Streikbrecher

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Streikbrecher werden Arbeitnehmer genannt, die entgegen gewerkschaftlichem Beschluss nicht an einem Streik teilnehmen. Es kommt vor, dass Unternehmer speziell Streikbrecher engagieren, um einen Streik ins Leere laufen zu lassen. Des Weiteren werden gelegentlich vom Arbeitgeber so genannte Streikbrecherprämien gezahlt. Es kommt vor, dass Unternehmer die Aufträge an ein anderes Unternehmen verkaufen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pinkertons eskortieren Streikbrecher

Der Einsatz von Streikbrechern seitens der Unternehmerschaft als Mittel im Arbeitskampf war besonders in den Jahrzehnten um 1900 üblich. Nicht selten wurden dabei einheimische Arbeiter durch Arbeitskräfte aus benachbarten Staaten oder Vertreter von Minderheiten ersetzt, was zu sozialen Spannungen und Gewalttaten führte: So importierte man irische Streikbrecher nach England, polnische und italienische Streikbrecher nach Mitteleuropa. In den USA wurden schwarze Arbeitskräfte aus den Südstaaten in den industriellen Norden verbracht und als Streikbrecher sowie zur Senkung des Lohnniveaus eingesetzt. Dies führte immer wieder zu Rassenunruhen (Race riots), etwa in East St. Louis im Juli 1917. In den USA wurden Streikbrecher nicht selten von bewaffneten privaten Schutzmannschaften (Pinkertons) eskortiert und so vor dem Unmut der Streikenden und ihrer Angehörigen abgeschirmt.

Aktuelle rechtliche Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es darf kein Arbeitnehmer gezwungen werden, ein Streikbrecher im eigentlichen Sinne zu sein, d. h., er darf nicht dazu gezwungen werden, die Arbeit der anderen zu machen. Auszubildende dürfen keine Streikbrecher sein. Beamte dürfen nach herrschender Meinung gemäß Art. 9 Abs. 3 GG nicht als Streikbrecher eingesetzt werden, allenfalls dürfen sie sog. Notdienste verrichten.

Leiharbeiter dürfen gemäß dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz nicht zum Streikbrechen verpflichtet werden. Sie haben deswegen das Recht, die Arbeit in einem bestreikten Betrieb zu verweigern. Ihr Arbeitgeber muss sie dann an einen anderen - nicht bestreikten - Betrieb verleihen.

Eine literarische und sehr deutliche Definition des Streikbrechers stammt von dem Schriftsteller Jack London.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Herbert:Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880 bis 1980. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter Gastarbeiter, Berlin-Bonn 1986
  • MichelPerrot : Les Ouvriers en grève, France 1891- 1980 Paris 1975
  • Jost W. Kramer, Robert Schediwy: Minderheiten. Ein tabubelastetes Thema, S. 98ff, Berlin 2012