Studium der Zahnmedizin

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Das Studium der Zahnmedizin (eigentlich: Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) ist Voraussetzung für die Ausübung des Berufs Zahnarzt. Für die Gebietsbezeichnung Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie wird es neben dem Studium der Medizin benötigt.

Plätze für das Studium der Zahnmedizin werden über die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH), ehemals ZVS vergeben. In den Jahren 1995 bis 2005 bewegte sich der wegen des Numerus clausus zur Zulassung benötigte Abiturnotendurchschnitt zwischen 1,9 und 2,5. Auf Grund der Konkurrenzsituation zum Wintersemester 2013/14 ergaben sich für die Auswahl nach der Durchschnittsnote des Bundeslandes, in dem das Abitur erworben wurde (Landes-NC), Auswahlgrenzen zwischen 1,2 und 1,5 für die Abiturbesten.[1] Bei einer Wartezeit von 13 Semestern konnten alle Bewerber zugelassen werden. Bei einer Wartezeit von 12 Semestern war noch eine Durchschnittsnote von 3,3 erforderlich.

Das Zahnmedizinstudium gehört aus Sicht der Studierenden zu den teuersten staatsuniversitären Studiengängen und kostet je nach Universität bis zu 13.500 € alleine an Material.[2][3][4][5]

Approbationsordnung für Zahnärzte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Approbationsordnung für Zahnärzte regelt das Studium und damit die zahnärztliche Ausbildung, die Prüfungsbestimmungen und die weiteren Voraussetzungen für die Erteilung der Approbation als Zahnarzt.§ 1 Danach umfasst die zahnärztliche Ausbildung ein Studium der Zahnheilkunde von zehn Semestern an einer wissenschaftlichen Hochschule, das sich aus einem vorklinischen Teil von vier Semestern und einem klinischen Teil von sechs Semestern zusammensetzt. Es schließt sich ein Prüfungssemester an. Die Regelstudienzeit im Sinne des Hochschulrahmengesetzes beträgt einschließlich der Prüfungszeit für die "Zahnärztliche Prüfung" (Staatsexamen)[6] zehn Semester und sechs Monate.

Vorklinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vorklinische Studium beinhaltet Vorlesungen und Praktika in Physik, Chemie, Biologie, Physiologie, Biochemie/Molekularbiologie, makroskopischer und mikroskopischer Anatomie. Je nach Universität werden in den einzelnen Fächern außerdem Seminare angeboten. Zusätzlich müssen alle, die nicht schon während des Abiturs das Latinum abgelegt haben, an einem Kurs der medizinischen Terminologie teilnehmen. Drei zahntechnische Kurse gehören zum vorklinischen Abschnitt. Im ersten Semester findet der technisch-propädeutische Kurs statt. Der Phantomkurs I liegt zumeist in der vorlesungsfreien Zeit im Sommer zwischen dem dritten und vierten oder vierten und fünften Semester. Im fünften Semester folgt der Phantomkurs II.

Neben den Testaten und Klausuren, die in den einzelnen Kursen abgehalten werden, gehören zwei staatliche Prüfungen zur Vorklinik.

Klinisches Studium - Staatsexamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das klinische Studium umfasst nachfolgende Fächer, die mit mündlichen Prüfungen im Rahmen des abschließenden Examens, das im elften Semester erfolgt, geprüft werden, und zwar in

Prüfungsablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die praktische Prüfung in der Zahnersatzkunde erstreckt sich über zehn Tage. Es muss sowohl festsitzender als auch herausnehmbarer Zahnersatz am Patienten eingegliedert werden. Der Prüfungsumfang differiert zwischen den einzelnen Universitäten, weil an manchen auch die zahntechnischen Arbeiten von den Prüflingen selbst ausgeführt werden müssen.
  • Im Fach Zahnerhaltung dauert die Prüfung fünf Tage. Es müssen eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt, eine Teilkrone eingegliedert und mehrere Seiten- und Frontzahnfüllungen gelegt werden.
  • Im Fach Chirurgie ist vorgesehen, Patienten zu untersuchen (einschließlich der Erhebung der Krankengeschichte). Es schließen sich die Diagnose und deren Begründung, Therapievorschläge und gegebenenfalls deren Ausführung (z. B. Zahnextraktion oder anderer kleiner chirurgischer Eingriff) an.
  • Die Prüfung in der Kieferorthopädie soll sich über vier Tage erstrecken. Neben der Fertigung einer einfachen Regulierungsapparatur muss ein schriftlicher Bericht über einen Krankheitsfall erstellt werden. In einer mündlichen Prüfung müssen Kenntnisse der Entstehung von Kieferanomalitäten nachgewiesen werden, sowie die Fähigkeit zu deren Beurteilung und Behandlung.

Die Wertung der einzelnen Fächer ist wie folgt:

Einfachwertung:

  • Pharmakologie
  • Dermatologie
  • HNO

Zweifachwertung:

  • Hygiene/Mikrobiologie

Dreifachwertung:

  • Pathologie
  • Innere Medizin
  • Kieferorthopädie

Fünffache Wertung:

  • ZMK Krankheiten
  • allgemeine und spezielle Chirurgie
  • Zahnerhaltung
  • Zahnersatzkunde

Neue Approbationsordnung 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundeskabinett hat am 2. August 2017 die Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung zur Kenntnis genommen und damit den Weg für eine grundlegende Reform der Approbationsordnung für Zahnärzte freigemacht. Sie wird dem Bundesrat zugeleitet, der diesem Vorhaben noch zustimmen muss. Der Großteil der Verordnung tritt voraussichtlich am 1. Oktober 2018 in Kraft.[7]

Das Studium gliedert sich in einen vorklinischen Studienabschnitt von vier Semestern, in dem das medizinische und das zahnmedizinische Grundlagenwissen vermittelt werden, und in einen klinischen Studienabschnitt von sechs Semestern für die praktische Ausbildung. Die Studiengänge Zahnmedizin und Medizin wurden in den ersten Semestern angeglichen, und der klinische Studienabschnitt wird durch mehr medizinische Unterrichtsveranstaltungen ergänzt.

Mit der neue Approbationsordnung werden im Sinne des Präventionsgedankens die Schwerpunkte Vorsorge und Zahnerhaltung besser und frühzeitiger in die Ausbildung einbezogen. Durch die Einführung des Querschnittsbereichs „Wissenschaftliches Arbeiten“ mit den Schwerpunkten medizinische Biometrie, medizinische Informatik, Literaturrecherche und -bewertung und evidenzbasierte Medizin werden die Fähigkeiten der Studenten zum wissenschaftlichen Arbeiten gestärkt. Außerdem ist das Studium fächerübergreifend und problemorientiert ausgerichtet:

  • das Zahnmedizinstudium umfasst wie bisher fünf Jahre an der Universität
  • es wird unterteilt in vier Semester naturwissenschaftliche und theoretische Grundlagen sowie zahnmedizinische (nicht zahntechnische) Propädeutik – analog zum Medizinstudium (mit gleichem Physikum)
  • gefolgt von zwei Semestern mit medizinisch-theoretischen und klinischen Grundlagenfächern und zahnmedizin-medizinischen Behandlungssimulationskursen (am „Phantom“)
  • gefolgt von vier Semestern integrierten klinisch zahnmedizinischen Unterrichts
  • eine Ausbildung in Erster Hilfe
  • ein einmonatiger Krankenpflegedienst und
  • eine vierwöchige Famulatur.
  • ein Prüfungssemester

Akademischer Grad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland lautet der akademische Grad für einen Zahnarzt: Doctor medicinae dentariae, abgekürzt: „Dr. med. dent.“ Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war dieser Titel in Deutschland nicht zugelassen. Die Zeitschrift Die Woche meldete im Dezember 1913 deswegen sogar einen Studentenstreik: „In Berlin stellten die Studenten der Zahnheilkunde den Besuch der Vorlesungen ein, weil das Kultusministerium die Einführung des Titels Dr. med. dent. ablehnt.“[8]

Ca. 50 % (Stand März 2000) der Zahnmediziner sind promoviert. Unter den älteren Ärzten hat ein Großteil nach dem Abschlussexamen die Promotion abgeschlossen, wohingegen eine Promotion bei den jüngeren immer seltener wird.

Einkommen/Gehalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das durchschnittliche Einkommen von angestellten Zahnärzten im öffentlichen Dienst liegt brutto bei 3.500 € bis 4.500 € pro Monat.[9]

Universitäten in Deutschland mit Zahnmedizinischen Abteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der linke Link führt jeweils zur WIKIPEDIA-Seite der entsprechenden Universität,
der rechte jeweils direkt zu den Universitäts-Kliniken.

Studium der Zahnmedizin in Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studienordnung und der Studieninhalt werden in der vom spanischen Ministerium für Gesundheit verfassten Richtlinie 78/687/CE festgelegt. Das Ziel ist die Sicherstellung einer zahnmedizinischen Grundversorgung auf dem höchstmöglichen wissenschaftlichen Niveau. Hierzu gehört die Prävention, Diagnose und Behandlung von Zahnerkrankungen. Diese Kompetenzen sollen an den zahnmedizinischen Fakultäten erworben werden. Die Bezeichnung "Zahnarzt" wird in verschiedenen Modulen erworben. Das Studium ist ein Präsenzstudium und hat eine Dauer von 10 Semestern. Pro Semester werden 30 Studienpunkte (Credit Points) und pro Studienjahr 60 Punkte erworben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auswahlgrenzen Abiturbestenquote auf der Website der Stiftung für Hochschulzulassung
  2. zahniportal.de: Kosten des Zahnmedizinstudiums
  3. UNI-Zürich
  4. UNI-Heidelberg
  5. www.studis-online.de Kosten des Studiums
  6. Staatsexamen, Universität Regensburg.
  7. Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung, Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. 2. August 2017. Abgerufen am 14. Oktober 2017.
  8. Die Woche, Ausgabe 51 vom 20. Dezember 1913, S. 2155.
  9. KZBV-Jahrbuch 2004, Bundesagentur für Arbeit 2005

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Learning Resource Server Medizin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Physikum der Zahnmediziner (Video)