Streitkräfte Argentiniens

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ArgentinienArgentinien Streitkräfte Argentiniens
Fuerzas Armadas de la República Argentina
Führung
Oberbefehlshaber: Mauricio Macri
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 119.157 (2011)
Wehrpflicht: nein
Wehrtauglichkeitsalter: 18 Jahre
Haushalt
Militärbudget: $ 5,22 Mrd. (2009)
Geschichte
Gründung: 1816
Das Denkmal für die Gefallenen des Falklandkrieges an der Plaza San Martín in Buenos Aires
Tanque Argentino Mediano in Paraná, Entre Ríos
Der argentinische Zerstörer Almirante Brown (D 10) im Oktober 2005

Die Streitkräfte Argentiniens (spanisch Fuerzas Armadas de la República Argentina) sind die militärischen Verbände der Argentinischen Republik, die in der Geschichte des Landes immer wieder eine dominierende Rolle gespielt haben.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Streitkräfte Argentiniens bestehen aus folgenden Teilstreitkräften:

Zudem können im Krisen- bzw. Verteidigungsfall die Gendarmerie (Gendarmería Nacional Argentina – GNA) und die Küstenwache (Prefectura Naval Argentina - PNA) dem Verteidigungsministerium unterstellt werden. Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Präsident von Argentinien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ARA Rivadavia

Die Streitkräfte Argentiniens wurden 1816 gegründet. Das Militär hat in der Geschichte des Landes immer wieder eine dominierende Rolle gespielt. Besonders in der Zeit zwischen 1955 (Putsch gegen Juan Perón) und 1973 (Rückkehr und zweite Präsidentschaft Peróns) und in der Zeit zwischen 1974 (Tod Peróns) und 1983 (Niederlage im Falklandkrieg und Redemokratisierung) war Argentinien vom Militär direkt oder indirekt geprägt. (Siehe auch: Argentinische Militärdiktatur und Geschichte Argentiniens) In dieser Zeit war das Militär entscheidend für die Aufrechterhaltung der Diktatur und der Unterdrückung der politischen Opposition. In der Marine-Mechanikerschule ESMA befand sich das größte Folter- und Haftzentrum der Regierung. Dokumentiert ist das Verschwindenlassen von 789 Menschen allein in dieser Einrichtung. 2017, 34 Jahre nach der Diktatur wurden 48 ehemalige Militärs angeklagt. 29 Militärs wurden zur Lebenslangen Haftstrafen, die übrigen zu 8 bis 25 Jahren, verurteilt. Sechs Personen wurden freigesprochen.[1]

Unter den Präsidentschaften Raúl Alfonsíns (1983–1989) und Carlos Menems (1989–1999) wurden die Militärs entscheidend geschwächt und 1994 die Wehrpflicht abgeschafft. 1999 betrugen die Ausgaben für die Verteidigung nur noch 62 % der Ausgaben von 1983; im gleichen Zeitraum sind die Staatsausgaben allgemein auf 152 % der Ausgaben von 1983 angestiegen.[2] Der Anteil der Ausgaben für die Verteidigung am Bundeshaushalt betrug etwa 7 %.[3][4]

Im Jahre 1998 wurde Argentinien vom US-Präsidenten Bill Clinton in den offiziellen Status eines wichtigen Verbündeten außerhalb der NATO erhoben und erhielt somit Zugriff zu ausgewählten Rüstungsprogrammen, sowie militärische und finanzielle Zuwendungen von den USA.

Am 15. November 2017 verschwand das argentinische U-Boot San Juan (S 42) unter bisher ungeklärten Umständen vor der argentinischen Küste im Südatlantik. In seinem letzten Funkspruch meldete der Kommandant einen Schwelbrand im Bereich der Bug-Batterien. Drei Stunden später nahmen Hydrophone eine Explosion im Südatlantik auf.[5]

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heer unterhält 200 Kampfpanzer vom Typ TAM [6] sowie Transportpanzer vom Typ M113 und VCTP.

Marine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marine unterhält u. a.

Der Flugzeugträger ARA Veinticinco de Mayo (V-2) wurde 1997 außer Dienst gestellt und im Jahr 2000 abgewrackt.

Luftwaffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kaleck (2010): Kampf gegen die Straflosigkeit. Argentiniens Militärs vor Gericht. Wagenbach ISBN 978-3-8031-2646-7
  • J. Zaverucha (1993): The degree of military political autonomy during the Spanish, Argentine and Brazilian transitions. Journal of Latin American Studies, 25(2), 283-299.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Streitkräfte Argentiniens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Argentinien: Die Verurteilten. Der Freitag, Nr. 49, 7. Dezember 2017, S. 12
  2. http://www.mindef.gov.ar/ 2004
  3. http://www.mecon.gov.ar/ (2004)
  4. http://www.mindef.gov.ar/secciones/libro_blanco/libro%20blanco%20de%20defensa.doc (Memento vom 2. November 2005 im Internet Archive) (1998).
  5. tagesschau.de: U-Boot-Havarie: Deutsche Firmen unter Verdacht. Abgerufen am 12. Dezember 2017.
  6. Laut ADAC Länderlexikon „Die Welt 2004“.
  7. Laut Website der argentinischen Marine, abgerufen am 7. Oktober 2013