Subsahara-Afrika

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Afrika südlich der Sahara

Subsahara-Afrika, Afrika südlich der Sahara oder Schwarzafrika bezeichnet den südlich der Sahara gelegenen Teil des afrikanischen Kontinents. Die UN zählt alle Länder die ganz oder teilweise südlich der Sahara liegen zu diesem Gebiet. Zur Subsahara zählt man 49 der 54 Staaten in Afrika, die restlichen fünf Staaten Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten sowie das Territorium Westsahara gehören zum nördlichen arabischen Teil Afrikas. In diesen 49 Staaten leben insgesamt etwa 920 Millionen Menschen. Das Gebiet der Subsahara gehört zu den Ärmsten der Welt. [1] Der Großteil der Subsahara ist im tropischen Klimabereich, nur der südlichste Teil ist in der subtropischen Klimazone.

Ursprung und Grund der Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sahara stellte eine natürliche klimatische Zone dar, die durch die Sahelzone vom restlichen Afrika geografisch, ökologisch, ethnisch und kulturell abgetrennt wird. Während Nordafrika mit dem Rest des Mittelmeerraums in wirtschaftlichem und kulturellem Austausch stand, war das subsaharische Afrika, trotz der sehr alten Transsahara-Handelsrouten, weitgehend isoliert. Die europäische Bezeichnung „Dunkler Kontinent“ für Afrika bezieht sich deshalb vor allem auf diesen Teil Afrikas südlich der Sahara und rührt nicht nur von der Hautfarbe der Einwohner her, sondern auch vom mangelnden europäischen Wissen über das Landesinnere bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Länder Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und Sudan liegen teilweise in der Sahara und teilweise südlich von ihr, so dass jeweils einige Landesteile zu Nordafrika und andere zu Subsahara-Afrika gehören.

Begriffskritik „Schwarzafrika“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vor allem während der Kolonialzeit geprägte Begriff „Schwarzafrika“ rührt teils von der Hautfarbe der Bewohner dieser Region her, der „Schwarzafrikaner“, teils aber auch von der damaligen Ansicht der Europäer, das subsaharische Afrika sei vollkommen kulturlos, während der Norden wenigstens ein Mindestmaß an Kultur aufweise. Auch wird durch die Ausgliederung des Nordens von Afrika in unzutreffender Weise suggeriert, es handele sich bei dem Rest Afrikas um eine homogene Einheit. Daher wird der Begriff heute vielfach als rassistisch angesehen.[2]

Die Bezeichnung Schwarzafrika kann zum Missverständnis führen, dass im Norden Afrikas keine einheimische schwarze Bevölkerung lebe.

Daher wird der Begriff „Schwarzafrika“ – einer aus dem anglophonen Sprachraum stammenden Tendenz folgend (hier hat „Sub-Saharan Africa“ das frühere „Black Africa“ fast völlig ersetzt) – im offiziellen Sprachgebrauch von Behörden kaum mehr verwendet und auch von vielen privaten Organisationen und in den Medien oft durch die oben genannten anderen Bezeichnungen ersetzt.

Begriffskritik „Subsahara-Afrika “[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Subsahara-Afrika wird benutzt, um die afrikanische Staaten südlich der Wüste Sahara kulturell, ökologisch, politisch und umstrittenerweise rassentheoretisch von Nordafrika abzugrenzen, welches historisch zum Mittelmeerraum zählt. Da die einheimische Bevölkerung primär von dunkler Hautfarbe ist, wird oftmals auch die Bezeichnung Schwarzafrika verwendet.[3]

Der nordafrikanische Autor Owen 'Alik Shahadah argumentiert, dass die Bezeichnung Subsahara-Afrika rassistisch konnotiert sei. Das Wort stehe rassistisch für „primitiv“, einen Ort, der keinen Fortschritt erlangt habe. Daher seien Aussagen wie „Es existieren keine geschriebenen Sprachen in Subsahara-Afrika“, „Das antike Ägypten war keine subsahara-afrikanische Zivilisation“ anzutreffen. Sub-Sahara diene als Ausschlussargument, welches so flexibel sei, um sich jeder negativen Verallgemeinerung Afrikas anzupassen.[4]

Manche dunkelhäutige Afrikaner grenzen sich kulturell von den im Norden des Kontinents Lebenden ab.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Afrika südlich der Sahara. In: www.kfw-entwicklungsbank.de. Abgerufen am 16. November 2016.
  2. Kolonialismus, Rassismus und Sprache - Kritische Betrachtungen der deutschen Afrikaterminologie von Susan Arndt, 30. Juli 2004, veröffentlicht durch die Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de, abgerufen am 12. September 2012)
  3. Lansana Keita: Race, Identity and Africanity: A Reply to Eboussi Boulaga. In: Council for the Development of Social Science Research in Africa (Hrsg.): CODESRIA Bulletin. 1 & 2, 2004, S. 16.
  4. Owen ’Alik Shahadah: Linguistics for a new African reality. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  5. Richburg Keith B.: Out of America: A Black Man Confronts Africa. Harvest/HBJ Book, Reprint edition (July 1, 1998), ISBN 0-15-600583-2.