Strudelbach

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Strudelbach
Strudelbach in Riet

Strudelbach in Riet

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238458
Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Enz → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle Bei Flacht
48° 49′ 44″ N, 8° 54′ 30″ O
Quellhöhe ca. 419 m ü. NN[1]
Mündung Bei Enzweihingen von rechts in die EnzKoordinaten: 48° 55′ 13″ N, 8° 59′ 29″ O
48° 55′ 13″ N, 8° 59′ 29″ O
Mündungshöhe ca. 195 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 224 m
Länge 15,3 km[1]
Einzugsgebiet 127,3 km²[1]

Linke Nebenflüsse Kreuzbach
Einwohner im Einzugsgebiet ca. 19000 (2005)
Strudelbach vor der Mündung in die Enz

Strudelbach vor der Mündung in die Enz

Der Strudelbach ist ein etwa 15 km langer rechter Nebenfluss der unteren Enz in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Strudelbach entspringt am Sportplatz in Weissach-Flacht im Landkreis Böblingen und durchfließt in nordöstlicher Richtung das teils enge und bis zu ca. 100 m tief in die Landschaft eingegrabene Strudelbachtal. Zwischen Weissach und Eberdingen kreuzt er die Grenze zum Landkreis Ludwigsburg. Nach insgesamt 15 km mündet er in Enzweihingen in die Enz.

In seinem Verlauf berührt oder durchfließt der Strudelbach die Ortschaften Flacht, Weissach, Eberdingen, Riet und Enzweihingen, und bildet eine natürliche Grenze zwischen dem Strohgäu und dem Heckengäu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedelungsgeschichte des Strudelbachs reicht nachweislich bis weit ins 4. Jahrtausend v. Chr. zurück.

Der Strudelbach war wegen seiner zu geringen Größe nie ein Verkehrsweg. Sein Wasser trieb jedoch viele Mühlen an; mindestens zehn gab es am Strudelbach und in mindestens zwei Betrieben wird seine Wasserkraft heute noch genutzt.

Der Bach hat bis zum Zufluss des einzigen dauerhaften Nebenflusses Kreuzbachs von links schon im Mündungsort Enzweihingen ein Einzugsgebiet von 54,4 km²[1], das der auch längere Kreuzbach dann mit seinem Teileinzugsgebiet von 71,7 km²[1] mehr als verdoppelt. An seiner eigenen Mündung weniger als 1,5 km abwärts von hier und 15,3 km unterhalb seiner Quelle sind es 127,3 km² geworden. Trotz dieser großen Entwässerungsfläche und obwohl besonders in den Ortslagen das Bachprofil recht eng ist, sind vom Strudelbach keine gravierenden Überschwemmungen bekannt so wie von anderen Flüssen der Umgebung. Zwischen den Ortschaften kann der Strudelbach noch heute großflächig ausufern.

Beim letzten Hochwasser am 6. Juli 2006 wurde in Enzweihingen unterhalb des Kreuzbach-Zulaufs ein Abfluss von 13 m³/s gemessen, der durchschnittliche liegt bei ca. 2 m³/s. Schäden in den Ortschaften durch dieses Ereignis sind, abgesehen von Reinigungsarbeiten, nicht bekannt.

Das nach Zeitzeugen bisher größte Hochwasser des Strudelbachs war im Februar 1940, als zu einem starken Wärmeeinbruch mit rascher Schneeschmelze noch heftiger Regen hinzukam. Dabei wurden nur die Straßen und Gärten direkt am Strudelbach überschwemmt.

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Strudelbach fließt in einem landwirtschaftlich und industriell wenig genutzten Tal.

Die steilen Seitenhänge des Strudelbachtals, besonders an den Einmündungen kleiner Seitentäler, wurden lange Zeit von Winzern genutzt. Heute wird hier Wein nur noch vereinzelt aus Liebhaberei angebaut. Manche ehemalige Weinberge werden als Freizeitgelände genutzt; viele sind inzwischen jedoch vollständig verwildert und bieten einen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahnlinie der Strohgäubahn Weissach–Korntal, mit Museumszug Feuriger Elias.
  • Dorfkern Eberdingen mit Martinskirche
  • Dorfkern Riet mit Schloss, Pumpenhaus und Kirche St. Stephan

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Kartendienste der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]