Streitkräfte von Nordmazedonien

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Flag of Macedonia.svg Armee der Republik Nordmazedonien
Армија на Република Северна Македонија
Armija na Republika Severna Makedonija
Logo of the Army of the Republic of North Macedonia.svg
Führung
Oberbefehlshaber: Präsident der Republik Nordmazedonien
Verteidigungsminister: Slavjanka Petrovska[1]
Militärischer Befehlshaber: Generalleutnant Vasko Gjurchinovski
(Chef GenStab)
Militärische Führung: Generalstab
Sitz des Hauptquartiers: Skopje
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 8.000[2]
Reservisten: 5.000[2]
Wehrpflicht: Freiwilligenarmee
Wehrtaugliche Bevölkerung: Männer im Alter von 16 bis 49: 532.856

Frauen im Alter von 16 bis 49: 513.684 (Stand 2010)[3]

Wehrtauglichkeitsalter: Vollendetes 18. Lebensjahr
Haushalt
Militärbudget: 102,1 Mio. US-$ (2020)[4]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,3 % (2020)[5]
Geschichte
Gründung: 15. Februar 1992

Die Armee der Republik Nordmazedonien (mk. Армија на Република Северна Македонија, abgekürzt APCM) ist das Militär der Republik Nordmazedonien. Sie gliedert sich in ein Heer mit angeschlossenen Luftstreitkräften (Heeresflieger). Aufgrund der Binnenlage des Landes besteht keine eigenständige Marine.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nordmazedonischen Streitkräfte verfügen über einen Personalbestand von 8.000 aktiven Soldaten und 5.000 Reservisten. Im Jahr 2020 betrug der Verteidigungshaushalt 102,2 Mio. US-Dollar, was 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Das Land ist Mitglied der NATO. Am 6. Februar 2019 unterzeichneten Außenminister Dimitrow und Vertreter der NATO-Staaten das Beitrittsabkommen. Nach der Ratifikation wurde Nordmazedonien am 27. März 2020 das 30. NATO-Mitglied.[6] Ferner ist eine Mitgliedschaft in der OSZE gegeben und eine Mitgliedschaft in der EU angestrebt.

1992 zog sich im Zuge der Unabhängigkeit Nordmazedoniens die Jugoslawische Volksarmee friedlich zurück, allerdings nahm sie ihre militärische Ausrüstung mit, so dass der neue Staat und seine Streitkräfte nur mit Handfeuerwaffen bewaffnet waren.[7]

Im Ethnischen Konflikt 2001 mit den Albanern im Land, wurde Nordmazedonien von Bulgarien mit militärischer Ausrüstung unterstützt. Bulgarien schenkte Nordmazedonien 104 Panzer, gepanzerte Fahrzeuge sowie Artillerie.[8]

Modernisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nordmazedonische Armee plant, um die Interoperabilität mit den anderen NATO-Mitgliedern zu verbessern, die meisten ihrer noch aus Sowjet-Zeiten (bulgarische Bestände) stammenden gepanzerten Fahrzeuge zu ersetzen. Diese BTR-70, BTR-80, BMP-2 und MT-LBs sollen durch 54 Stryker-Radschützenpanzer (in den Varianten M1126, M1130 u. M1129)[9] und 96 leichte gepanzerte Fahrzeuge aus US-amerikanischer Produktion ersetzt werden.[10]

Liste der Chefs des Generalstabes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
12. Generalleutnant Vasko Gjurchinovski 18. August 2018 -
11. Generalleutnant Metodija Velichkovski 18. August 2015 18. August 2018
10. Generalleutnant Gorancho Koteski 18. August 2011 18. August 2015
9. Generalleutnant Miroslav Stojanovski 6. Juli 2005 18. August 2011
8. Generalmajor Gjorgji Bojadzhiev 12. März 2004 6. Juli 2005
7. General Metodi Stamboliski 19. September 2001 12. März 2004
6. General Pande Petrovski 12. Juni 2001 19. September 2001
4. Generalleutnant Jovan Andrevski 11. Februar 2000 12. Juni 2001
3. General Trajche Krstevski 20. Januar 1996 11. Februar 2000
2. Generaloberst Dragoljub Bocinov 3. März 1993 20. Januar 1996
1. Generalmajor Mitre Arsovski 16. März 1992 3. März 1993

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Generalstab
    • Operationkommando
      • 1. Infanteriebrigade
        • Führungskompanie
        • Panzerbataillon "B"
        • 1. Infanteriebataillon
        • 2. Infanteriebataillon
        • 3. Infanteriebataillon
        • 4. Infanteriebataillon
        • Artilleriebataillon
        • Fernmeldekompanie
        • ABC-Abwehrkompanie
      • Heeresfliegerbrigade
        • Hubschrauberstaffel
        • Flugabwehrbataillon
        • Luftraumüberwachungsbataillon
        • Flugschule
        • Technische-Unterstützungstaffel
      • Pionierbataillon
      • Militärpolizei
      • Fernmeldebataillon
    • Ausbildungskommando
    • Gardebataillon
    • Zentrum für Elektronische Aufklärung

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gepanzerte Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeug Bild Herkunft Version Anzahl Anmerkungen
Kampfpanzer
T-72 Beispielbild Sowjetunion Sowjetunion T-72A 31 Abgabe aus ?Reservebeständen? an die Ukraine im Rahmen des Russisch-Ukrainischen Krieges.[11]
Schützenpanzer
BMP-2 Beispielbild Sowjetunion Sowjetunion BMP-2K 11 Sollen durch Fahrzeuge aus US-amerikanischer Produktion ersetzt werden.[10]
BTR-70 Beispielbild Sowjetunion Sowjetunion 58 Sollen durch Fahrzeuge aus US-amerikanischer Produktion ersetzt werden.[10]
BTR-80 Beispielbild Sowjetunion Sowjetunion 12 Sollen durch Fahrzeuge aus US-amerikanischer Produktion ersetzt werden.[10]
gepanzerte Fahrzeuge
MT-LB Beispielbild Sowjetunion Sowjetunion 10 Sollen durch Fahrzeuge aus US-amerikanischer Produktion ersetzt werden.[10]
Saurer Beispielbild Osterreich Österreich/
Griechenland Griechenland
Leonidas 8 ehemalige Fahrzeuge des griechischen Heeres
TM-170 Hermelin Beispielbild Deutschland Deutschland 89
M113 Beispielbild Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 30 ehemalige Fahrzeuge des deutschen Heeres – in Reserve
Oshkosh JLTV Beispielbild Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6+[12] 96 Fahrzeuge geplant

Artillerie und Mörser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeug Bild Herkunft Version Anzahl Anmerkungen
Mehrfachraketenwerfer
BM-21 Beispielbild Sowjetunion Sowjetunion 12
M-63 Beispielbild Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien 12

Panzerabwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugabwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seefahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Überwachung des Ohridsees werden 6 BOTICA (Typ 16) PBR-Wachboote verwendet.

Luftfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kokarde der nordmazedonische Heeresflieger

Die Heeresflieger betreiben 6 Flugzeuge und 14 Hubschrauber (Stand Ende 2020).[13]

Luftfahrzeuge Bild Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Flugzeuge
Zlín Z-143 Beispielbild Tschechien Tschechien Schulflugzeug Z-143L 1
Zlín Z-242 Macedonian Airforce Zlin z 242.jpg Tschechien Tschechien Schulflugzeug Z-242L 5
Hubschrauber
Mil Mi-24 Macedonian Air Force Mil Mi-24V Lofting.jpg Sowjetunion Sowjetunion Kampfhubschrauber Mi-24V 4
Mil Mi-8[14] Macedonian Airforce mi 8.jpg Sowjetunion Sowjetunion Transporthubschrauber Mi-8MT
Mi-17
4
2
Bell 206 Beispielbild Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Schulungshubschrauber Bell 206B-3 4

Dienstgrade und Dienstgradabzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offiziere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgradgruppe Generale Stabsoffiziere Subalternoffiziere
Schulterstücke
18-APM-GEN.svg
17-APM-LG.svg
16-APM-MG.svg
15-APM-BG.svg
14-APM-COL.svg
13-APM-LTC.svg
12-APM-MAJ.svg
11-APM-CPT.svg
10-APM-1LT.svg
09-APM-2LT.svg
Dienstgrad General General potpolkovnik Generalmajor Brigaden general Polkovnik Potpolkovnik Major Kapetan Porucznik
(Поручник)
Podporucznik
(Подпоручник)
Dienstgrad
(Bundeswehr)
General Generalleutnant Generalmajor Brigadegeneral Oberst Oberstleutnant Major Hauptmann Oberleutnant Leutnant
NATO-Rangcode OF-9 OF-8 OF-7 OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1

Unteroffiziere und Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgradgruppe Unteroffiziere Mannschaften
Schulterstücke
08-APM-CSM.svg
07-APM-SGM.svg
06-APM-SFC.svg
05-APM-SSG.svg
04-APM-SGT.svg
03-APM-JSG.svg
02-APM-CPL.svg
01-APM-PVT.svg
Dienstgrad Zastavnik I klasa Zastavnik Postar vodnik I klasa Postar vodnik Vodnik Pomlad vodnik Desetar Razvodnik
Dienstgrad
(Bundeswehr)
Oberstabsfeldwebel Stabsfeldwebel Hauptfeldwebel Oberfeldwebel/
Feldwebel
Stabsunteroffizier/
Unteroffizier
Oberstabsgefreiter Stabsgefreiter Gefreiter
NATO-Rangcode OR-9 OR-8 OR-7 OR-6 OR-5 OR-4 OR-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nordmazedonische Streitkräfte – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Minister of Defence of the Republic of North Macedonia. Ministry of Defence, 25. Juli 2022, abgerufen am 25. Juli 2022 (englisch).
  2. a b Overview: Macedonia (Manpower). In: globalfirepower.com. Abgerufen am 6. Januar 2020 (englisch).
  3. cia.gov
  4. Military expenditure by country, in constant (2019) US$ m., 1988-2020. (PDF) Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021 (englisch).
  5. Military expenditure by country as percentage of gross domestic product, 1988-2020. (PDF) Stockholm International Peace Research Institute, 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021 (englisch).
  6. Holger Romann: Nordmazedonien wird aufgenommen. In: Tagesschau. 6. Februar 2019, abgerufen am 6. Januar 2020.
  7. Wolfgang Libal, Christine von Kohl: Der Balkan. Stabilität oder Chaos in Europa, Europa Verlag, 2000, ISBN 3-203-79535-3, S. 102–105.
  8. Elizabeth Pond: Endgame in the Balkans: Regime Change, European Style, Verlag Brookings Institution Press, 2006, ISBN 9780815771616, S. 49; Online-Version
  9. Gerhard Heiming: Nord Mazedonien erhält 54 Stryker. In: Europäische Sicherheit & Technik. 24. März 2021, abgerufen am 1. April 2021 (englisch).
  10. a b c d e US Funds North Macedonian Replacement of Soviet-Era Armour. In: ausa.inloop.com. Jane’s Information Group, 28. August 2019, abgerufen am 6. Januar 2020 (englisch).
  11. North Macedonia donates its T-72A main battle tanks to Ukraine in exchange for Western tanks. In: armyrecognition.com. 30. Juli 2022, abgerufen am 30. Juli 2022 (englisch).
  12. Army of North Macedonia receives first Oshkosh Defense JLTVs. In: armyrecognition.com. 3. August 2022, abgerufen am 17. September 2022 (englisch).
  13. World Air Forces 2021. flightglobal.com, abgerufen am 20. April 2021.
  14. R.-J. Gort, R. Blok, J. van Veendedaal: Mazedoniens Helikopter. In: Fliegerrevue. Nr. 08/2018, S. 30/31.