Submodalität

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Submodalität bedeutet im Neuro-Linguistischen Programmieren eine qualitative Untergliederung der fünf Sinnessysteme (der sogenannten Sinnesmodalitäten).

Die Kombination und Abfolge der Submodalitäten bilden laut NLP die Grundbausteine des subjektiven Erlebens.

Beispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1917 stellte Kurt Lewin fest, dass sich die innere Wahrnehmung (hier: visuelle Repräsentation) des äußeren Raumes aufgrund von Emotionen ändern kann. So erklärt der Pädagoge Thomas Hoffmann zu Lewins Beobachtung: „Die Vorstellung, dass der psychologische und physikalische Raum nicht miteinander identisch sind, taucht erstmals 1917 bei Lewin auf, in einer frühen phänomenologischen Studie mit dem Titel ‚Kriegslandschaft‘, in der er seine Erlebnisse als Soldat im Ersten Weltkrieg beschreibt. Er schildert dort, wie sich die Wahrnehmung einer Landschaft ändert, wenn man sich der Frontlinie nähert: Kurz vorher erstreckt sich die Landschaft noch gleichmäßig nach allen Seiten bis ins Unendliche. Die Landschaft erscheint ‚rund‘. Nähert man sich jedoch der Frontlinie, bekommt die Landschaft auf einmal eine ‚Grenze‘ und eine ‚Richtung‘ . Sie hört ‚irgendwo da vorne‘ auf und die ganze Gegend zeigt sich jetzt als eine ‚Zone‘, die etwa parallel zur ‚Grenze‘ verläuft. Die Eigenschaften des psychologischen Raumes unterscheiden sich deutlich von den Eigenschaften des objektiven Raums, dessen Wahrnehmung sich durch die veränderte Bedeutung für den Handelnden wandelt.“[1]

Analog und digital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Submodalitäten können in analoge und digitale Untereigenschaften unterteilt werden. Analoge Untereigenschaften sind kontinuierlich messbar und veränderbar. Beispiele hierfür sind die Helligkeit, der Kontrast, die Größe und die Entfernung innerer visueller Bilder (jede dieser Untereigenschaften kann auf einer Skala verändert werden: ein Bild kann heller oder dunkler sein). Digitale Untereigenschaften sind nur diskontinuierlich veränderbar. Beispiele hierfür sind die Unterscheidungen nach dissoziiert/assoziiert, lokalisiertes/ganzheitliches Körpergefühl oder bei auditiver Verarbeitung nach tonal/digital (beispielsweise beim Lesen und auditiv-internen Verarbeiten dieses „digitalen“, nicht-tonalen Textes).

Emotionale Kodierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Richard Bandler (NLP-Begründer) kodieren Submodalitäten die emotionale (subjektive) Bedeutung von erinnerten wie konstruierten (in die Zukunft projizierten) Erfahrungen. Ebenso werde mittels Submodalitäten zwischen vergangenen und zukünftigen (vorgestellten) Erlebnissen innerlich unterschieden und aufgrund der jeweiligen emotionalen Verknüpfungen habe die (individuelle) Art der jeweiligen Submodalitäten-Kodierung Bedeutung zu intrinsischer Motivation (und insofern zu Planung und Qualität) nachfolgender Handlung(en).[2]

Liste von Submodalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Visuell (Sehen)
    • Bild (Foto) oder Film (Sequenz)
    • Bewegung (Art, Tempo) oder Standbild
    • Schwarz/weiß oder farbig
    • Helligkeit, Ausleuchtung, Lichteinfall
    • Klarheit, Kontrast, Schärfe
    • Bildgröße, Perspektive, Entfernung
    • Bildtiefe
    • Bildposition
    • Assoziiert oder dissoziiert
    • Rahmung
  • Auditiv (Hören)
    • Lautstärke
    • Tonhöhe
    • Modulation: Melodisch oder monoton, Geschwindigkeit, Rhythmus
    • Tonalität: voll, dünn oder heiser, nasal, verzerrt, Echo
    • Harmonie oder Kakophonie
    • Position der Geräuschquelle: Woher kommen die Laute, Geräusche oder Stimmen?
  • Kinästhetisch (Fühlen, spüren, berühren)
    • Feucht, trocken, weich, hart, glatt oder rau
    • Temperatur
    • Ruhig oder in Bewegung: Körperhaltung, Geschwindigkeit und Rhythmus der Bewegung(en), Gestiken
    • Lokalität im Körper (eine Stelle oder überall)
    • Druck (innen oder außen), Kribbeln, Spannung, Temperatur
    • Intensität
  • Olfaktorisch (Riechen) und Gustatorisch (Schmecken)
    • süß, sauer, fruchtig, herb, bitter, frisch, faulig
    • Intensität

Submodalitäten zum Beziehungserleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innere Merkmale, die das Beziehungserleben determinieren, werden von Lucas Derks als Submodalitäten des sozialen Panoramas benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gregory Bateson: Ökologie des Geistes, Suhrkamp Verlag, ISBN 3-5182-8171-2
  • Richard Bandler, Will McDonald: Der feine Unterschied. NLP Übungsbuch zu den Submodalitäten, Junfermann Verlag, ISBN 3-8738-7012-6
  • Steve und Connirae Andreas: Gewußt wie. Arbeiten mit Submodalitäten, Junfermann Verlag, ISBN 3-8738-7291-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Hoffmann (2007): Psychische Räume abbilden – Kurt Lewins topologische Psychologie und ihr Beitrag zu einer dynamischen Theorie geistiger Behinderung. (PDF), S. 9, Fußnote Nr. 24. Zu „Kurt Lewin: Kriegslandschaft (1917). In: Ders.: Werkausgabe, Bd. 4: Feldtheorie. Hrsg. von Carl-Friedrich Graumann. Bern, Stuttgart: Huber, Klett-Cotta 1982, S. 315-325.“
  2. Bandler, Richard: Unbändige Motivation: Über NLP, schnelle Veränderungen und vieles mehr. Paderborn 2009 (3. Auflage), Junfermann, ISBN 978-3873873629

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]