Streitkräfte Katars

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Flagge Katars Streitkräfte Katars
Qatar Armed Forces
(القوات المسلحة القطرية)
Führung
Oberbefehlshaber: Scheich Tamim bin Hamad Al Thani
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 11.800
Wehrpflicht:
Wehrtauglichkeitsalter:
Haushalt
Militärbudget: 6.831.400.000 US-$ (2010)[1]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,5 %
Geschichte

Die Streitkräfte Katars (arabisch القوات المسلحة القطرية) stellen das 11.800 Soldaten starke Militär des Emirates Katar dar. Diese gliedern sich in Heer (8.500), Luftwaffe (1.500) und Marine (inklusive Seepolizei) (1.800).

Die katarischen Streitkräfte beteiligen sich mit drei Angehörigen an der UNIFIL-Mission im Libanon.

Großbritannien hat vier C-130 der Royal Air Force in Katar stationiert. Des Weiteren betreiben die USA in Katar ein gemeinsames HBCT-Ausrüstungslager (APS) der Army, der Air Force, der Navy und der Marines mit 430 Angehörigen.

Landstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das katarische Heer (engl.: Qatar Emiri Land Forces, abgekürzt QELF) ist mit 8.500 Soldaten die größte Teilstreitkraft, allerdings leidet das katarische Heer unter Personalmangel. So sind lediglich 30 % der Soldaten Einheimische, während die restlichen aus 20 Nationen stammen. Die anfänglich britische Ausrüstung wurde in den 1980er-Jahren mit französischer wie AMX-30-Kampfpanzern, VAB, AMX-10, Milan und Crotale-FlaRak ergänzt. Als das katarische Heer die Überprüfung der von den USA gelieferten FIM-92 „Stinger“ 1988 verweigerte, verhängten die USA ein Waffenembargo bis zur Operation Desert Storm 1990.

Im Mai 2009 stimmte der Bundessicherheitsrat Deutschlands einer Lieferung von 36 Leopard-2-Kampfpanzern und im Sommer 2009 einer Lieferung von 24 Stück der Panzerhaubitze 2000 aus Deutschland an Katar zu. Am 18. April 2013 schloss das Emirat einen Vertrag über 24 Panzerhaubitzen PzH 2000 und 62 Kampfpanzer Leopard 2 zur Modernisierung des Heeres mit der Firma Krauss-Maffei Wegmann ab.[2][3] Des Weiteren stimmte im September 2014 der Bundessicherheitsrat dem Export von 13 Dingo-Radpanzern und 32 Spähpanzern des Typ Fennek zu.[4]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heer ist wie folgt gegliedert:

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeug Bild Herkunft Version Anzahl Anmerkungen
Kampfpanzer
Leopard 2 Kpz Leopard 2 DeutschlandDeutschland Deutschland Leopard 2A7+ 36[5] 36 weitere geplant
AMX-30 AMX-30 FrankreichFrankreich Frankreich 35 in Masse in Reserve, wird durch den Leopard 2 ersetzt
Schützenpanzer
AMX-10P Amx10p 23.jpg FrankreichFrankreich Frankreich 40
AMX-VCI AMX-VCI-latrun-2.jpg FrankreichFrankreich Frankreich 33
Spähfahrzeuge
Fennek Fennek20070115.jpg DeutschlandDeutschland Deutschland 32 geplant
VBL VB2L 003 FR.JPG FrankreichFrankreich Frankreich 16
AMX-10 RC AMX-10-RC.JPG FrankreichFrankreich Frankreich AMX-10RC/105 12
EE-9 Cascavel Cascavel EE-009.JPG BrasilienBrasilien Brasilien 20 wird durch den Fennek ersetzt
Ferret Ferret-Scout-Car-18EA24.jpg Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 12 wird durch den Fennek ersetzt
gepanzerte Transportfahrzeuge
Mowag Piranha Irish Army Mowag Piranha.jpg SchweizSchweiz Schweiz/
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Piranha II 40 gebaut in Lizenz vom britischen Unternehmen Alvis plc
VAB VAB VOA 012 FR.JPG FrankreichFrankreich Frankreich 162
ATF Dingo Dingo 2.jpg DeutschlandDeutschland Deutschland 13 geplant in drei Versionen
M706 Commando XM706E2 USAF.JPG Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten LAV-150 8
Artillerie
PzH 2000 Dutch Panzerhaubitz fires in Afghanistan.jpg DeutschlandDeutschland Deutschland 155-mm Panzerhaubitze, 24 geplant
AMX F3 AMX-13-155mm img 2332.jpg FrankreichFrankreich Frankreich 28 155-mm Selbstfahrlafette
G5 G5 howitzer (Impi).jpg SudafrikaSüdafrika Südafrika 2 155-mm Feldhaubitze
HIMARS HIMARS - missile launched.jpg Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Raketenwerfer, 7 geplant[6]
ASTROS II Avibras ASTROS-II SS-30.JPEG BrasilienBrasilien Brasilien 3 Raketenwerfer

Seestreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marine Katars (engl.: Qatar Emiri Navy, abgekürzt QEN) umfasst eine Personalstärke von 1.800 Mann und operiert von den Häfen in Doha und der Insel Halul. Der Bootsbestand umfasst vier FK-Schnellboote des französischen Typs Combattante III, vier britische VITA-Klasse FK-Schnellboote, vierzehn Wachboote (davon elf bei der Seepolizei) und einem Landungsboot, welches drei Panzer und 110 Soldaten befördern kann.

Modernisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2016 bestellte die Marine für vier Milliarden Euro bei der italienischen Fincantieri sieben größere Kriegsschiffe, die ab 2018 zu bauen und bis 2024 zu liefern sind. Dies umfasst vier FK-Korvetten, die eine Länge von über 100 Metern und eine Verdrängung von 3.000 ts haben werden und damit auch schon als Fregatten angesprochen werden können. Zwei Hochseepatrouillenbooten, die voraussichtlich auf der Falaj-2-Klasse basieren werden, und ein amphibisches Unterstützungsschiff, das auf der für Algerien gebauten Kalaat Beni-Abbès basieren wird.[7]

Luftstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Qatar Emiri Air Force

Die Luftstreitkräfte erwarben in Frankreich Flugzeuge des Typs Mirage 2000. Im Jahr 2009 erhielt das Emirat zwei strategische C-17-Globemaster-III-Transporter und 2011 folgten vier taktische Transportflugzeuge vom Typ C-130J Hercules. Im November 2009 erhielt das Land den ersten von 18 bestellten AgustaWestland-AW139-Helikoptern. Bisher wurden lediglich zwölf leichte SA-342L-Gazelle-Kampf- und acht mittlere Westland-WS.61-Commando-Transporthubschrauber betrieben. Im Juni 2012 wurde die Kaufabsicht von zwölf UH-60M Black Hawk und im Juli 2012 der Kauf von 24 Pilatus PC-21 inklusive Simulatoren bekanntgegeben. Die ersten beiden PC-21 wurden Anfang Oktober 2014 an die QEAF ausgeliefert.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Syrischen Bürgerkrieg unterstützte die Luftwaffe Katars die USA bei Bombardierungen von Stellungen der Terrororganisation "Islamischer Staat".[8] Unter anderem lieferte Katar das deutsch-französische Panzerabwehrsystem MILAN an die Syrische Oppositionsarmee.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Streitkräfte Katars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Qatar - Military expenditure. Index Mundi
  2. Deutsche Kampfpanzer für das Emirat Katar. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, abgerufen am 17. Mai 2010.
  3. Hauke Friedrichs: Feuer frei! Die Zeit, 16. Mai 2013, abgerufen am 16. Mai 2013.
  4. Thomas Wiegold: Rüstungsexport: Die jüngsten Entscheidungen. Augen geradeaus!, 3. Oktober 2014, abgerufen am 3. Oktober 2014.
  5. Christopher F Foss: Qatar takes delivery of Leopard 2A7+ MBTs. Jane’s Information Group, 27. Oktober 2016, abgerufen am 27. Oktober 2016 (englisch).
  6. FMS: Qatar Requests Sale of HIMARS, ATACMS and GMLRS. www.deagel.com, 24. Dezember 2012, abgerufen am 27. Oktober 2016 (englisch).
  7. Qatar orders new navy from Fincantieri. Jane’s Information Group, 17. Juni 2016, abgerufen am 26. Juni 2016 (englisch).
  8. Ansgar Graw: Obama attackiert IS in Syrien mit arabischer Allianz. Die Welt, 23. September 2014, abgerufen am 3. Oktober 2014.