Stuttgarter Zeitung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stuttgarter Zeitung
Stuttgarter Zeitung-Logo
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH
Erstausgabe 18. September 1945
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2014, Mo–Sa)
188.001[1] Exemplare
Chefredakteur Joachim Dorfs
Geschäftsführer Richard Rebmann
Weblink www.stuttgarter-zeitung.de

Die Stuttgarter Zeitung (StZ) ist eine Tageszeitung mit einer verkauften Auflage von rund 150.000 Exemplaren. Die zusammen mit den Stuttgarter Nachrichten ausgewiesene verkaufte Auflage beträgt 188.001 Exemplare.[2]

Die Stuttgarter Zeitung ist eine Regionalzeitung mit überregionalem Anspruch. Das bedeutet, dass das Informationsangebot mit den überregionalen Zeitungen konkurriert, dass aber zugleich deutliche regionale und lokale Schwerpunkte gesetzt werden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, unterhält die Stuttgarter Zeitung im überregionalen Bereich eine Redaktion und ein Netz von Korrespondenten.

Die Zeitung bezeichnet sich als liberal.[3]

Das Erscheinungsbild der Zeitung wurde 1948, 1978 und 1998 behutsam und 2009 deutlich verändert. Chefredakteur ist seit dem 1. Januar 2008 Joachim Dorfs, der zuvor stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts war.

Der Sitz der StZ ist das Pressehaus Stuttgart.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Stuttgarter Zeitung begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Ende des nationalsozialistischen Regimes durften die alten Zeitungen vier Jahre lang nicht erscheinen. Die StZ sieht sich in der Tradition des Neuen Stuttgarter Tagblatts, das während dieser Zeit eingestellt wurde.

Die Druckereien und Verlage wurden beschlagnahmt. Die westlichen Besatzungsmächte vergaben an politisch unbelastete Bürger Lizenzen zur Herausgabe von Zeitungen und stellten ihnen die beschlagnahmten Maschinen zur Verfügung. Dabei achteten die Besatzungsmächte auch darauf, dass die großen politischen Richtungen vertreten waren.

Die Stuttgarter Zeitung wurde zunächst von drei Lizenzträgern der Information Control Division verlegt: Josef Eberle, Karl Ackermann und Henry Bernhard. Am 18. September 1945 erschien die erste Ausgabe. Nach Wechseln bei den Lizenzträgern, wobei die ausscheidenden andere Blätter übernahmen, blieb schließlich neben Erich Schairer, der 1956 starb, nur Josef Eberle als Herausgeber bis 1972 bei der Stuttgarter Zeitung.

Verlag[Bearbeiten]

Pressehaus Stuttgart, von Süden gesehen

Die Stuttgarter Zeitung beziehungsweise ihr Verlag, die Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, gehört zu 100 Prozent der Mediengruppe Süd GmbH (MSG), die wiederum zu 82 Prozent der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH), der Obergesellschaft der Zeitungsgruppe Stuttgart, sowie zu 18 Prozent der Schwarzwälder Bote GmbH & Co. KG gehört.[4] Bis Anfang 2007 waren die Erben von Erich Schairer, einem der Mitherausgeber der ersten Nachkriegsjahre, zu 25 Prozent beteiligt, diese verkauften ihre Anteile zum 1. Januar 2007 an die SWMH.[5] An der SWMH sind mit je 44,36 Prozent die Medien-Union GmbH Ludwigshafen und die „Gruppe Württembergischer Verleger“ beteiligt, den Rest der Anteile teilen sich acht weitere Gesellschafter.[6]

Die Mediengruppe Süd ist über die Württemberger Zeitung GmbH unter anderem mit 80 Prozent an den Stuttgarter Nachrichten beteiligt. 2002 beteiligte die SWMH sich mit 18,75 Prozent am Süddeutschen Verlag, München (Süddeutsche Zeitung). Zum 29. Februar 2008 verkauften vier Gesellschafterfamilien ihre Anteile am Verlag der Süddeutschen Zeitung an die Südwestdeutsche Medien Holding, die damit ihren Anteil auf 81,25 Prozent aufstockte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Redaktion der Stuttgarter Zeitung ist mit einer Vielzahl von bedeutenden Journalistenpreisen ausgezeichnet worden. In jüngster Zeit erhielt der politische Korrespondent der Stuttgarter Zeitung, Stefan Geiger, sowohl den von den Gesellschaftern des Süddeutschen Verlags gestifteten Herbert-Riehl-Heyse-Preis 2005 für seinen Essay Eigentum verpflichtet. Aber wozu verpflichtet es? als auch den Theodor-Wolff-Preis 2006. Diesmal für seinen Essay „Keine Freiheit ohne Gleichheit – und umgekehrt“. Michael Ohnewald, Reporter in der Regionalredaktion, wurde 2003 mit dem Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Lokales ausgezeichnet und kam beim Wächterpreis der deutschen Tagespresse 2006 auf den zweiten Platz. Das Layout der StZ wurde zwischen 2003 und 2008 jährlich in unterschiedlichen Kategorien mit dem European Newspaper Award ausgezeichnet. Beim 11. European Newspaper Award wurde sie von der Jury zur europäischen Regionalzeitung des Jahres gewählt.

Erich-Schairer-Preis[Bearbeiten]

Im Gedenken an Erich Schairer, den politisch engagierten Journalisten, Herausgeber der Sonntags-Zeitung und späteren Mitherausgeber der Stuttgarter Zeitung, wird jährlich von der Erich-Schairer-Journalistenhilfe e. V. und der Stuttgarter Zeitung ein Förderpreis für junge Journalistinnen und Journalisten ausgeschrieben.

Kritik[Bearbeiten]

Lobbycontrol kritisiert, dass die Zeitung sich – wie auch die Stuttgarter Nachrichten – vehement zum umstrittenen Großprojekt Stuttgart 21 bekennt. Dies hänge damit zusammen, dass sie zur Südwestdeutsche Medien Holding gehöre, die wiederum finanziell vollkommen von der Landesbank Baden-Württemberg abhängig sei.[7] Besonders steche hierbei ein am 1. September 2010 veröffentlichter Artikel der Stuttgarter Zeitung hervor.[8]

Trivia[Bearbeiten]

Am 27. Januar 2012 unterlief der Online-Redaktion der Stuttgarter Zeitung eine peinliche Panne. Beim Testlauf einer technischen Umstellung wurde ein Blindtext ins Netz gestellt, der die Überschrift Merkel tritt zurück trug.[9] Für eine Viertelstunde war der fiktive Inhalt der Meldung öffentlich einsehbar. Die Redaktion entschuldigte sich später für das Versehen.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mit Stuttgarter Nachrichten
  2. laut IVW, erstes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. Selbstdarstellung der StZ
  4. KEK: Mediendatenbank Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, abgerufen am 10. Februar 2010
  5. StZ-Mitteilung über die Änderung der Eigentümerstruktur (Link defekt)
  6. KEK: Mediendatenbank Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH), abgerufen am 10. Februar 2010
  7. Telepolis: Stuttgart 21 und die Immobilienlobby, 25. Oktober 2010
  8. Michael Maurer: Stuttgart 21. Die Zeitung muss Stellung beziehen. In: Stuttgarter Zeitung, 1. September 2010. Abgerufen am 16. Februar 2014.
  9. Panne bei Onlineausgabe: „Stuttgarter Zeitung“ meldet Merkel-Rücktritt. In: Spiegel Online, 27. Januar 2012. Abgerufen am 15. November 2012.
  10. Wir bitten um Entschuldigung. stuttgarter-zeitung.de, 27. Januar 2012. Abgerufen am 15. November 2012.