Stresemannstraße (Berlin)

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Stresemannstraße
Wappen
Straße in Berlin
Stresemannstraße
Stresemannstraße in Berlin-Mitte
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg,
Mitte
Angelegt um 1831
Neugestaltet 6. Februar 1930
Hist. Namen Hirschelstraße (1831–1867),
Potsdamer Communication (1845–1867),
Anhaltische Communication (1845–1867),
Königgrätzer Straße (1867–1930),
Saarlandstraße (1935–1947)
Anschlussstraßen Ebertstraße (nördlich),
Wilhelmstraße (südlich)
Querstraßen Erna-Berger-Straße,
Köthener Straße,
Niederkirchnerstraße,
Dessauer Straße,
Bernburger Straße,
Anhalter Straße,
Möckernstraße,
Hedemannstraße,
Hallesche Straße,
Großbeerenstraße
Plätze Potsdamer Platz,
Askanischer Platz,
Ida-Wolff-Platz
Bauwerke Deutschlandhaus,
Europahaus (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung),
Anhalter Bahnhof (Portalrest),
Hebbel-Theater,
Willy-Brandt-Haus,
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 1510 Meter

Die Stresemannstraße befindet sich in den Berliner Ortsteilen Kreuzberg (ungerade Hausnummern 15–127 sowie gerade Hausnummern 28–110) sowie Mitte (gerade Hausnummern 120–130). Sie ist seit Februar 1930 mit Unterbrechungen zwischen 1935 und 1947 nach dem Politiker Gustav Stresemann (1878–1929) benannt.

Verlauf und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straße beginnt im Norden am Potsdamer Platz in Höhe der Erna-Berger-Straße. Sie verläuft in südöstlicher Richtung über den Askanischen Platz und den Ida-Wolff-Platz und mündet in die Wilhelmstraße.

Die Straße entstand um 1831 mit der Stadterweiterung und war Teil der Berliner Zollmauer, die zur Überwachung des Handels innerhalb der damaligen Stadtgrenzen eingerichtet wurde. Zwischen Potsdamer und Anhalter Tor trug sie den Namen Potsdamer Communication und setzte sich als Hirschelstraße weiter in Richtung Südosten fort. Der Abschnitt vom Anhalter Tor bis zum Halleschen Tor hieß Anhaltische Communication. Nach dem Ende des Deutschen Krieges erfolgte 1867 die Umbenennung des gesamten Straßenzuges in Königgrätzer Straße, um an die Schlacht bei Königgrätz vom 3. Juli 1866 zu erinnern, in der beim Dorf Sadowa die Truppen Preußens die Armeen Österreichs und Sachsens besiegten. Zu Ehren des im Jahr zuvor verstorbenen Außenministers der Weimarer Republik erfolgte 1930 die Umbenennung in Stresemannstraße. Anlässlich der Wiedereingliederung des Saargebietes wurde sie ab 1935 als Saarlandstraße geführt und trägt seit 1947 wieder den heutigen Namen.

Stresemannstraße als Teil des Todesstreifens, 1986
Gleisstück des ehemaligen Verbinders vom Stettiner zum Schlesischen Bahnhof

Mit dem Bau der Berliner Mauer war der zum Bezirk Mitte befindliche Abschnitt Teil des Todesstreifens. Ein Großteil der Gebäude war durch den Zweiten Weltkrieg zerstört, sodass erst in den späten 1980er Jahren mit der Internationalen Bauausstellung eine vermehrte Neubautätigkeit erfolgte. Gefördert wurde dabei vorrangig der soziale Wohnungsbau, um „vernachlässigte Gebiete als Wohngebiete zurückzugewinnen“.[1] Dabei war bis 1986 im Flächennutzungs- und Baunutzungsplan die Errichtung eines „City-Bandes“ mit einer Autobahn als Südtangente geplant. Diese wurde jedoch nicht realisiert, sodass einige Freiflächen bestanden, die zum Teil als Grünanlagen ausgewiesen wurden.[2] Geplant war weiterhin ein Kultur- und Geschäftshaus an der Blockspitze zur Wilhelmstraße, die ein Gegenstück zum Haus des Deutschen Metallarbeiterverbandes in der Alten Jakobstraße bilden sollte. Trotz einer Entwurfsstudie des Preisträgers Helge Bofinger aus dem Jahr 1983 blieb das Gelände zunächst unbebaut, da der Bezirk Kreuzberg auf diese Grünfläche mit einem Spielplatz nicht verzichten wollte. Später wurde an dieser Stelle das Willy-Brandt-Haus errichtet. Realisiert wurde hingegen die Wiederherstellung der Blockrandbebauung zwischen der Stresemannstraße 38, 42–46 und der Wilhelmstraße 131 sowie 136–139, die eine Passagenbebauung mit 97 Wohnungen, darunter ein Haus mit zwölf Seniorenwohnungen und einem Gemeinschaftsraum vorsah. Weiterhin entstand ein Haus mit zwölf Wohnungen für Menschen mit spastischer Behinderung, ein Gemeinschaftsraum mit Werkstatt sowie vier Wohnungserweiterungen. Die vorgesehene Bebauung am Stadtplatz rund um die Hallesche Straße, Großbeerenstraße und Stresemannstraße in Anlehnung an den Schinkelplatz mit einer „sichtbaren Korrespondenz zum Kreuzbergdenkmal“ wurde zu Gunsten einer weiteren Freifläche, dem heutigen Ida-Wolff-Platz, ebenfalls nicht verwirklicht.

Die ehemalige Akzisemauer wurde 1987 auf einem Teilstück in Höhe der Hausnummern 62–64 ausgegraben und rekonstruiert. Südlich des Ida-Wolff-Platzes erinnert ein Gleisstück im Mittelstreifen der Straße an die Berliner Verbindungsbahn.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Straße stehen einige interessante Bauwerke, die zum Teil denkmalgeschützt sind:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stresemannstraße (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Internationale Bauausstellung Berlin 1987 – Projektübersicht. Bauausstellung Berlin GmbH, Berlin 1987, keine ISBN.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Internationale Bauausstellung. In: Bezirkslexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  2. Internationale Bauausstellung Berlin 1987 – Projektübersicht, Internationale Bauausstellung 1984–1987 Berlin (Hrsg.), Berlin: Bauausstellung Berlin GmbH, 1987, S. 63. Keine ISBN.

Koordinaten: 52° 30′ 14,4″ N, 13° 22′ 58,3″ O