Streitkräftebasis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Streitkräftebasis
Logo der Streitkräftebasis
Aufstellung 1. Oktober 2000
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Emblem Bundeswehr
Typ Militärischer Organisationsbereich
Grobgliederung SKUKdo.svg Kommando Streitkräftebasis
Stärke Aktive Soldaten: 28.395[1] (31. Oktober 2017)
davon Frauen:
2.698[2] (31. Oktober 2017)

Beorderte Reservisten: k. A.

Marsch Marsch der Streitkräftebasis (Gerhard Fetzer, 2000)
Leitung
Inspekteur der Streitkräftebasis Generalleutnant Martin Schelleis[3]
stellv. Inspekteur der Streitkräftebasis Generalleutnant Peter Bohrer

Die Streitkräftebasis (SKB) der Bundeswehr wurde im Oktober 2000 als eigenständiger militärischer Organisationsbereich aufgestellt, ist jedoch keine eigene Teilstreitkraft. Sie stellt sich als gemeinsame Dienstleistungseinrichtung der Bundeswehr dar und bündelt Aufgaben, die zuvor von den Teilstreitkräften (Heer, Luftwaffe und Marine) in Eigenverantwortung oder in den zentralen militärischen Dienststellen wahrgenommen wurden.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben der Streitkräftebasis sind unter anderem:

  • Logistische Unterstützung und Versorgung der Bundeswehr im Inland wie im Ausland

Zur Streitkräftebasis gehören auch – früher so genannte – Zentrale Militärische Dienststellen (ZMilDBw), z. B. die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf.

Auf eine eigene Uniform für die Streitkräftebasis wurde bewusst verzichtet, die integrierten Verbände tragen die Uniform der Teilstreitkraft, aus der sie eingegliedert wurden. Es ist daher nicht unüblich, dass in einer Einheit Uniformträger aller drei Teilstreitkräfte gemeinsam dienen.

Nicht zur Streitkräftebasis gehört der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr, der als eigener militärischer Organisationsbereich eine vergleichbare Querschnittsfunktion für alle Truppengattungen übernimmt.

Truppengattungen der Streitkräftebasis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Wechsel von Teilen des Heeres zur Streitkräftebasis wurden Truppengattungen in Teilen oder ganz übernommen. Äußerlich sind diese Heeresuniformträger an ihrem Barettabzeichen, der Barettfarbe oder auch an der Waffenfarbe zu erkennen. Diese Truppengattungen sind:

SKB-Rekruten beim Gelöbnis. Zu erkennen sind die verschiedenen Uniformen.

Angehörige aller anderen Truppengattungen sind in der Regel ebenfalls in der Streitkräftebasis vertreten, stellen jedoch in der Regel keine größeren „sortenreinen“ Teileinheiten, sondern sind meist durch einzelne Stabssoldaten vertreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 bis Februar 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Säulen der Streitkräftebasis waren das Streitkräfteunterstützungskommando und das Streitkräfteamt. Das Streitkräfteunterstützungskommando führte die Truppenteile zur Erledigung der Aufgaben der Streitkräftebasis in den Wehrbereichen und im Einsatz. Dazu zählten beispielsweise Führungsunterstützungstruppen, Logistiktruppen, Feldjäger, Musikkorps und Kräfte zur strategischen Aufklärung. Das Streitkräfteamt war vor allem die oberste truppendienstliche Stelle für Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen im Bereich der Streitkräftebasis. Das Einsatzführungskommando, Kommando Führung Operationen von Spezialkräften sowie das Kommando Operative Führung Eingreifkräfte waren organisatorisch im Bereich der Streitkräftebasis angesiedelt und führten Truppen aller Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche im Einsatz, die dann direkt dem Generalinspekteur der Bundeswehr unterstanden. Daneben unterstanden einige weitere zentrale Dienststellen der Bundeswehr direkt dem Inspekteur der Streitkräftebasis. Eine zentrale Rolle im Transformationsprozess der Bundeswehr spielte das im Juli 2004 aufgestellte Zentrum für Transformation der Bundeswehr (ZTransfBw) mit Sitz in Strausberg. Die Streitkräftebasis gliederte sich grob in folgende Dienststellen:[4]

Rund 71.500 Soldaten und zivile Mitarbeiter gehörten zur Streitkräftebasis.

Neuausrichtung der Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisationsbereiche im Geschäftsbereich des BMVg (nicht mehr aktuell!)

Am 20. September 2011 hat der damalige Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière bekannt gegeben, dass im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr geplant ist, die Anzahl der aktiven Soldaten in der Streitkräftebasis auf maximal 38.750 zu reduzieren. Davon sollen 35.500 Berufs-/Zeitsoldaten und zwischen 1.250 und 2.000 Freiwillig Wehrdienst Leistende (FWD) sein.[5]

Das Kommando Streitkräftebasis (KdoSKB) in Bonn ist das Führungskommando der Streitkräftebasis. Es wurde am 29. September 2012 durch den Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 in Dienst gestellt. Das KdoSKB stellt zentralisiert die Einsatzbereitschaft und Auftragserfüllung der Streitkräftebasis insgesamt sicher und übernimmt die Führungsaufgaben des zum 1. Februar 2013 aufgelösten Streitkräfteunterstützungskommandos.[6] Das KdoSKB ist eine höhere Kommandobehörde.

Ab 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 erfährt die SKB, u. a. im Rahmen der Aufstellung eines neuen militärischen Organisationsbereichs für den Cyber- und Informationsraum (CIR), eine deutliche Reduzierung. Den Anfang machte zum 1. Januar 2017 die Führungsakademie der Bundeswehr, sie wurde dem Generalinspekteur der Bundeswehr direkt unterstellt.[7][8] Am 1. Juli 2017 wechselten das Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr, das Kommando Strategische Aufklärung und das Zentrum Operative Information in den neuen Organisationsbereich CIR. Gleichzeitig wurden das Kommando Feldjäger und das ABC-Abwehrkommando dem Kommando Streitkräftebasis direkt unterstellt.[9]

Organisation und Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Spitze der Streitkräftebasis steht der Inspekteur der Streitkräftebasis im Kommando Streitkräftebasis. Als truppendienstlicher Vorgesetzter seines Organisationsbereichs untersteht er dem Generalinspekteur der Bundeswehr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Streitkräftebasis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesministerium der Verteidigung: Stärke: Militärisches Personal der Bundeswehr Bundeswehr, 15. November 2017, abgerufen am 23. November 2017 (Stand: 31. Oktober 2017).
  2. Susanne Lopez/Frank Bötel: Gelebte Normalität: Frauen in der Bundeswehr Bundeswehr, 15. November 2017, abgerufen am 23. November 2017 (Stand: 31. Oktober 2017).
  3. Inspekteur der Streitkräftebasis. Bundeswehr, 6. Oktober 2015, abgerufen am 7. Oktober 2015.
  4. Die Streitkräftebasis. In: www.rk-marine-kiel.de. Führungsstab der Streitkräfte, 1. Dezember 2006, S. 118, abgerufen am 26. Dezember 2016 (PDF; 4,62 MB).
  5. Thomas Wiegold: Die Grobstruktur steht. Augen geradeaus!, 21. September 2011, abgerufen am 21. September 2011.
  6. Sebastian Wanninger, Sina Pawlowski: Zweite Ebene erreicht. Bundeswehr, 4. Februar 2013, abgerufen am 18. Februar 2013: „Mit dem 1. Februar verabschiedet die Streitkräftebasis sich auch vom Streitkräfteunterstützungskommando – eine der tragenden Säulen der alten Strukturen.“
  7. Rede der Bundesministerin der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen an der Führungsakademie der Bundeswehr am 3. November 2016. Bundesministerium der Verteidigung, 3. November 2016, S. 13, abgerufen am 16. Dezember 2016 (PDF).
  8. Tagesbefehl der Verteidigungsministerin zum Unterstellungswechsel der Führungsakademie am 29. Dezember 2016. Bundesministerium der Verteidigung, 4. Januar 2017, abgerufen am 8. Januar 2017.
  9. Der große Unterstellungswechsel rüstet für die Zukunft. Presse- und Informationszentrum SKB, 30. Juni 2017, abgerufen am 1. Juli 2017.