Studentenwohnheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Studentenwohnheime in Stuttgart

Ein Studentenwohnheim (teilweise auch Studentenwohnanlage oder Studentendorf, in Österreich kurz Studentenheim genannt) ist eine Unterkunft für Studenten. Sie können hier während des Studiums kostengünstig wohnen, meist in kleinen Einzelzimmern oder in Wohngemeinschaften.

In den USA und in Großbritannien sind die Unterkünfte der Studenten oft in einen verwaltungsorganisatorisch zusammengehörenden Campus integriert. In Großbritannien sind zum Teil auch noch Schlafsäle üblich, in den USA sind größere Wohnheimkomplexe Standard. In Deutschland und Österreich gibt es zahlreiche eigene Trägervereine, die den Studenten die Wohnplätze vermieten.

Deutschland[Bearbeiten]

„Allmandring I“ in Stuttgart
Wohnheim I in der ehemaligen Münzstätte aus dem Jahr 1726 (Clausthal)

In Deutschland werden Studentenwohnheime meist von den örtlichen Studentenwerken betrieben, die Anstalten des öffentlichen Rechts sind. Es gibt aber auch viele selbstverwaltete, privat oder von der Kirche betriebene Studentenwohnheime. Die größte zusammenhängende Wohnanlage eines deutschen Studentenwerks ist die Studentenstadt Freimann in München. Das größte private, selbstverwaltete Studentenwohnheim Deutschlands ist das Hans-Dickmann-Kolleg („HaDiKo“) in Karlsruhe.

In Deutschland wohnten 2003 schätzungsweise 11,6 Prozent aller Studierenden in Wohnanlagen. Dieser Anteil sinkt gegenwärtig, da eine steigende Zahl von Studenten auf eine gleichbleibende Anzahl von Zimmern verteilt werden muss.[1]

Für kostengünstigen Wohnraum werden von privaten Anbietern beispielsweise in Berlin oder München auch Containerdörfer als beständig installiertes Wohnheim für Studenten angeboten.[2]

Während sich in kleineren Städten mit Campus-Hochschulen die Wohnheime meist direkt auf dem Campus befinden, liegen sie in größeren Städten oder bei Universitäten in historischen Altstädten meist weit außerhalb.

Etwa seit Ende der 1990er Jahre sind die meisten Studentenwohnheime mit Internetanschlüssen ausgestattet.

Die größten Heimträger in Deutschland Anzahl der Heime Anzahl der Heimplätze
deutsche Studentenwerke insgesamt 1046 172.500 (ca.)
Studentenwerk Berlin 35 9.500 (ca.)
Studentenwerk München 24 9200 (ca.)
Studentenwerk Thüringen 60 7710 (ca.)
Studentenwerk Dresden 35 7436
Studentenwerk Münster 19 5947
Studentenwerk Tübingen-Hohenheim 13 5300 (ca.)
Studentenwerk Leipzig 15 5198
Studentenwerk Stuttgart 25 5100 (ca.)
Studentenwerk Göttingen 47 4855
Studentenwerk Köln 85 4600 (ca.)
Studentenwerk Aachen 22 4400 (ca.)
Studentenwerk Halle 29 4254
Studentenwerk Frankfurt (Oder) 17 4220
Studentenwerk Bonn 35 4200
Studentenwerk Freiburg 12 3800 (ca.)
Studierendenwerk Hamburg 21 3723
Studentenwerk Bochum 19 4300
Studentenwerk Erlangen-Nürnberg 19 3500 (ca.)
Studentenwerk Düsseldorf 16 3350
Studentenwerk Schleswig-Holstein 22 3233
Studentenwerk Braunschweig 22 3175
Studentenwerk Chemnitz-Zwickau 14 3115
Studentenwerk Würzburg 17 3100
Studentenwerk Darmstadt 14 2739
Studentenwerk Dortmund 13 2671
Studentenwerk Mainz 11 2640
Studentenwerk Mannheim 15 2577
Studentenwerk Gießen 10 2557
Studentenwerk Potsdam 9 2496
Studentenwerk Rostock 8 2441
Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz 16 2400
Studentenwerk Duisburg-Essen 15 2400 (ca.)
Studentenwerk Bodensee 17 2288
Studentenwerk Hannover 14 2262
Studentenwerk Karlsruhe 20 2145
Studentenwerk Marburg 13 2093
Studentenwerk Magdeburg 19 2000 (ca.)
Studentenwerk Bielefeld 11 2000 (ca.)
Studentenwerk Oldenburg 13 1948
Studentenwerk Hohenheim 16 1838
Studentenwerk Osnabrück 26 1800 (ca.)
Studentenwerk Ulm 14 1782
Studentenwerk Greifswald 8 1690
Studentenwerk Frankfurt am Main 16 1750 (ca.)
Studentenwerk Oberfranken 12 1598
Studierendenwerk Trier 6 1484
Studentenwerk Bremen 10 1427
Studentenwerk Kaiserslautern 18 1400
Studentenwerk Augsburg 8 1394
Studentenwohnheim des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) 4 1273[3]
Hochschul-Sozialwerk Wuppertal 16 1085
Studentenwerk Saarbrücken 9 1073
Stand: Online-Veröffentlichung der Studentenwerke, Stand März 2006
Berücksichtigt wurden nur Träger mit mehr als 1000 Wohnplätzen

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich sind die Heimträger private Vereine. Viele von ihnen besitzen aber ein enges Verhältnis zu politischen Parteien, Interessenvertretungen, Gebietskörperschaften oder kirchlichen Einrichtungen. Sie arbeiten nicht profitorientiert und gemeinnützig. Die meisten Heimträger betreiben nur ein Studentenwohnheim, allerdings gibt es auch Heimträger, die zehn und mehr Heime führen. Im Wintersemester 1997/98 gab es 192 Studentenheime mit 23976 Heimplätzen in Österreich, die von 105 Heimträgern verwaltet wurden.

Studentenwohnheime gibt es in den Universitäts- und Fachhochschulstandorten Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Linz, Leoben, Klagenfurt, Hagenberg im Mühlkreis, Dornbirn, Wiener Neustadt und Eisenstadt.

Die größten Heimträger in Österreich Anzahl der Heime Anzahl der Heimplätze
Akademikerhilfe 14 2919
STUWO Gemeinnützige Studentenwohnbau AG 7 1925
Österreichische Jungarbeiterbewegung (ÖJAB) 20 3800[4]
Österreichische Studentenförderungsstiftung 15 1999
Kuratorium Adolf Schärf Studentenheime 6 1623
Wirtschaftshilfe der Arbeiterstudenten 9 852
Wirtschaftshilfe Bundesländer (gesamt) 24 3144
Stand 2001/02 bzw. 2005/06, Tochtergesellschaften nicht berücksichtigt.

Laut der Studierenden-Sozialerhebung 2006 wohnten 9,9 Prozent der Studierenden in Studentenwohnheimen. Die durchschnittlichen Wohnkosten betragen österreichweit € 232 (zum Vergleich: Studenten in Wohngemeinschaften: € 277, Studenten mit eigenem Haushalt: € 347).

Im Jahr 1998 wohnten noch 11 Prozent der österreichischen Studenten in Studentenwohnheimen. Ihre monatlichen Wohnkosten beliefen sich dabei im Durchschnitt auf 2690 öS (zum Vergleich: Studenten in Wohngemeinschaften: 3470 öS. Studenten mit eigenem Haushalt: 4220 öS.).

Die Investitonsförderungen für Studentenwohnheime durch die öffentliche Hand wird zur „indirekten Studentenförderung“ gezählt.

Grundsätzliche gesetzliche Regelungen für das Leben in Studentenwohnheimen sind seit 1986 durch das Studentenheimgesetz (BGBL. 291/1986) festgelegt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Student housing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Studentenwohnheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks 2003
  2. Frachtcontainer werden in Berlin zur Studentenwohnung, berlin.de – offizielle Website. Abgerufen am 24. Dezember 2013.
  3. Anzahl der Zimmer für das HaDiKo, die Insterburg, das HFK und das KaR
  4. Bei der ÖJAB sind in den obigen Zahlen (Stand: September 2011) auch 3 Jugendwohnheime mit 350 Wohnplätzen enthalten, die nicht nur Studentinnen und Studenten, sondern auch andere junge Menschen aufnehmen, z.B. Lehrlinge, junge ArbeitnehmerInnen.