Strohfeuer

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Ein Strohfeuer ist eine Metapher, eine Redewendung für eine Handlungsweise oder einen Umstand, die oder der von einer starken Ausprägung einer Aktivität, etwa einer dichten Ereigniskette, gekennzeichnet ist, die jedoch nur kurz anhält. Ausschlaggebend ist, dass der ursächliche Auslöser nicht lange eine Aktivität motivierend in Gang halten kann, auch wenn er anfangs für eine durchaus heftige Aktivität sorgen konnte.

Stroh brennt schnell und groß, aber das Feuer findet schnell keine Nahrung mehr, da die Substanz aufgebraucht ist.

Die Metapher scheint auf den römischen Dichter Vergil zurückzugehen. Er charakterisiert Versuche sexueller Aktivität in höherem Alter als „ein gewaltiges Feuer im Stroh ohne Wirkung“.[1]

Der Begriff Strohfeuer wird vor allem pejorativ verstanden und gebraucht. Im Französischen gibt es eine vergleichbare Redewendung: „ce n'est qu'un feu de paille“, „das ist nur ein Strohfeuer“.[2]

Es gibt unter Politikern sowie unter Wirtschaftswissenschaftlern, speziell unter Volkswirten, seit langem eine Debatte, ob Konjunkturprogramme mehr als einen Strohfeuereffekt haben können.[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vergil, Georgica 3.99: „in stipulis magnus sine viribus ignis“. Zum Verständnis ist es hilfreich, zu wissen, dass vires ausdrücklich auch Zeugungskraft bedeutet.
  2. Äquivalenzen zwischen Französisch und Deutsch:[1]
  3. Beispiele: Heiner Flassbeck: Pro (PDF; 15 kB), Patrick Welter: Contra