Streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung

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Streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung (STF) ist die streitkräftegemeinsame (= die Teilstreitkraft übergreifende) Fähigkeit zur gegenseitigen Feuerunterstützung für die taktische Ebene von Land-, Luft- und Seestreitkräften sowie Spezialkräften der Bundeswehr in allen Dimensionen des Einsatzraumes.

Auftrag und Fähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dabei umfasst STF die unmittelbare Feuerunterstützung von Operationen der taktischen Ebene und hat im Rahmen des Verbundes Aufklärung – Führung – Wirkung den koordinierten und reaktionsschnellen Einsatz des am besten geeigneten und im Einsatzraum verfügbaren nationalen/multinationalen Wirkmittels zum Ziel. Wirkungsforderungen wachsen „von unten nach oben“ („bottom up“) bis zu der Ebene auf, die eine Bekämpfungsentscheidung treffen darf, über Wirkmittel verfügt und diese zuweisen kann. STF nutzt hierfür die am besten geeigneten Kräfte und Mittel aus dem gesamt verfügbaren Wirkmittelspektrum. Daher muss STF ebenengerecht im bzw. mit dem Joint-Fire-Prozess synchronisiert werden. Dies erfolgt ab Brigadeebene aufwärts.

Die Wirkungsforderungen lauten: Abriegeln, Bekämpfen (relativ allgemeiner Ausdruck), Beleuchten, Blenden (künstlicher Nebel), Niederhalten (für begrenzte Zeit in Deckung halten), Sperren (mit Hilfe verschossener Minensperren), Stören (beunruhigen, in Handlungen behindern, wenn möglich schädigen), Überwachen, Vernichten (das Zufügen derartiger Verluste, dass der Feind für den weiteren Kampf ausfällt), Zerschlagen (die Kampfkraft so herabsetzen, dass für eine begrenzte Zeit nicht am Kampf teilgenommen werden kann, bzw. die Absicht nicht mehr ausgeführt werden kann), Zerstören (ein Objekt/Einrichtung so beschädigen, dass es für längere Zeit ausfällt).

Teile und Wirkmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

STF umfasst nationale und multinationale Aufklärungs- und Wirkmittel von:

Koordinierungselemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinierungselemente auf den jeweiligen taktischen Führungsebenen stimmen alle Erfordernisse untereinander ab. Dies sind unterhalb der Ebene LCC (JFSCC):

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausbildungsbereich Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung/Indirektes Feuer ist mit Entscheidung Inspekteur des Heeres seit dem 4. September 2009 als Ausbildungseinrichtung STF verantwortlich für die Aus- und Fortbildung sowie die Einsatzvorbereitung aller STF-Koordinierungselemente. In der ersten Jahreshälfte 2015 wurde die Artillerieschule aufgelöst und in den Ausbildungsbereich Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung/Indirektes Feuer (AusbBer STF/IndirF) umgewandelt, der dem Ausbildungszentrum Munster (AusbZ Munster) untersteht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung/ STF – Joint Fire Support/ JFS. In: Zu Gleich – Zeitschrift der Artillerietruppe und der Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung. Nr. 2, 2018, S. 11.
  • BMVgFü SGenInsp – Konzeptionelle Grundvorstellungen „Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung (KGv STF)“ vom September 2006
  • Bereichsvorschrift C1-160/0-1130 „STF für Landoperationen“ vom August 2016
  • Bereichsrichtlinie C2-227/0-0-2000 VS-NfD „Führung und Einsatz der Artillerie“ vom September 2017