Studentenkarzer (Heidelberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
hinter dieser Fassade des Barockgebäudes in der Augustinergasse 24 befindet sich der Zugang zum letzten Karzer der Heidelberger Universität

Der letzte Karzer für Heidelberger Studenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandermalereien in dem Raum, der für Mitglieder der Corps vorgesehen war.

Der Karzer in der Augustinergasse 24[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Studentenkarzer der Geschichte Heidelbergs befand sich in der Augustinergasse 24 und diente als Gefängnis für Studenten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Heute ist er als Museum, Teil des Museums zur Geschichte der Universität, der Alten Universität Heidelberg angegliedert.

Im 14. Jahrhundert hatte die Universität eine eigene Gerichtsbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studentenkarzer mit Couleurmalereien der „Inhaftierten“ (Burschenschaft Allemannia) von 1901:
Einer für Alle, Alle für Einen!
Weil wir als ehrliche Leute 5 auf der Strasse gefundene Bausteine auf der Polypei ablieferten, indem wir sie mit der Bezeichnung Fundobjekt in die Wachstube warfen, sitzen wir hier als Märtyrer unserer Ehrlichkeit!
Cave Amtmann. (lat.: Gib acht, Amtmann!) Der Igel sticht!
Vom 2. bis 7. Juli 1901
Natürlich unschuldig !!!!! (!)

Die Institution eines Karzers für Studenten in Heidelberg führt zurück bis ins 14. Jh., der Zeit der Gründung der Universität, als diese noch eine eigene Gerichtsbarkeit, Akademische Gerichtsbarkeit für Studenten ausübte.

Im 16. Jahrhundert wurden Haftstrafen üblich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Einrichtung eines Studentenkarzers wurden im 16. Jahrhundert Haftstrafen üblich. In Heidelberg hielten sich diese Rechtsverhältnisse bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. - Die bunten Wandmalereien stammen erst aus den letzten Jahrzehnten der Nutzung des Karzers. In den letzten Jahrzehnten seiner Bestimmung, war das Absitzen der Haftstrafe im Karzer für Studenten nur noch eine Gaudi, die sie mit Stolz erfüllte hier inhaftiert gewesen zu sein, sich mit Namen und Konterfei und den Abzeichen ihrer jeweiligen Studentenverbindung an den Wänden verewigt zu haben.

Die Studenten wurden nach Verbindungszugehörigkeit unterschieden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der damaligen, stark von Studentenverbindungen geprägten Zeit war es üblich, die inhaftierten Studenten jeweils nach Art ihrer Verbindung Corps, Burschenschaft, Landsmannschaft etc. getrennt festzusetzen. Studenten unterschiedlicher Verbindungen könnten ansonsten Händel untereinander beginnen, was zu Tumultartigen Zuständen während der Inhaftierung hätte führen können. Die erhaltenen Wandmalereien im Heidelberger Studentenkarzer stammen ausschließlich von Studenten die an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg immatrikuliert waren.

Der Heidelberger Studentenkarzer ist eine beliebte Sehenswürdigkeit von Heidelberg Besuchern und Heidelberg Touristen. Der Zugang zum Studenten Karzer befindet sich in der Augustinergasse 24, unweit des Universitätsplatzes in der Heidelberger Altstadt. Er kann zusammen mit dem Universitätsmuseum Eingang Universitätsplatz Grabengasse besucht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tilmann Bechert: Der Heidelberger Studentenkarzer. Heidelberg 1995.
  • Eckhard Oberdörfer: Der Heidelberger Karzer. Köln 2005, ISBN 3-89498-132-6 (vergleicht ihn mit Halle, Greifswald und Kiel)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karzer (Heidelberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 24′ 41″ N, 8° 42′ 24″ O