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Studentenproteste in Österreich 2009/2010

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Proteste und Besetzung am Hauptgebäude der Universität Wien, Oktober 2009

Im Zuge von Studentenprotesten in Österreich gegen Beschränkungen des Hochschulzuganges wurden ab Ende Oktober 2009 an vielen österreichischen Universitäten Hörsäle und weitere Räumlichkeiten besetzt, darunter die beiden größten Hörsäle Österreichs an der Universität Wien, sowie der größte Hörsaal der Universität Graz. Die Proteste stellten die größten Bildungsproteste der letzten Jahre in Österreich dar, wurden in der internationalen Presse wahrgenommen[1] und führten innerhalb Österreichs zu einer breiten Diskussion über die Bildungspolitik.

Persönlichkeiten aus dem Bildungsbereich, der Politik und Zivilgesellschaft, den Gewerkschaften, aus Kunst und Kultur und den Medien haben sich mit den Protestierenden auseinandergesetzt und zum Teil solidarisiert. Die Protestierenden waren basisdemokratisch organisiert und das Internet spielte eine zentrale Rolle bei der Kommunikation. Neben Großdemonstrationen wurden zahlreiche Arbeitsgruppen gebildet und weitere Aktionen gestartet; in den besetzten Hörsälen wurden neben dem Plenum, auf dem Entscheidungen gefällt wurden, auch Kultur- und Bildungsveranstaltungen abgehalten. Gefordert wurde unter anderem die Ausfinanzierung und Demokratisierung der Universitäten, die Abschaffung bzw. Nichteinführung der Studiengebühren und ein freier Hochschulzugang. Ein zentraler Slogan der Proteste lautete: „Bildung statt Ausbildung“. Die Proteste verliefen oftmals unter dem gemeinsamen symbolischen Motto „Uni brennt“ bzw. „Unsere Uni“.

Nachdem sich die Proteste nach der erzwungenen Räumung des Audimax an der Universität Wien Ende Dezember beruhigten bzw. verflachten, fanden zu Beginn des Sommersemesters 2010 im Zuge des in Wien am 11. März stattfindenden Bologna-Gipfels zur Bologna-Reform noch einmal größere Proteste und Gegenveranstaltungen – oftmals unter dem Namen „Bologna burns“ – statt.

Besetztes Audimax der Universität Wien, Oktober 2009

Den Anfang nahmen die Proteste mit der Besetzung[2] der Aula der Akademie der bildenden Künste Wien durch Studenten und Lehrpersonal am 20. Oktober 2009, die gemeinsam gegen die unmittelbar bevorstehende Einführung des Bologna-Systems durch das Rektorat protestierten. Nach einer Solidaritäts-Kundgebung, die am 22. Oktober vom Votivpark zur Universität Wien zog, wurde spontan das Audimax der Universität Wien besetzt. Von da an fanden Plena in den besetzten Hörsälen statt, auf denen basisdemokratische Diskussionen stattfanden und Abstimmungen abgehalten wurden. Es hatten sich zahlreiche Arbeitsgruppen gebildet, die neben dem Plenum die Hauptorganisatoren des Protests waren. In den Tagen nach dem 22. Oktober 2009 weiteten sich die Proteste auf andere Universitäten aus. So wurde am 23. Oktober die Vorklinik der Universität Graz von rund 50 Studierenden besetzt,[3] am 27. Oktober folgten der Hörsaal C1, der nach dem Audimax zweitgrößte Hörsaal der Universität Wien, am Wiener Uni-Campus sowie der Hörsaal 1 im Freihaus der Technischen Universität Wien, wie nach einer Abstimmung unter 500 Anwesenden der „Vollversammlung“ beschlossen wurde. Weiters wurden an diesem Tag die Aula der Universität Klagenfurt sowie der Hörsaal 1 der Universität Linz besetzt (der am 6. November mangels Aktivisten wieder freigegeben wurde[4] Stattdessen wurde am 11. November der Hörsaal 3 besetzt.[5]).[6] Am 28. Oktober, nach einer Protestkundgebung, folgte die Besetzung des Hörsaales 381 der Universität Salzburg am Rudolfskai durch rund 300 Personen[7] und am 29. Oktober wurden die Aula der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Innsbruck, nach einer Demonstration, sowie der Hörsaal BE01 an der TU Graz, nach einer Vollversammlung, besetzt.[8] Am 6. November übersiedelte die Besetzung in Absprache mit dem Rektorat in den größeren Hörsaal 2 im Hauptgebäude der TU Graz.[9]

Polizeiliche Räumung des Audimax, 21. Dezember 2009

An der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) wurden am 28. Oktober 2009 mehrere seit Jahren leerstehende Räume im Obergeschoß des Türkenwirt-Gebäudes (TÜWI), dessen Untergeschoß von der ÖH genutzt wurde, in Einvernehmen mit dem Rektorat „besetzt“. Zu den Forderungen dieser Gruppe zählte unter anderem, das Gebäude in ein seit langem gefordertes „Haus der Studierenden“ umzuwandeln.[10] Somit waren österreichweit Räume, vorwiegend große Hörsäle und Aulen, oft unter Duldung oder aktiver Unterstützung durch die Rektorate, an elf Universitätsstandorten besetzt. Mit Ausnahme der Wirtschaftsuniversität Wien wurden Hörsäle an vier der fünf größten Universitäten Österreichs besetzt, darunter mit der Universität Wien die größte Universität im deutschsprachigen Raum.

Im Audimax der Universität Wien fanden ab etwa Mitte November auch Obdachlose Zuflucht, die dort übernachten konnten und deren Versorgung von den Protestierenden mitübernommen wurde. In den frühen Morgenstunden des 21. Dezember, am 61. Tag der Proteste, wurde das Audimax nach einem Beschluss des Rektorats in Anwesenheit der Polizei geräumt. Zum Zeitpunkt der Räumung befanden sich, nach Angaben des Rektorats, etwa 15 Studierende und 80 Obdachlose vor Ort.[11] Weiterhin besetzt blieb vorerst der Hörsaal C1, der am 6. Jänner 2010 geräumt wurde. In Gesprächen zwischen Rektorat und dem Besetzern wurde vereinbart, dass sie andere Räume der Universität für die Treffen der Arbeitsgruppen nutzen können.[12]

Kurzfristige Besetzungen gab es am 10. Mai, als in Reaktion auf die Schließung des letzten der Bewegung zur Verfügung gestellten Raumes etwa 50 Personen das Rektorat der Universität Wien für etwa zwei Stunden besetzten, sowie im Anschluss das Audimax, das ebenfalls für etwa zwei Stunden von bis zu 300 Personen besetzt wurde. In beiden Fällen verließen die Studenten die Räume, nachdem die Polizei die Räumungsanordnung verlas.[13] Am 14. Mai besetzte eine kleine Gruppe für eine halbe Stunde das Wissenschaftsministerium. Zuvor wurde an einer gemeinsamen Pressekonferenz der ÖH und „unibrennt“ der Ausstieg aus dem Hochschuldialog bekannt gegeben.[14]

Demonstration am 28. Oktober 2009 auf der Wiener Ringstraße
Demonstration am 5. November 2009 am Urban-Loritz-Platz

Eine Woche nach den ersten Besetzungen, am 28. Oktober, fand ein Demonstrationszug, ausgehend von der Wiener Universität unter dem Motto „Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne“ statt. Während die Polizei die Anzahl an Demonstrierenden offiziell mit 10.000 bezifferte, sprachen die Veranstalter selbst von etwa 50.000 Personen.[15]

Am 5. November fand gemeinsam mit dem sogenannten bundesweiten Bildungsstreik in Deutschland eine länderübergreifende Aktion statt, die in Österreich als „Bildungsaktionstag“ angekündigt wurde.[16] Teil dieses „Aktionstages“ waren unter anderem diverse Flashmob-artige Aktionen in Wien und Graz, darunter etwa die vorübergehende „Belagerung“ des Büros von Wissenschaftsminister Hahn (der jedoch nicht anwesend war) durch etwa 70 Studenten, die unbemerkt in das Wissenschaftsministerium eindrangen. Am Nachmittag und Abend fanden in mehreren Landeshauptstädten Demonstrationen statt: So demonstrierten in Bregenz rund 250 Schüler, in Salzburg 400 Studenten, in Linz 500, in Graz 1200 und in Wien etwa 8000 bis 20.000 Studenten.[17]

Neben den Großveranstaltungen gab es eine Vielzahl von dezentralen, kleineren Aktionen und Veranstaltungen, die in ganz Österreich stattfanden. Dazu zählten unter anderem ein Flashmob im Wissenschaftsministerium[18], eine Aktion in drei Akten anlässlich der Eröffnung eines neuen Institutsgebäudes der BOKU[19] sowie eine alternative Angelobung zur Bildung.[20] Von der Gruppierung „Unsere WU“ wurde zudem die Aktion „Österreich sucht den/die SuperwissenschaftsministerIn“ gestartet.[21]

Am 14. November 2009 stürmten 150 bis 200 Studenten während der Pause die Bühne des Wiener Burgtheaters und enthüllten ein Transparent mit einem Zitat von Bert Brecht: „Schwierigkeiten werden nicht dadurch überwunden, dass sie verschwiegen werden.“ Nach der Verkündung ihrer Forderungen verließen die Studenten nach einigen Minuten freiwillig die Bühne.[22]

Am 17. November fand ein internationaler Aktionstag statt. Insgesamt kam es im November zu Besetzungen der Hörsäle in mehr als 60 Städten.

Am 25. November wurde neben der Teilnahme von Sprechern der Protestierendenbewegung am Hochschuldialog von Wissenschaftsminister Hahn ein offener Alternativdialog der Protestierenden angeboten, zu dem sich u. a. Andreas Mailath-Pokorny ankündigte, Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien.

Bologna-Gipfel 2010

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Im Zuge des am 11. März in Wien stattfindenden Bologna-Gipfels zur Bologna-Reform fanden erneut Proteste und Gegenveranstaltungen statt. Einen Tag vor Gipfelbeginn wurde der größte Hörsaal des Neuen Institutsgebäudes (NIG) der Universität Wien von 300–400 Personen über Nacht besetzt und danach wieder freiwillig geräumt.[23][24]

Am Tag des Gipfelbeginns fand ab 15 Uhr eine von 63 Organisationen unterstützte Demonstration mit bis zu 12.000 Teilnehmenden unter dem Motto „Gemeinsam Bildungs- und Sozialabbau entgegentreten!“ statt. Daneben gab es noch weitere Aktionen im Schillerpark an der Akademie der bildenden Künste, an der Universität Wien, der Technischen Universität sowie am Graben. Im Vorfeld errichtete die Polizei weiträumige Absperrungen rund um den Veranstaltungsort. Neben österreichischen Studierenden nahmen auch Studierende aus Deutschland, der Schweiz, Türkei, Frankreich, Italien, Spanien, Serbien usw. an den Protesten teil. Die Medien gaben meist nur die von Veranstaltern (12.000) und Polizei (3.200 für den Hauptdemonstrationszug) kolportierten Zahlen an, beschränkten sich selbst darauf, von tausenden Demonstrierenden zu sprechen. Nach Ende der Demonstration fanden bis zum späten Abend Blockadeaktionen – von der Protestbewegung als „Zugangsbeschränkungen“ bezeichnet – der Gipfelteilnehmer statt. Dies führte zu einer einstündigen Verzögerung der Eröffnungsfeier des Bologna-Gipfels.[25][26][27][28]

Am Gipfel konnte die ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer teilnehmen und dort die Protestforderungen in Gesprächen mit den Ministern einbringen.[29]

Am 12. und 13. März fand am Campus der Universität Wien ein Gegengipfel statt.

Protestvernetzung

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Die Proteste wurden nicht zentral von Organisationen wie etwa der offiziellen Vertretung österreichischer Studierender, der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft, oder anderen politischen Organisationen koordiniert, sondern durch die vor Ort anwesenden Personen, wesentlich unterstützt durch Soziale Medien.[30] Dieser Charakter verdeutlicht sich in der Verbreitung aktueller Informationen über Twitter,[31] Facebook,[32] Flickr,[33] oder Livestreams aus den besetzten Sälen.[34] Die grundlegende Organisation, wie Arbeitsgruppen, Volxküche für die Verpflegung, Reinigung der Räumlichkeiten und ähnliches, wurde in einem eigenen Wiki[35] koordiniert.

Die Facebook-Seite unibrennt ging bereits wenige Stunden nach Verkündung der Audimax-Besetzung online[36] und erreichte bis November 2009 über 30.000 „Fans“.[37] Zur Aufklärung der breiten Bevölkerung über die Anliegen der Protestbewegung wurde weiters eine eigene Protest-Zeitung mit einer Auflage von 1000 Stück herausgegeben (siehe Hauptartikel: Morgen - U-Bahnzeitung der Protestbewegung).[38] Auf Facebook haben sich auch Gegen- oder Alternativgruppierungen herausgebildet, die entweder die Besetzungen als Protestform oder die Proteste generell ablehnen, wie etwa „Studieren statt Blockieren“. Aktivität nach außen ging von diesen Gruppen allerdings nicht hervor.[39]

Die sozialen Netzwerke fungieren über den Informationsaustausch hinaus aber vor allem als Mobilisierungsplattform für reale Aktionen, Protestkundgebungen, Veranstaltungen, Versammlungen und Plena. Zur Vernetzung der verschiedenen Protestbewegungen untereinander wurde unter anderem das österreichweite Vernetzungsplenum (ÖVP) eingerichtet. Dieses findet regelmäßig in einem der besetzten oder zur Verfügung gestellten Hörsäle einer österreichischen Universität statt und dient im Rahmen der Studentenproteste dazu, den Studierenden aller besetzten Universitäten ein Forum zu geben, über gemeinsame Aktionen, Forderungen und Probleme zu diskutieren. Das Vernetzungsplenum hat keinerlei Entscheidungskompetenzen und dient lediglich der Koordination bundesweiter, aber auch der Abstimmung mit internationalen Aktionen und dem Austausch von Erfahrungen und Informationen.

Bei der Ars Electronica 2010 bekam der Aufbau des sozialen Netzwerkes eine Auszeichnung im Bereich der digitalen Community.[40]

Unterstützungen

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Unter den zahlreichen Solidaritätsbekundungen befinden sich auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten oder Gruppierungen, die ihrer Solidarität mit einem Besuch im besetzten Audimax Ausdruck verliehen. Zu Vorträgen und Gesprächen kamen unter anderem der Schweizer Soziologe, Politiker und ehemalige UN-Sonderberichterstatter Jean Ziegler, der Politiker Peter Pilz (Die Grünen), die Schriftsteller Robert Menasse, Klaus Werner-Lobo, Doron Rabinovici und Robert Schindel, der Falter-Herausgeber Armin Thurnher, der Schauspieler Hubert Kramar, der Philosoph Herbert Hrachovec, die Journalisten Corinna Milborn und Robert Misik, die Filmemacherin Ruth Beckermann und André Heller. Houchang und Tom-Dariush Allahyari präsentierten zusammen mit Ute Bock ihren Film Bock for President noch vor der eigentlichen Premiere während der Viennale im Audimax. Unter den Musikern, die vor den Besetzern spielten, waren die Liedermacher Konstantin Wecker und Hans Söllner, die amerikanische Punkband Anti-Flag und Bands wie Tocotronic, Gustav und Willi Resetarits mit Stubnblues. Auch Kabarettisten wie Maschek, Josef Hader und Florian Scheuba hatten Gastauftritte im Audimax.[41]

Der Protest wie die Forderung „Bildung statt Ausbildung“ wurde einer Umfrage zufolge von einer relativen Mehrheit (~ 40 %) der Österreicher unterstützt, während etwas mehr als 30 % der Befragten sich noch kein Bild gemacht haben, gefolgt von knapp unter 30 %, die die Proteste ablehnen.[42]

ECTS-Punkte als „Jagdobjekt“ nach dem Pac-Man-Prinzip

Aus dem Universitätsbereich wurde eine überwiegend positive oder zumindest neutrale Haltung zu den Protesten vernommen. Anzeigen gegen die Besetzer gab es an keiner Universität, zumeist wurde der Dialog mit den Besetzern gesucht. Dies lag daran, dass viele Rektoren die Forderungen der Besetzer zumindest teilweise nachvollziehen können und für unterstützenswert erachteten.

Rektoren und Dekane

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Laut Christoph Badelt, Präsident der Universitätenkonferenz und Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, fehlten „eine Milliarde Euro im Jahr, um Europareife zu haben“.[43] Die Universitätenkonferenz forderte einen rechtlich verbindlichen Wachstumspfad zur Erhöhung der Ausgaben für tertiäre Bildung auf 2 % des BIP bis 2015 (Ausgangswert: ca. 1,2 %[44]). Eine entsprechende Gesetzesvorlage, der die Erhöhung der Staatsausgaben für den tertiären Bildungsbereich von 2,772 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 3,634 Milliarden im Jahr 2015 vorsah, hatten die Rektoren bereits ausformuliert.[45]

Eine andere Meinung als die Besetzer vertrat Badelt jedoch im Bereich des Hochschulzugangs, wo er ein „Bekenntnis zu Zugangsregelungen in jenen Fächern, wo die Kapazitäten nicht reichen“ forderte.[46] Der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien und Vizepräsident der Universitätenkonferenz, Gerald Bast, meinte am Tag nach dem ersten Treffen des Hochschuldialogs von Minister Hahn am 25. November 2009, die Politik solle eine „angemessene Finanzierung“ der Unis endlich realisieren und nicht nur immer wieder beabsichtigen. „Ja, hätte man nicht so hohen Respekt vor dem Parlament und der Regierung, dann könnte man sich gefrotzelt fühlen“, so Bast.[45]

Der Rektor der größten österreichischen Universität, der Universität Wien, Georg Winckler, äußerte ebenfalls ein „gewisses Verständnis“ für die Proteste und sah die Politik am Zug.[47] Im Gegensatz zu manchen in Deutschland erfolgten Besetzungen, die von den Universitäten mithilfe der Polizei umgehend geräumt wurden, setze Winckler lieber „auf Dialog“. Die härtere Vorgangsweise in Deutschland führte Winckler auf mutmaßliche „Verhärtungen“ zurück, die aus vorangegangenen Protesten resultiert seien. Seine Sorge war weniger, dass die Hörsäle ruiniert würden, als „dass sich die österreichische Politik nicht mit den entscheidenden Fragen beschäftigt“. Zudem warnte er vor einem „Deutschen-Bashing“, denn schließlich sei die Universität Wien „froh über Internationalität“ und „eines der großen Probleme des Nachkriegsösterreich war das fehlende Bewusstsein, wie provinziell man in vielen Bereichen geworden war.“[48]

Der Rektor der Universität in Innsbruck, Karlheinz Töchterle, nannte die Besetzung „Universität im besten Sinn“. Er dankte, dass es die Protestierenden „mit Ihrer Aktion geschafft haben, die Themen Bildung und Hochschule auf die politische Tagesordnung zu setzen.“ Der Rektor der Universität in Linz, Richard Hagelauer, nahm nach eigener Aussage die „Forderungen der Hörsaalbesetzer […] sehr ernst“ und zeigte Gesprächsbereitschaft im Hinblick auf „berechtigte Anliegen der Studierenden.“[49] Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg, erklärte sich bereits zu Beginn der Proteste in Salzburg mit den Zielen der Besetzer grundsätzlich solidarisch, wies aber zugleich auf unterschiedliche Meinungen im Hinblick auf die Lösungswege hin.[50]

Die Dekane der Universität Wien stellten sich in vielen Bereichen hinter die Forderungen der Studierenden und bezeichneten die Unipolitik als „völlig jämmerlich“. Heinz Fassmann, der Dekan der Fakultät für Geowissenschaften, Geografie und Astronomie meinte: „Wir sprechen am Sonntag über Forschung und Lehre als Treibstoff einer rohstoffarmen Gesellschaft, und am Montag haben wir es schon vergessen.“ Die angeblich zusätzlichen 34 Mio. Euro für die Unis seien ein Etikettenschwindel, da diese ohnehin wieder nur aus dem Uni-Budget kämen. Der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Heinz Mayer forderte die Politik auf, mit den Studenten in einen echten Dialog zu treten, äußerte jedoch auch Kritik an der Besetzung der Hörsäle und meinte, man solle das „Wissenschaftsministerium besetzen – wenn schon“. Er habe der Hochschülerschaft Kooperation angeboten, wenn im Gegenzug das Audimax freigegeben werde.[51]

Auch von Seiten der Dekane der Katholisch-Theologischen und der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien kommt Unterstützung für die Studierenden. „Sie machen reale Probleme öffentlich sichtbar und fördern und fordern die politische Auseinandersetzung.“[52]

Vertretungen der Studierenden und Lehrenden

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Solidarisch mit den Besetzenden zeigten sich zahlreiche Lehrende und Lehrendenorganisationen, wie etwa die IG externe LektorInnen und freie WissenschafterInnen,[53] auf deren Initiative sich in Wien ein offenes „Lehrenden- und Forschendenplenum“ zusammenfand, das unterschiedliche Statusgruppen an unterschiedlichen Wiener Universitäten organisierte und mit dem Label „Squatting Teachers“ an Demonstrationen und Protestaktionen teilnahm. Dieses Plenum verabschiedete am 2. November 2009 einen umfangreichen Forderungskatalog.[54] Der UniversitätslehrerInnenverband (ULV) als (nach eigener Angabe) „mitgliederstärkste hochschulpolitische Organisation“ verwies darauf, dass viele Forderungen der Protestierenden seit 2004 im Rahmen der Initiative „Reparaturwerkstatt Universität“ auch vom ULV erhoben wurden.[55]

Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft betrachtete die Proteste „als starkes Zeichen für freie Bildung“[56] und forderte von der Politik, die „notwendigen Mittel für die Unis bereit[zu]stellen“.[57] Ein Beschluss der ÖH-Bundesvertretung, der eine zweckgebundene Verwendung von 100.000 Euro für friedliche Proteste ermöglichte, wurde von der Mehrheit der Mandatare mitgetragen. Die der ÖVP nahestehende Aktionsgemeinschaft (AG), die damals 22 Mandate hielt,[58] stimmte gegen den Antrag, den sie als „Subventionierung und Toleranz der Sachbeschädigungen“ und „Bankrott-Erklärung der linken ÖH-Minderheitenexekutive“ bezeichnete.[59]

Als eine der wenigen empirischen Studien zu den Studierendenprotesten und zur Bildungsdebatte wurde vom Verein IG-Soziologie Forschung im Auftrag der ÖH Ende 2009 eine Erhebung unter den Studierenden der vier Grazer Universitäten durchgeführt.[60]

In den Medien wurden die Proteste unterschiedlich rezipiert. Die Tageszeitung mit den ausführlichsten Berichten war der linksliberale Standard, der ab dem ersten Tag einen Liveticker aus dem Audimax auf seiner Website derstandard.at unterhielt.[61] Die bürgerlich-liberale Tageszeitung Die Presse reagierte anfangs zurückhaltend und übte vorwiegend Kritik an der Form und den Zielen des Protestes.[62] Der Kurier stimmte im Hinblick auf die unzureichende Finanzierung der Universitäten mit den Protestierenden überein, sah jedoch eher eine Beschränkung des freien Hochschulzugangs als mögliche Lösung[63] und thematisierte zugleich die nächtlichen Partys im Audimax den damit einhergehenden Genussmittelkonsum.[64]

Österreichs reichweitenstärkste Zeitung, die Kronen Zeitung, schien zunächst weder den Studierenden noch den Reaktionen der Politiker etwas abgewinnen zu können. So wurde beispielsweise eine irreführende Kurzmeldung über einen vermeintlich vermummten Aktivisten lanciert, der in Wahrheit unter Atemschutz ein Holzbrett besprühte.[65] Am Tag der Demonstration am 5. November titelte die Zeitung „Uni-Rebellen lösen Chaos in Wien aus“,[66] während Kommentator Michael Jeannée in seinem „Brief“ an die Audimax-Besetzer keinen Hehl aus seiner Abneigung ihnen gegenüber machte. Andererseits kritisierte Krone-Leitartikel-Schreiber Claus Pándi heftig die „Fehleinschätzungen“ der Politik, die die Uni-Missstände ignoriert und verleugnet hätte.[67]

Was die gratis in Ballungsräumen erscheinenden Zeitungen Österreich und Heute betrifft, fällt eine überwiegend positive Berichterstattung über die Proteste auf. Die Chefredakteure der beiden Blätter, Wolfgang Fellner und Richard Schmitt, schlugen sich in Leitartikeln und Kommentaren deutlich auf die Seite der Protestierenden, deren Anliegen starke Berechtigung hätten. Heute-Chefredakteur Schmitt bezeichnete die Kritiker aus dem Kurier wörtlich als „Spießbürger“ und die den Protesten ablehnend gegenüberstehenden Studierenden als „Jungspießer“.[68]

Das Nachrichtenmagazin Profil bezog deutlich Stellung auf Seiten der Protestgegner. Chefredakteur Christian Rainer polemisierte in seinem mit „Tupperware-Party im Audimax“ betitelten Leitkommentar gegen die Protestbewegung.[69]

Neutraler fiel die Berichterstattung im Fernsehen aus, wo der ORF, ATV sowie Puls TV Berichte, Reportagen und Diskussionsrunden durchführen. Gemeinhin kamen hierbei alle mehr oder weniger involvierten oder zuständigen Personen zu Wort.

International nimmt vor allem der deutschsprachige Raum Anteil an den Protesten. So widmete Die Zeit am 5. November 2009 ihre Titelseite unter rot-weiß-roter Hinterlegung den Studentenprotesten in Österreich.[70] Darüber hinaus berichtete unter anderem die französische Tageszeitung Le Monde noch in der ersten Besetzungswoche ausführlich über die Proteste in Österreich.[71] Auch das russische Staatsfernsehen beschäftige sich mit den Protesten.[72]

Im Jahr 2010 erschien der Dokumentarfilm #unibrennt – Bildungsprotest 2.0 von der AG Doku, der von coop99 produziert wurde. Er dokumentiert die Bewegung der Universitätsbesetzungen in Deutschland und Österreich und die vorbildhafte Bedeutung der Wiener Universitätsbesetzung.[73]

Regierungsparteien

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Verständnis für die Proteste zeigten unter anderem Bundeskanzler Werner Faymann[74] und Wiens Bürgermeister Michael Häupl[75] (beide SPÖ). Später sprach sich Faymann jedoch für „eine Art von Zugangsregelung“ aus, was ihm Kritik der Sozialistischen Jugend (SJÖ) und des Verbandes Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) einbrachte.[76]

Protestierende und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP)

Gegen die Proteste und Besetzungen sprachen sich Wissenschaftsminister Johannes Hahn und andere Persönlichkeiten aus der ÖVP aus. Hahn, der bereits im Sommer 2009 beim europäischen Forum Alpbach eine Diskussion um die Ausrichtung des österreichischen Hochschulraums angestoßen hatte, räumte jedoch ein, dass ein Teil der Kritik berechtigt sei.[77] Wenige Tage nach Beginn der Proteste verkündete er, 34 Millionen Euro aus der Reserve des Ministeriums zur Verbesserung der Studienbedingungen auszugeben. Mit den für 2009 und 2010 für Infrastruktur vorgesehenen 17 Millionen sollten damit zusätzlich insgesamt 68 Millionen Euro an die Universitäten gehen.[78] Weitere Maßnahmen wolle er jedoch zunächst nicht ergreifen.[9]

Um zentrale Fragen zur Weiterentwicklung der Universitäten zu klären, initiierte Johannes Hahn für den 25. November 2009 den „Dialog Hochschulpartnerschaft“. Unter den etwa 50 eingeladenen Vertretern zahlreicher Gruppen, die mit dem Hochschulbetrieb in Verbindung stehen, waren auch drei Abgesandte der Protestbewegung.[79] Der Dialog war als Auftakt zu einer intensiven Arbeits- und Diskussionsphase angelegt, die bis Juni 2010 zu einem Konsens auf breiter gesellschaftlicher Basis führen sollte.[80] Die beteiligten Rektoren verließen den Dialog jedoch bereits im März 2010, da es ihm aus ihrer Sicht sowohl an inhaltlicher Substanz als auch an Verbindlichkeit fehlte.[81] Am 14. Mai 2010 zogen sich auch die Studierendenvertreter der ÖH und die Delegierten der Protestbewegung zurück. Der Ausstieg erfolgte vor dem Hintergrund wahrgenommener Inkonsistenzen zwischen den Dialogergebnissen und den politischen Positionierungen der nunmehrigen Wissenschaftsministerin Beatrix Karl.[82] Diese wollte beispielsweise die Studieneingangsphase als Selektionsinstrument verstanden wissen, obwohl sich alle Beteiligten im Dialog dagegen ausgesprochen hatten.[83]

ÖVP-Chef und Finanzminister Josef Pröll sagte etwa zwei Wochen nach Beginn der Proteste, er „werde nicht zulassen, dass lautstarke Gruppen versuchen, die Politik, das Land und die Steuerzahler in Geiselhaft zu nehmen.“ Nachdem ein Großteil der Studierenden die gleichen Studien wähle, wäre eine Überbelegung gewisser Fächer folgeschlüssig. „Ich frage mich: Warum sollen Zugangsregelungen keine Antwort sein?“[4]

Verständnis für die Proteste zeigte der Tiroler ÖVP-Landtagspräsident Herwig van Staa.[84]

Ihre Unterstützung für die protestierenden Studenten bekundeten in Mehrheitsbeschlüssen der Wiener, der burgenländische und der steirische Landtag.[41]

Bundespräsident

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Bundespräsident Heinz Fischer rief alle Beteiligten auf, „unverzüglich in einen ernsthaften, sachlichen Dialog ohne Vorbedingungen einzutreten und Lösungen […] zu erarbeiten, die letzten Endes nicht nur die Universitäten, sondern den gesamten Bildungsbereich betreffen.“ Die Protestierenden „artikulieren – so wie das auch Generationen vor ihnen getan haben – ihre Anliegen nach besseren Studienbedingungen und im Zusammenhang damit nach einer verstärkten Finanzierung der Universitäten. Ich gehe davon aus, dass ihre Sorgen nicht nur den eigenen Lebenschancen gelten, sondern auch einer zukunftsorientierten Bildungspolitik als Grundlage einer gedeihlichen Entwicklung unseres Landes.“[85]

Der dritte Nationalratspräsident und FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf forderte eine „Uni-Milliarde zur Beseitigung der untragbaren Bedingungen an den Universitäten.“ Die aktuellen Proteste und Demonstrationen wären zwar inhaltlich berechtigt, aber von den falschen Repräsentanten getragen. Graf wörtlich: „Hier haben sich anarchistische und chaotische Elemente zu Studentenführern aufgeschwungen, was leider auch zu befürchten war“.[7] Auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky sprach von den Besetzern als „radikal-anarchistischen Besetzern“.[86]

Die Grünen sympathisieren mit den Protestierenden. Nach ihrem Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald hätten die Proteste „eine längst notwendige Grundsatzdebatte angestoßen, die schon seit Jahren geführt werden hätte sollen.“[87] Es wurde eingefordert, die von der Regierung beschlossene Aufstockung der Uni-Budgets auf zwei Prozent des BIP umzusetzen. Dies wäre notwendig zum Erreichen von internationalen Betreuungsverhältnissen sowie der schrittweisen Anhebung der Studienplätze bis 2011.[88] Am 12. November fand eine von den Grünen beantragte Sondersitzung im Nationalrat zur aktuellen Universitätslage statt.[4]

Als „völlig konzeptlos, inhaltslos und sinnlos“ bezeichnete BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner die Proteste der Studierenden. Auch für Studierende würde das Leistungsprinzip gelten, „das BZÖ war, ist und bleibt daher für die sofortige Wiedereinführung der Studiengebühren, die Leistung fördert und fordert.“[89] BZÖ-Chef Josef Bucher nannte die Besetzer „linkslinke Anarchisten“, die die fleißigen Studenten vom Studieren abhielten.[86]

Interessensvertretungen

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Der Österreichische Gewerkschaftsbund-Bundesvorstand solidarisierte sich mit der Studierendenbewegung und ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser besuchte die Besetzer im Audimax.[90]

Der Pensionistenverband Österreichs (SPÖ) solidarisierte sich mit den Studierenden und der Präsident Karl Blecha meinte dazu: „wir teilen die berechtigten Anliegen der Studentinnen und Studenten.“[91] Nach dem Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes (ÖVP), Andreas Khol, würden jene „Politiker und Gruppierungen, die in den letzten Tagen den Uni-Blockierern zumunde redeten, … in höchstem Grade verantwortungslos“ handeln. „Das Interesse des Staates ist die Ausbildung zur Mitarbeit in der Leistungsgesellschaft und für das Gemeinwohl, nicht nur die schrankenlose Selbstverwirklichung, nicht die Bildung allein.“[92]

Die Katholische und Evangelische Kirche bezogen lange Zeit keine Stellung zu den stattfindenden Protesten. Der lutherische Bischof Michael Bünker meldete sich am 30. Oktober 2009 im Rahmen einer Pressekonferenz zu Wort und meinte protestierende Studenten seien „etwas Positives“. Das zeige, dass es keine politikverdrossene Jugend gebe. Bünker bekräftigte: „Wir brauchen mehr Bildungsgerechtigkeit. Die Politik ist hier gefordert.“[93] Kardinal Christoph Schönborn äußerte sich am 13. November 2009 zu den Protesten und meinte „man muss die tieferen Ursachen der Studentenproteste sehen“. Schönborn zeigte auf Anfrage Verständnis für die Proteste der Studenten, die auf die schwierigen Studienbedingungen zurückzuführen seien. Diese Proteste seien aber nur Symptom für eine tiefer liegende Krise: Der Kardinal sprach wörtlich von der „Ökonomisierung des Bildungsbegriffs“ und einem „verkürzten Menschenbild“.[94]

„Audimaxismus“ österreichisches Wort des Jahres 2009

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Teil des Schriftzugs „Audimaxismus vs Reprivat Österreich“ an der Wand des besetzten Audimax der Universität Wien
Banner mit dem Slogan „Reiche Eltern für alle!“

Im Dezember 2009 wurde der Begriff Audimaxismus zum österreichischen Wort des Jahres gekürt, „Reiche Eltern für alle!“ wurde als Spruch des Jahres gewählt.[95] Die Wortkreation „Audimaxismus“ entstand im Umfeld der Studierendenproteste in Österreich 2009 mit der Besetzung des Auditorium maximum der Universität Wien, „Reiche Eltern für alle!“ ist ein Slogan der Proteste. Die Jury kommentierte das Ergebnis folgendermaßen: Der Begriff Audimaxismus „wurde von den Internetwählern zu Recht weit vor allen anderen gereiht, weil durch die Studentenbewegung erstmals seit langem wieder ernsthaft und umfassend über Bildung diskutiert wird. Bei dem Wort selbst handelt es sich um eine originelle Wortschöpfung, die eine Fülle von Assoziationen weckt. Es steht sowohl für den Wunsch der Studierenden nach maximaler Verbesserung ihrer Studienbedingungen, als auch für den Wunsch, bei der Politik Gehör (audi = lat. höre) zu finden. Die lautliche Ähnlichkeit zu (Austro)marxismus kann von den Gegnern der Bewegung verwendet werden, um diese in eine linke Ecke zu stellen, sodass diesem Wort durchaus eine gewisse Mehrdeutigkeit innewohnt, die seine Attraktivität verstärkt.“ Der „ironisch gemeinte Spruch“ „Reiche Eltern für alle!“ weise „darauf hin, dass unser Bildungssystem zu sehr auf den sozialen Status der Eltern ausgerichtet und nicht hinreichend durchlässig ist. Die Absurdität der Forderung verleiht dem Spruch Originalität und Zitatqualität.“[96]

Internationale Proteste

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Siehe auch Studentenproteste in Deutschland 2009

Ab Anfang November besetzten Studierende, die sich auf die Proteste in Österreich bezogen und mit den Protestierenden in Kontakt standen, mehrere Universitäten in Deutschland.[97][98][99] Zwischenzeitlich kam es auch zu Hörsaalbesetzungen in der Schweiz.[100]

An der Universität Salzburg wurden vom Rektorat Zusagen gemacht, einen Teil der Forderungen wie regelmäßige Hörerversammlungen oder größere Mitbestimmung in den Fachbereichsräten zu erfüllen.[101] Ebenso wurden Arbeitsgruppen aus Universitätsangehörigen und Studierenden gebildet, die sich mit Studienrecht, mit verbessertem Informationsfluss und größerer Transparenz, sowie der Schaffung von Freiräumen für Studierende auseinandersetzten. Im Gegenzug wurde der besetzte Hörsaal über die Weihnachtsfeiertage freigegeben.[102]

Aufgrund eines Forderungskatalogs bzw. der seit längerem bestehenden Forderung nach einem Institut für Internationale Entwicklung auf der Universität Wien der Studierenden der Internationalen Entwicklung und Sympathisanten, konnte im Zuge der Proteste die vorläufige Einrichtung der Forschungsplattform Internationale Entwicklung samt Mittel und Räumlichkeiten erreicht werden[103] und deren Existenz über die ersten befristeten Jahre, räumlich angegliedert an die C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik, gesichert werden.

Auf der Ars Electronica wurde #unibrennt Anfang 2010 der Ehrenpreis der Ars Electronica in der Kategorie „Digital Communities“ verliehen.[104]

Der Einsatz für Obdachlose im Rahmen der Besetzung des Audimax konnte das erste Unterkunftsprogramm Winterpaket für nicht-österreichische Obdachlose in Wien eingesetzt werden und wird seitdem jährlich fortgesetzt.[105]

Insgesamt führten die Proteste zu keinen entscheidenden unmittelbaren Veränderungen der österreichischen Hochschulpolitik.

Im Juli 2010 wurden vier Uni-Brennt-Aktivisten wegen eines angeblich angezündeten Mistkübels verhaftet. Während ihrer siebenwöchigen Untersuchungshaft wurde zunächst wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt,[106] diese Anklage jedoch fallengelassen. Stattdessen wurden sie wegen versuchter Brandstiftung angeklagt und die Verhandlung für den 13. März 2012 festgesetzt. Am 10. März fand eine Solidaritätskundgebung auf der Rampe der Uni-Wien statt, der sich auch das Rektorat der Akademie der bildenden Künste Wien in einer Stellungnahme anschloss und eine faire, nachvollziehbare Verhandlung forderte.[107] Die ÖH kritisiert vor allem die in ihren Augen ungerechtfertigte Verhaftung und Observation Studierender, dieses Vorgehen erschüttere jegliches Vertrauen in den Rechtsstaat.[108] Am 27. Juli 2012 wurden die vier Angeklagten aus Mangel an Beweisen freigesprochen.[109]

  • Viola Mark, Stefan Heissenberger, Susanne Schramm, Peter Sniesko, Rahel Sophia Süß (Hrsg.): Uni brennt: Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches. Zweite erweiterte Auflage. Turia + Kant, Wien 2010, ISBN 978-3-85132-612-3.
  • Elisabeth Mix u. a. (Hrsg.): Einmischungen. Die Studierendenbewegung mit Antonio Gramsci lesen. Turia + Kant, Wien/Berlin 2011.
  • Marisol Sandoval, Sebastian Sevignani, Alexander Rehbogen, Thomas Allmer, Matthias Hager, und Verena Kreilinger (Hrsg.): Bildung MACHT Gesellschaft. Mit einem Vorwort von Alex Demirović. Westfälisches Dampfboot, Münster 2011, ISBN 978-3-89691-876-5.

Einzelnachweise

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  1. Laura Haider, Xu Ru: Austrian students take to streets to demand more rights. In: news.xinhuanet.com. 30. Oktober 2009, archiviert vom Original am 2. November 2009; abgerufen am 2. November 2009 (englisch).
    Austrian students urge education reform. In: presstv.ir. 30. Oktober 2009, archiviert vom Original am 6. Januar 2010; abgerufen am 6. Januar 2010 (englisch).
    Joachim Riedl: Mit Twitter und Trommeln gegen die Regierung. In: zeit.de. 29. Oktober 2009, abgerufen am 16. März 2026.
    Austria’s students demand reforms. In: euronews.net. 29. Oktober 2009, archiviert vom Original am 31. Dezember 2009; abgerufen am 31. Dezember 2009 (englisch).
    Bernhard Odehnal: „Unsere Forderungen sind nicht verhandelbar“. In: bazonline.de. 28. Oktober 2009, archiviert vom Original am 31. Oktober 2009; abgerufen am 31. Oktober 2009.
    Austrian students protest poor conditions, reforms. In: news.bostonherald.com. 26. Oktober 2009, archiviert vom Original am 31. Oktober 2009; abgerufen am 31. Oktober 2009 (englisch).
  2. Lina Dokuzović, Eduard Freudmann: Die Krise besetzen. In: Kulturrisse. Nr. 04, 2009 ([Volltext (Memento vom 24. Februar 2013 im Internet Archive) Online]).
  3. Nachlese Tag 2 – Tag 2: Das Audimax bleibt besetzt. In: derstandard.at. 24. Oktober 2009, abgerufen am 16. März 2026.
  4. 1 2 3 Nachlese Tag 17 – Audimax-Besetzer planen Volksbegehren. In: derstandard.at. 7. November 2009, abgerufen am 14. November 2024.
  5. Nachlese Tag 21 – Hochschul-Dialog: Besetzer-Beteiligung wackelt. In: derstandard.at. 11. November 2009, abgerufen am 16. März 2026.
  6. Nachlese Tag 6 – Wiener Vorlesungen in Austria Center verlegt. In: derstandard.at. 27. Oktober 2009, abgerufen am 16. März 2026.
  7. 1 2 Nachlese Tag 7 – Zehntausende demonstrierten in Wien gegen Bildungsabbau. In: derstandard.at. 28. Oktober 2009, abgerufen am 17. März 2026.
  8. Nachlese Tag 8 – Falscher Bombenalarm im Audimax. In: derstandard.at. 29. Oktober 2009, abgerufen am 8. November 2009.
  9. 1 2 Nachlese Tag 16 – Hahn will keine weiteren Maßnahmen ergreifen. In: derstandard.at. 6. November 2009, abgerufen am 17. März 2026.
  10. Haus der Studierenden – es ist soweit. In: Blogspot-Site der Basisgruppe Grüne & Alternative Student_innen BOKU (bagru*GRAS*boku). 28. Oktober 2009, abgerufen am 18. März 2026.
  11. Anita Zielina, Marijana Miljkovic: Uni-Proteste Tag 61 – Wiener Audimax wurde geräumt. In: derstandard.at. 21. Dezember 2009, abgerufen am 18. März 2026.
  12. Uni-Proteste – Abzug der letzten Besetzer aus dem C1. In: derstandard.at. 6. Januar 2010, abgerufen am 18. März 2026.
  13. Neuer Protest – Studierende verlassen Audimax. In: derstandard.at. 10. Mai 2010, abgerufen am 21. März 2026.
  14. Protestierende besetzen das Ministerium für Wissenschaft und Forschung – Das Ministerium brennt! In: at.indymedia.org. 14. Mai 2010, archiviert vom Original am 20. Dezember 2012; abgerufen am 24. April 2025.
  15. Hörsäle besetzt, Wiener Innenstadt lahmgelegt. In: tagesschau.de. 28. Oktober 2009, archiviert vom Original am 31. Oktober 2009; abgerufen am 31. Oktober 2009.
  16. Über #unsereuni. In: unsereuni.at. Abgerufen am 19. März 2026.
  17. Nachlese Tag 15 – Studenten auf Besuch im Ministerium. In: derstandard.at. 5. November 2009, abgerufen am 20. März 2026.
  18. Flashmob Wissenschaftsministerium. In: erste-tage.unibrennt.at. 26. Oktober 2009, abgerufen am 20. November 2019.
  19. Studentenproteste: Boku-Neubau-Eröffnung als Demo in drei Akten. In: vienna.at. 29. Oktober 2009, abgerufen am 22. März 2026.
  20. UnivieBrennt: UniBrenntNationalfeiertag auf YouTube, 26. Oktober 2009, abgerufen am 23. März 2026.
  21. Österreich sucht den/die SuperwissenschaftministerIn. In: unsereuni.at. 10. November 2009, archiviert vom Original am 18. November 2009; abgerufen am 18. November 2009.
  22. Audimax-Besetzer stürmen Burgtheater. APA-Meldung. In: diepresse.com. 15. November 2009, abgerufen am 23. März 2026.
  23. Bologna-Gipfel: Studenten räumten NIG. In: orf.at. 11. April 2012, abgerufen am 24. März 2026.
  24. „Uni brennt“ 2.0: Besetzung, Demo und Blockaden rund um Bologna-Gipfel. In: derstandard.at. 11. März 2010, abgerufen am 24. März 2026.
  25. S. Pumberger, S. Mittendorfer: Straßenblockaden – Anti-Bologna-Demo behinderte Minister-Gipfel. In: derstandard.at. 12. März 2010, abgerufen am 24. März 2026.
  26. Bernadette Bayrhammer: Demo in Wien: „Wie studiert der Depp? Step by Step“. In: diepresse.com. 12. März 2010, abgerufen am 25. März 2026.
  27. Tausende bei Demo gegen Bologna-Gipfel. In: orf.at. 12. März 2010, abgerufen am 26. März 2026.
  28. Demo gegen Bologna-Prozess voller Erfolg. Presseaussendung der Bolognaburns Presse AG. In: ots.at. 12. März 2010, abgerufen am 26. März 2026.
  29. Sabine Edith Braun: Bologna: Feier und Aufruhr. In: Heureka. Wissenschaftsbeilage im Falter. Nr. 1/2010, März 2010 (Volltext [abgerufen am 27. März 2026]).
  30. Peter Purgathofer: Ihr habt ja keine Ahnung, was hier läuft. In: derstandard.at. 6. November 2009, abgerufen am 27. März 2026.
  31. Noella Edelmann, Peter Parycek, Judith Schossböck: The unibrennt movement: a successful case of mobilising lurkers in a public sphere. In: Electronic Governance. 4. Jahrgang, Nr. 1–2. Inderscience Enterprises, August 2011, ISSN 1742-7517, Abschnitt 6.1: Enabling technology: the role of the social web, S. 43–68, hier S. 56, doi:10.1504/IJEG.2011.041707 (englisch).
  32. Soheyl Liwani: Die medialen Strategien der #unibrennt-Bewegung. In: Medienimpulse. 49. Jahrgang, Nr. 1, 2011, S. 280–288, hier S. 61, doi:10.21243/mi-01-11-10: „Wichtige Ressorts waren Social Media wie Twitter oder Facebook.“
  33. Hans Christian Voigt: Am Platz hat himmlischer Frieden zu herrschen. In: Ereignisorte des Politischen. Band 10–11. Akademie Verlag Berlin, 2017, ISBN 978-3-11-054886-0, S. 37 ff., hier S. 40, Fußnote 6 (Vorschau in der Google-Buchsuche): „An den Protestbewegungen von #unibrennt und von Stuttgart lässt sich exemplarisch analysieren, wie neue Bewegungen ihre eigenen taktischen Medien aufbauen, das Bildarchiv selbst verwalten, damit die Bilderhoheit gegenüber den klassischen Medien haben und so zu bedeutenden Standbeinen der Bewegung werden. Das Bildarchiv der #unibrennt-Bewegung ist bis heute via flickr.com/photos/unibrennt/collections (Stand: 02/2012) […] abrufbar.“
  34. Brigitte Kossek, Markus F. Peschl: Digital turn? Zum Einfluss digitaler Medien auf Wissensgenerierungsprozesse von Studierenden und Hochschullehrenden. V&R Unipress, 2012, ISBN 978-3-8471-0038-6, S. 143 (Vorschau in der Google-Buchsuche): „Bilder und Ereignisse gab es bei Twitter und Flickr, live Audio und Video über ustream.tv.“
  35. Margarete Grandner, Thomas König (Hrsg.): Reichweiten und Außensichten – Die Universität Wien als Schnittstelle wissenschaftlicher Entwicklungen und gesellschaftlicher Umbrüche. V&R Unipress, 2015, ISBN 978-3-8470-0414-1, S. 53, Fußnote 77 (Vorschau in der Google-Buchsuche): „Die Facebook-Seite der Bewegung […] beinhaltet […] viele der Dokumentationen der ehemaligen ‚unibrennt‘ wikisite (jetzt anscheinend verloren, und weitergeleitet auf URL: unsereuni.at)“
  36. über unibrennt. In: unibrennt.at. Abgerufen am 1. April 2026.
  37. Christian Jung: Fremdkörper im Bildungsstreik. In: politik-digital. 26. November 2009, abgerufen am 1. April 2026.
  38. Walter Hämmerle, Nina Flori: „Ein Lehrbeispiel für Parteien“. In: tagblatt-wienerzeitung.at. 2. November 2009, abgerufen am 31. März 2026.
  39. Rosa Schmidt-Vierthaler: „Studieren statt Blockieren“ immer beliebter. In: diepresse.com. 30. Oktober 2009, abgerufen am 1. April 2026.
  40. Prix Ars Electronica-Gewinner stehen fest. In: nachrichten.at. 17. Mai 2010, abgerufen am 16. Februar 2026.
  41. 1 2 Solidarisierungen. In: unibrennt.at/wiki. 8. April 2010, archiviert vom Original am 5. Januar 2013; abgerufen am 5. Januar 2013.
  42. Franz Witzeling: „(No) Future Generation“. (PDF; 162 kB) Umfrage zu Aspekten der Studentenproteste. In: humaninstitut.at. 2009, abgerufen am 26. Mai 2020 (direkter Download).
  43. Rektorenchef: „Den Unis fehlt eine Milliarde Euro“. In: derstandard.at. 30. Oktober 2009, abgerufen am 1. April 2026.
  44. Hans Pechar: Eckpunkte einer Reform der österreichischen Hochschulen. (PDF; 705 kB) Studie im Auftrag des Management Clubs. In: forschungsnetzwerk.ams.at. September 2010, S. 11 und 43, abgerufen am 1. April 2026 (siehe Tabelle 1: Zusammenhang von Hochschulausgaben, Studiengebühren und Steuerquote sowie Fußnote 64).
  45. 1 2 Lisa Nimmervoll: Rektoren fordern gesetzlich verbindliche Finanzierung. In: Der Standard. 27. November 2009, S. 10.
  46. Nachlese Tag 13 – Österreichs Unis bleiben besetzt. In: derstandard.at. 3. November 2009, abgerufen am 1. April 2026.
  47. Nachlese Tag 10 – Rektor Winckler: „Gewisses Verständnis“ für Studenten. In: derstandard.at. 31. Oktober 2009, abgerufen am 2. April 2026.
  48. Martina Salomon: Rektor Winckler warnt vor Deutschen-Bashing. Interview mit Georg Winckler. In: Die Presse. 10. November 2009 (Volltext [abgerufen am 2. April 2026]).
  49. Joachim Riedl: Studentenprotest – „Das ist Universität im besten Sinn“. In: Die Zeit. Nr. 46/2009, 5. November 2009 (Vorschau [abgerufen am 2. April 2026]).
  50. Nachlese Tag 7 – Zehntausende demonstrierten in Wien gegen Bildungsabbau. In: derstandard.at. 28. Oktober 2009, abgerufen am 2. April 2026.
  51. Dekane: Unipolitik „völlig jämmerlich“. In: orf.at. 13. November 2009, abgerufen am 2. April 2026.
  52. Wien: Theologie-Professoren solidarisieren sich mit Studierenden. Presseaussendung von Kathpress. In: ots.at. 3. November 2009, abgerufen am 2. April 2026.
  53. Solidaritätserklärung mit den BesetzerInnen des Audimax der Uni Wien. In: ig-elf.at. 26. Oktober 2009, abgerufen am 3. April 2026.
  54. Eduard Fuchs: Die Studierendenproteste 2009 aus der Sicht von LektorInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen – Ein Gespräch mit Thomas Schmidinger. In: Historische Sozialkunde. 40. Jahrgang, Nr. 3, 2010, S. 19–23 (univie.ac.at [PDF; 662 kB; abgerufen am 27. Juli 2021]).
  55. Stellungnahmen des ULV zu den studentischen Forderungen im Rahmen der Protestveranstaltungen im Herbst 2009. In: univie.ac.at. Archiviert vom Original am 5. Januar 2011; abgerufen am 5. Januar 2011.
  56. ÖH: Protest als starkes Zeichen für freie Bildung. Presseaussendung der Österreichischen HochschülerInnenschaft. In: ots.at. 29. Oktober 2009, abgerufen am 4. April 2026.
  57. Universitäten stehen kurz vor Zugangsbeschränkungen – Faymann wechselt im Uni-Chaos die Seiten. In: kurier.at. 3. November 2009, archiviert vom Original am 4. November 2009; abgerufen am 4. November 2009.
  58. Ergebnisse Bundesvertretung. In: oeh.ac.at. 2009, archiviert vom Original am 1. Juni 2009; abgerufen am 9. November 2009.
  59. Studenten bekommen 100.000 Euro Unterstützung. In: diepresse.com. 10. November 2009, abgerufen am 6. April 2026.
  60. Anja Eder, Manfred Hammerl: Forschungsbericht Studierendenproteste 09/10: Eine Erhebung der Einstellungen und Meinungen zu den Studierendenprotesten sowie zur Bildungsdebatte an den vier Grazer Universitäten. IG-Soziologie, 2011, urn:nbn:de:0168-ssoar-55082-3.
  61. Nachlese Tag 1 – Audimax-BesetzerInnen blieben über Nacht. In: derstandard.at. 22. Oktober 2009, abgerufen am 7. April 2026.
  62. Audimax-Besetzer wegen Vorlesungen zerstritten. In: diepresse.com. 7. Januar 2010, abgerufen am 7. April 2026.
  63. Peter Rabl: Thema des Tages: Die Krise der Unis. In: kurier.at. 8. November 2009, archiviert vom Original am 11. November 2009; abgerufen am 11. November 2009.
  64. Niki Nussbaumer: Wenn es Nacht wird im Audimax. In: kurier.at. 8. November 2009, archiviert vom Original am 9. November 2009; abgerufen am 9. November 2009.
  65. Lukas Heinser: Kronen Zeitung – Wo ein Wille ist, ist auch eine Wand. In: bildblog.de. 2. November 2009, abgerufen am 7. April 2026.
  66. Kronen Zeitung, 5. November 2009, S. 1.
  67. Claus Pandí, Kronen Zeitung, 8. November 2009, S. 2 f.
  68. Richard Schmitt: Jungspießer. Kommentar. In: heute.at. 27. Oktober 2009, archiviert vom Original am 2. Dezember 2009; abgerufen am 2. Dezember 2009.
  69. Christian Rainer: Tupperware-Party im Audimax. In: Profil. 2. November 2009 (Volltext [abgerufen am 7. April 2026]).
  70. Joachim Riedl: Die Uni brennt. In: Die Zeit. Nr. 46/2009, 5. November 2009, S. 1 (Volltext [abgerufen am 7. April 2026]).
  71. Joëlle Stolz: Les étudiants autrichiens revendiquent un enseignement de qualité et gratuit. In: lemonde.fr. 28. Oktober 2009, abgerufen am 7. April 2026 (französisch).
  72. Австрийские студенты требуют от властей пересмотреть реформу образования. In: 1tv.ru. 30. Oktober 2009, archiviert vom Original am 31. Oktober 2009; abgerufen am 31. Oktober 2009 (russisch).
  73. #unibrennt – Bildungsprotest 2.0. Filmdaten und Credits. In: filminstitut.at. Abgerufen am 7. April 2026.
  74. Studentenproteste: Faymann zeigt Verständnis. In: nachrichten.at. 29. Oktober 2009, abgerufen am 8. April 2026.
  75. Studenten: Häupl hat „hohes Maß an Verständnis“. In: diepresse.com. 27. Oktober 2009, abgerufen am 8. April 2026.
  76. Nachlese – Audimax-Besetzung Tag 12. In: derstandard.at. 2. November 2009, abgerufen am 8. April 2026.
  77. Hahn: „Ein Teil der Kritik ist berechtigt“. In: diepresse.com. 21. November 2009, abgerufen am 9. April 2026.
  78. Uni-Proteste: Hahn verspricht 34 Millionen Euro. In: diepresse.com. 31. Oktober 2009, abgerufen am 8. April 2026.
  79. Hahn – Lad zum Abschied leise zum Hochschuldialog. In: derstandard.at. 4. November 2009, abgerufen am 8. April 2026.
  80. Hochschule – Hahn lenkt im Uni-Streit ein. In: diepresse.com. 25. November 2009, abgerufen am 9. April 2026.
  81. Unipolitik – Rektoren steigen aus Hochschuldialog aus. In: orf.at. 23. März 2010, abgerufen am 9. April 2026.
  82. Unis – Studierende steigen aus Hochschuldialog aus. In: derstandard.at. 14. Mai 2010, abgerufen am 9. April 2026. 14. Mai 2010
  83. Uni – „Studieneingangsphase neu“ sieht Aufnahmeverfahren statt reiner Orientierung vor. In: derstandard.at. 3. Mai 2010, abgerufen am 9. April 2026.
  84. Sharif Shehata: Als die Uni brannte. In: UNIpress – Monatsmagazin der ÖH Innsbruck. Nr. 6/19, November 2019, S. 10 (Volltext [PDF; 7,7 MB; abgerufen am 10. April 2026]).
  85. Reaktion – Fischer für Dialog ohne Vorbedingungen. In: derstandard.at. 5. November 2009, abgerufen am 10. April 2026.
  86. 1 2 Wiener Zeitung: Faymann bekräftigt: Keine sozialen Barrieren an Unis. 13. November 2009 (Printausgabe) (abgerufen am 7. November 2013)
  87. Kurt Grünewald: zu Uni-Protesten II: Faymanns Abkehr von Solidaritätserklärung mehr als enttäuschend. In: gruene.at. 2. November 2009, archiviert vom Original am 4. August 2012; abgerufen am 16. Mai 2020.
  88. Kurt Grünewald: Unterstützung für Proteste der Studierenden. In: gruene.at. 23. Oktober 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. August 2012; abgerufen am 2. August 2012.
  89. BZÖ-Petzner: Studentenproteste konzeptlos, inhaltslos und sinnlos! Presseaussendung des BZÖ-Parlamentsclubs. In: ots.at. 28. Oktober 2009, abgerufen am 12. April 2026.
  90. Eilt! ÖGB-Oberhauser besucht die BesetzerInnen im Audimax. Presseaussendung des ÖGB. In: ots.at. 29. Oktober 2009, abgerufen am 12. April 2026.
  91. Blecha: Ältere Generation solidarisch mit Studentinnen und Studenten. Presseaussendung der SPÖ. In: ots.at. 4. November 2009, abgerufen am 12. April 2026.
  92. Khol: Senioren unterstützen erfolgsorientierte Studierende. Presseaussendung des Seniorenbundes. 7. November 2009, abgerufen am 12. April 2026.
  93. Evangelische Kirchen fordern langfristige und soziale Krisenbewältigung. In: evang.at. 29. Oktober 2009, abgerufen am 13. April 2026.
  94. Schönborn: Ökonomisierung der Bildung muss überwunden werden. Presseaussendung von Kathpress. 13. November 2009, abgerufen am 13. April 2026.
  95. „Audimaxismus“ ist das österreichische Wort des Jahres 2009. In: derstandard.at. 10. Dezember 2009, abgerufen am 13. April 2026.
  96. Pressemitteilung Wort des Jahres 2009 – Wahlergebnisse und Begründungen. (PDF; 52,9 kB) Pressemitteilung der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch, Fakultät für Umwelt- und Erziehungswissenschaften der Universität Graz. In: oewort.at. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 9. August 2022; abgerufen am 9. August 2022.
  97. Besetzungen in Deutschland – aus Solidarität mit Wien. In: krone.at. 4. November 2009, abgerufen am 13. April 2026.
  98. Kundgebung in München – Studentenproteste schwappen nach Bayern. In: augsburger-allgemeine.de. 5. November 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2009; abgerufen am 8. November 2009.
  99. Martin Thurau: Studenten besetzen Akademie der Künste. In: Süddeutsche Zeitung. 6. November 2009 (Volltext (Memento vom 9. November 2009 im Internet Archive) [abgerufen am 9. November 2009]).
  100. Christian Füller: Bologna made in Schweiz. In: DSW-Journal. Nr. 1/2010. Deutsches Studentenwerk, März 2010, S. 10 f. (Volltext [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 13. April 2026]).
  101. Salzburg – „Viele Forderungen erfüllt“. In: derstandard.at. 3. Dezember 2009, abgerufen am 14. April 2026.
  102. Salzburg: Hörsaal-Besetzung ist beendet. APA-Meldung. In: diepresse.com. 22. Dezember 2009, abgerufen am 3. April 2025.
  103. Geschichte der IE. In: Wiki der Basisgruppe Internationale Entwicklung. 9. Juni 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Mai 2013; abgerufen am 17. Mai 2013 (Stand Anfang Wintersemester 2010/2011).
  104. Martin Haselwanter: Die studentischen unibrennt-Proteste 2009/2010 – Vom Erlöschen eines Feuers und dem Weiterbrennen der Universitäten. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen. Supplement zu Heft 1, 2015 (forschungsjournal.de [PDF; 646 kB; abgerufen am 8. April 2020]).
  105. Lücken und Tücken: Obdachlosenhilfe als Herkulesaufgabe. In: orf.at. 8. Oktober 2019, abgerufen am 15. März 2024.
  106. Lukas Tagwerker: Terroristen wie du und ich. In: Website von FM4. 24. Februar 2011, abgerufen am 14. April 2026.
  107. Eva Blimlinger, Martina Pfingstl: #unibrennt-Prozess gegen vier Studierende muss nachvollziehbar geführt werden! In: akbild.ac.at. 2012, abgerufen am 14. April 2026.
  108. ÖH/Akademie fordert Freispruch für die #unibrennt-Studierenden! Presseaussendung des Referats für Öffentlichkeitsarbeit der ÖH Akademie der Bildenden Künste Wien. In: ots.at. 8. März 2012, abgerufen am 12. Juni 2020.
  109. Maria Sterkl: Freispruch im Unibrennt-Prozess. In: derstandard.at. derStandard.at, 27. Juli 2012, abgerufen am 10. Dezember 2015.