Suchań

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Suchań
Wappen von Suchań
Suchań (Polen)
Suchań
Suchań
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Stargard
Gmina: Suchań
Fläche: 3,57 km²
Geographische Lage: 53° 17′ N, 15° 19′ OKoordinaten: 53° 16′ 46″ N, 15° 19′ 5″ O
Einwohner: 1466
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 73-132
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 10 LubieszynPłońsk
DW 160 Suchań ↔ Miedzichowo
Schienenweg: PKP-Linie Ulikowo ↔ Piła, Bahnstation: Tarnowo Pomorskie
Nächster int. Flughafen: Flughafen Stettin-Goleniów
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 14 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 132,80 km²
Einwohner: 4364
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3214113
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeisterin: Stanisława Bodnar
Adresse: ul. Pomorska 72
73-132 Suchań
Webpräsenz: www.suchan.pl



Suchań (deutsch Zachan) ist eine Kleinstadt und Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat Stargardzki (Landkreis Stargard) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in Hinterpommern am Krebsbach, einem Nebenfluss der Ina, etwa 21 Kilometer östlich der Stadt Stargard. Durch den Ort hindurch führt die Landesstraße 10 (droga krajowa 10) StettinBromberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zachan nordwestlich der Stadt Schneidemühl und nördlich der Stadt Arnswalde – siehe obere Bildhälfte – auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Stadtkirche (bis 1945 evangelisch).
Häuser am Park

In einer Urkunde aus dem Jahre 1269 wird erstmals eine „villa Zukan“ erwähnt. Zu dieser Zeit lag der pommersche Herzog Barnim I. mit dem Johanniterorden über Schuldforderungen gegen ihn im Streit. Der Orden erhob Anspruch auf mehrere Städte, zu denen auch Zachan gehörte. Schließlich gelang es den Johannitern, mit Hilfe des Papstes Zachan in ihren Besitz zu bringen. Wann Zachan Stadtrecht erhielt, ist unsicher, einige Quellen nennen das Jahr 1487. Sie richteten 1312 dort einen Komtursitz (Verwaltungssitz) ein. Ebenfalls bereits im ausgehenden 13. Jahrhundert hatten die Herren von Güntersberg ihren Hauptsitz in Ravenstein, einem heutigen Stadtteil von Zuchan eingenommen. Im Jahre 1545 wechselte Zachan seinen Eigentümer, es wurde von dem Hofmarschall Wolf Borcke erworben. Ein Jahrhundert später gab es erneut einen Eigentumswechsel, als 1654 die Familie von Schwerin Zachan erwarb. Ihr gehörte die Stadt bis 1709. 1784 wird in einer Ortsbeschreibung Zachan als „eine offene zu dem königlichen Amte Dölitz gehörige Mediatstadt“ erwähnt. Es heißt außerdem, dass damals Zachan 109 zum größten Teil strohgedeckte Häuser und 550 Einwohner hatte. Neben den üblichen Gewerken entstand eine bedeutende Leinenweberei.[2]

Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges lag Zachan im Herrschaftsbereich der pommerschen Herzöge. Danach starb das pommersche Herrscherhaus aus und Hinterpommern, zu dem auch Zachan gehörte, wurde brandenburgisch. Es wurde in den Saatziger Kreis eingegliedert, aus dem nach der preußischen Verwaltungsreform von 1818 der Kreis Saatzig mit der Kreisstadt Stargard wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Zachan eine evangelische Kirche, ein Rettungshaus, eine Bierbrauerei sowie Mühlen und Sägewerke.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt zu 50 % zerstört. Nach der Besetzung durch die Rote Armee wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann die Zuwanderung von Polen, vorwiegend aus Gebieten östlich der Curzon-Linie, die dort polnischen Bevölkerungsminderheiten angehört hatten. Die betreffenden Gebiete waren nach dem Ersten Weltkrieg im Polnisch-Sowjetischen Krieg (1919–1921) erobert worden und mussten nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion abgetreten werden. Angehörige nationaler Minderheiten waren dort von den sowjetischen Behörden vor die Wahl gestellt worden, entweder eine andere Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder aussiedeln zu müssen. In der Folgezeit wurden die Bewohner der Stadt Zachan von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben. Die deutsche Stadt Zachan wurde in Suchań umbenannt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1784: 550
  • 1816: 655[3]
  • 1905: 1.384[4]
  • 1925: 1.299, darunter neun Katholiken und 22 Juden[5]
  • 1933: 1.370[6]
  • 2009: ca. 4.300

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Anger befindet sich die spätmittelalterliche, aus Findlingen erbaute Kirche. In ihrem Innern befindet sich ein vier Meter hoher Renaissancealtar mit reichen Verzierungen aus dem Jahre 1618.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gmina Suchań[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Suchań umfasst 132,80 km² und nimmt adamit 8,7 % der Fläche des Powiat Stargardzki (Kreis Stargard i. Pom.) ein.

Das Gebiet der Gmina Suchań erstreckt sich nördlich der Ina (Ihna) zwischen Stargard (Stargard i. Pom.) und Recz (Reetz) und grenzt im Norden an die Gmina Dobrzany (Jacobshagen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gmina Suchań gehören neben der Stadt Suchań:

  • Ortsteile (Schulzenämter):

Brudzewice (Brüsewitz), Modrzewo (Moderow), Nosowo (Güntersberg), Sadłowo (Zadelow), Słodkówko (Klein Schlatikow), Słodkowo (Groß Schlatikow), Suchanówko (Schwanenbeck), Tarnowo Pomorskie (Tornow), Wapnica (Ravenstein) und Żukowo (Sukow a.d. Ihna),

  • Übrige Ortschaften:

Ininy (Ihnau), Podłęcze (Lenzhof), Suchanki und Zastawie (Alt Teich).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suchań liegt an der bedeutenden polnischen Landesstraße 10, die von Lubieszyn (Neu Linken) an der deutschen Grenze und Stettin bis nach Piła (Schneidemühl) und weiter nach Płońsk (Plöhnen) führt. Es ist die Trasse der ehemaligen deutschen Reichsstraße 104, die ihren Ausgang in Lübeck nahm und in Schneidemühl endete.

In Suchań zweigt die Woiwodschaftsstraße 160 in südliche Richtung ab und verläuft über Choszczno (Arnswalde) und Dobiegniew (Woldenberg) bis nach Miedzichowo (Kupferhammer) an der Landesstraße 2.

Durch das Gemeindegebiet verläuft in Nord-Süd-Richtung die touristisch bedeutende Slak Cystersów (Zisterzienserstraße).

Schienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Stadt Suchań keinen eigenen Bahnhof besitzt, ist die Gmina Suchań über die Station Tarnowo Pomorskie an die Polnische Staatsbahn-Linie Ulikowo-Piła (Wulkow - Schneidemühl) angeschlossen, die das Gemeindegebiet im Norden durchzieht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Schulz (Hrsg.): Der Kreis Saatzig und die kreisfreie Stadt Stargard – Ein pommersches Heimatbuch. Rautenberg, Leer 1984, ISBN 3-7921-0307-9.
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865. (Volltext)
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. II. Teil, 4. Band, Anklam 1868, S. 410–429.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann (Hrsg.): Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 1. Band, Stettin 1784, S. 216–220.
  3. Ortschafts-Verzeichniß des Regierungs-Bezirks Stettin nach der neuen Kreis-Eintheilung vom Jahr 1817 nebst einem alphabetischen Register. Stettin 1817, IX. Saatziger Kreis, Nr. 5.
  4. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. 20. Band, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1909, S. 830.
  5. http://stadt.zachan.kreis-saatzig.de/
  6. Der Große Brockhaus. 15. Auflage. 20. Band, Leipzig 1935, S. 523.