Strzelin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strzelin
Wappen von Strzelin
Strzelin (Polen)
Strzelin
Strzelin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Strzelin
Fläche: 10,32 km²
Geographische Lage: 50° 47′ N, 17° 4′ OKoordinaten: 50° 47′ 0″ N, 17° 4′ 0″ O
Höhe: 173 m n.p.m.
Einwohner: 12.523
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 57-100
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DzierżoniówBrzeg
Schienenweg: Breslau–Kamieniec Ząbkowicki
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 45 Ortschaften
36 Schulzenämter
Fläche: 171,69 km²
Einwohner: 22.105
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0217043
Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Dorota Pawnuk
Adresse: ul. Ząbkowicka 11
57-100 Strzelin
Webpräsenz: www.strzelin.pl



Strzelin [ˈstʃɛlin] (deutsch Strehlen) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie ist zugleich Sitz des Powiat Strzeliński (Strehlener Distrikt). Die Granitsteinbrüche in Strzelin gehören zu den größten in Europa.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in Niederschlesien an der Ohle am Fuß der Strehlener Berge (Wzgórza Strzelinskie), etwa 40 Kilometer südlich von Breslau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strehlen und seine Nachbarorte auf einer Landkarte von 1905.
Gotteshaus der tschechischen evangelischen Kirchengemeinde
Stadtzentrum Strzelin
Wohnhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Kirche des Heiligen Kreuzes
Turm des alten Rathausgebäudes auf dem Rathausplatz

Strehlen erhielt 1293 vom Herzog Boleslaw I. von Schweidnitz deutsches Stadtrecht.[2]

Seit dem 18. Jahrhundert beheimatete Strehlen mit seiner Umgebung eine bedeutende ethnische Minderheit tschechischsprachiger Glaubensflüchtlinge und Siedler aus Böhmen. Der Ort Hussinetz (heute: Gęsiniec) im Landkreis Strehlen galt als wichtigster Siedlungsort dieser Nachfolger der Gemeinden von Jan Hus.

Um 1900 hatte Strehlen zwei evangelische, eine altlutherischem und eine katholische Kirche, eine Synagoge, ein Amtsgericht und ein Gymnasium.[2]

Bis zum Jahr 1945 war Strehle Verwaltungssitz Landkreises Strehlen im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Die Stadt erlitt am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 schwere Zerstörungen, da sie zwischen Wehrmacht und Roter Armee hart umkämpft war. Die Bevölkerung der Stadt war vor Eintreffen der Roten Armee evakuiert worden. Nach Kriegsende wurde die Stadt von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit fast ganz Schlesien unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Strehlen die Ortsbezeichnung Strzelin ein. Soweit noch deutsche Bewohner anwesend waren, wurden diese in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Strehlen vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1875 6.289 [3]
1880 7.261 [3]
1890 9.016 davon 6.471 Evangelische, 2.433 Katholiken und 108 Juden[3]
1905 8.999 davon 2.433 Katholiken und 64 Juden[2].
1925 10.142 davon 7.422 Evangelische, 2.578 Katholiken, acht sonstige Christen, 59 Juden[3]
1933 11.364 davon 8.488 Evangelische, 2.643 Katholiken, ein sonstiger Christ, 51 Juden[3]
1939 12.290 davon 9.110 Evangelische, 2.904 Katholiken, 34 sonstige Christen, 14 Juden[3]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) gehören neben der Stadt Strzelin folgende 36 Ortsteile (deutsche Namen amtlich bis 1945)[4] mit einem Schulzenamt:

  • Kryniczno
  • Biały Kościół (Steinkirche)
  • Biedrzychów (Friedersdorf)
  • Bierzyn (Bärzdorf)
  • Brożec (Brosewitz)
  • Chociwel (Kuschlau)
  • Częszyce (Tschauschwitz, 1937–1945 Ohletal)
  • Dankowice (Danchwitz)
  • Dębniki (Eichwald)
  • Dobrogoszcz (Dobergast)
  • Gębice (Gambitz u. Neu Karlsdorf, 1937–1945 Karlsdorf)
  • Gębczyce (Geppersdorf)
  • Gęsiniec (Hussinetz, 1937–1945 Friedrichstein)
  • Głęboka (Glambach)
  • Gościęcice (Mehltheuer-Podiebrad, 1937–1945 Mehltheuer)
  • Górzec (Gurtsch)
  • Karszów (Karschau)
  • Karszówek (Karisch)
  • Kazanów (Schildberg)
  • Krzepice (Krippitz)
  • Kuropatnik (Töppendorf)
  • Ludów Polski (Klein Lauden)
  • Mikoszów (Niklasdorf)
  • Muchowiec (Mückendorf)
  • Nieszkowice (Neobschütz, 1937–1945 Kaltwassertal)
  • Nowolesie (Waldneudorf)
  • Pęcz (Pentsch)
  • Piotrowice (Peterwitz)
  • Pławna (Plohe)
  • Skoroszowice (Korschwitz)
  • Strzegów (Striege)
  • Szczawin (Saegen)
  • Szczodrowice (Wammen)
  • Trześnie (Birkkretscham)
  • Warkocz (Warkotsch, 1937–1945 Friedfelde)
  • Wąwolnica (Wammelwitz)
  • Żeleźnik (Eisenberg)

Weitere Ortschaften der Gemeinde ohne Schulzenamt sind:

  • Gliczyna
  • Góra
  • Grabiny
  • Kaczów
  • Maszyce
  • Mojków
  • Myszkowice
  • Plo (Plohmühle)
  • Ulica
  • Zimne Doły

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Strzelin liegt an der Kreuzung der Bahnstrecke Wrocław–Międzylesie mit der stillgelegten Bahnstrecke Brzeg–Łagiewniki Dzierżoniowskie. Im Bahnhof der Ortschaft Głęboka an letzterer Strecke endete ferner früher die Bahnstrecke Grodków Śląski–Głęboka Śląska.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt ist der Fußballverein Strzelinianka Strzelin ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt
Sonstige
  • Franz Xaver Görlich (1801–1881), katholischer Geistlicher, Pädagoge und Schriftsteller, wirkte 1842–1857 als Seelsorger in Strehlen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Strzelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig und Wien 1909, S. 113–114.
  3. a b c d e f http://www.verwaltungsgeschichte.de/strehlen.html
  4. Das Genealogische Orts-Verzeichnis