Stresa-Front

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Die Stresa-Front war ein Abkommen der Zwischenkriegszeit zur Bestätigung der Verträge von Locarno. Daran waren Großbritannien, Frankreich und Italien beteiligt. Sie wurde in der Zeit vom 11. bis 14. April 1935 in Stresa, nahe dem Lago Maggiore vereinbart.

Grund für das Abkommen war die zu diesem Zeitpunkt einen Monat alte Erklärung Deutschlands, jegliche Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages als nichtig aufzufassen. Hitler rechtfertigte dies durch die Verlängerung der Dienstzeit in der französischen Armee sowie mit der Erneuerung des französisch-belgischen Militärabkommens (was wiederum eine Reaktion auf Hitlers Weigerung war, die Verträge von Locarno zu verlängern).

Mussolini fürchtete einen deutschen Zusammenschluss mit Österreich und erhoffte sich aus der Annäherung an Frankreich und Großbritannien Zugeständnisse bei seinen Expansionsplänen gegen Äthiopien. Der französische Ministerpräsident Pierre Laval signalisierte dazu französische Zugeständnisse, während Großbritannien auf die heimische öffentliche Meinung bei den anstehenden Wahlen verwies. Auf Betreiben Frankreichs und Italiens wurde im Schlusskommunique nur noch der Frieden in Europa genannt. Mussolini sah dies als einen diplomatischen Erfolg für seine militärischen Expansionspläne in Ostafrika an und vertraute darauf, dass Großbritannien im Kriegsfall das Bündnis gegen Hitler wegen Äthiopien nicht gefährden würde.[1][2]

Die Stresa-Front hielt nur etwa zwei Monate. Großbritannien, das als eine der Siegermächte des Ersten Weltkrieges das Flottenabkommen mit Deutschland schloss, hatte damit die Vorgaben des Versailler Vertrages zur Größe von Armee und Flotte Deutschlands untergraben. Damit erzielte Adolf Hitler einen außenpolitischen Erfolg, der die Aufrüstung Deutschlands zu legitimieren schien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Ashley Soames Grenville: A History of the World from the 20th to the 21st Century. Routledge 2005, ISBN 0-415-28954-8, S. 211
  2. Robert Mallett: The Italian Navy and Fascist Expansionism, 1935-1940. Frank Cass 1998, ISBN 0-7146-48787, S. 21 f.