, Op. 12 (Morris, Trevor M.) – IMSLP/Petrucci Music Library: Free Public Domain Sheet Music. Abgerufen am 26. Mai 2018 (englisch).
  3. »Verklärte Nacht«. Sextett für 2 Violinen, 2 Violen und 2 Violoncelli op. 4. Arnold Schönberg Center, abgerufen am 1. April 2013.
  4. Kurzbiographie zu Hermann Suter. Abgerufen am 1. April 2013.