Suchoi Su-33

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Suchoi Su-33
Su-33 an Bord der Admiral Kusnezow
Su-33 an Bord der Admiral Kusnezow
Typ: Luftüberlegenheitsjäger
Entwurfsland: SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Hersteller:

Suchoi

Erstflug: 22. Dezember 1987
Indienststellung: 1994
Produktionszeit: 1993 bis 1994
Stückzahl: 24

Die Suchoi Su-33 (russisch Сухой Су-33, NATO-Codename: Flanker-D) ist eine Variante des Luftüberlegenheitsjägers Suchoi Su-27, der speziell zum Einsatz auf Flugzeugträgern ausgelegt wurde. 2009 beschloss die russische Regierung, die Su-33 durch MiG-29K zu ersetzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung begann bereits 1971 in der damaligen Sowjetunion. Innerhalb von zehn Jahren wurden im OKB drei Varianten des Flugzeuges entwickelt, die für den Einsatz auf Flugzeugträgern (Projekte 1160 und 1153) geplant waren. Diese Projekte sahen den Einsatz eines Katapultes beim Start und eines Fangseils bei der Landung vor.

Ab 1982 wurden die Arbeiten an einer trägergestützten Version der Su-27 fortgesetzt, die für den Einsatz auf dem schweren Flugzeugträger Projekt 1143.5, der heutigen Admiral Kusnezow, vorgesehen war. Für diesen Flugzeugträger wurde anstatt von Katapulten ein Ski-Jump vorgesehen.

Für Testzwecke wurden bei den OKBs Suchoi und Mikojan-Gurewitsch „fliegende Laboratorien (LL)“ (russ.: летающие лаборатории (ЛЛ)) entwickelt. Im LL von Suchoi wurde ein Testflugzeug T10-3 gebaut, mit dem in den Jahren 1982–83 die ersten Tests am Boden zum Start vom Ski-Jump und Landen mit Hilfe von Fanghaken und Seil abliefen. Der erste Start vom Ski-Jump fand dabei am 28. August 1982 statt. 1984 wurde ein weiteres Testflugzeug gebaut – die T10-25. Diese Maschine landete am 30. August 1984 bzw. startete am 3. September 1984 zum ersten Mal vom neuen Ski-Jump „nach Schiffsart“.

1986 bis 1987 wurden zwei Prototypen der Su-27K (interne Bezeichnungen: T10-K1 und T10-K2) gebaut. Der erste Start erfolgte am 22. Dezember 1987 mit der Maschine T10-K1. Am 1. November 1989 folgte die erste Landung mit der Maschine T10-K2 auf dem Flugzeugträger Tbilisi (heute: Admiral Kusnezow).

Ab 1989 begann der Bau eines Regiments der Su-27K in dem Betrieb Комсомольск-на-Амуре (Komsomolsk-na-Amurje). Die erste Serienmaschine flog bereits am 17. Februar 1990.
Die staatlichen Tests wurden in den Jahren 1991 bis 1994 durchgeführt. Im April 1993 wurde die ersten Exemplare des trägergestützten Jägers an die Piloten des 279. OKIAP (Selbstständiges bordgestütztes Jagdfliegerregiment) der Nordflotte übergeben. Im August 1994 befanden sich 24 Serienmaschinen im Bestand der Einheit.

Am 31. Oktober 1998 wurde die Su-27K auf Verordnung des Präsidenten in die Streitkräfte der Russischen Föderation unter der Bezeichnung Su-33 aufgenommen.

Da die Verhandlungen mit der Volksrepublik China über einen Export scheiterten und die Indische Marine für ihren Flugzeugträger Vikramaditya MiG-29K Flugzeuge verwendet, wurde 2009 beschlossen, die Su-33 aus Kostengründen außer Dienst zu stellen. Zwar befindet sich die Su-33 (Stand Juni 2015) auf der technischen Höhe der Zeit. Doch durch die geringe Stückzahl von 24 Flugzeugen erweist es sich als ineffizient die Su-33 weiterhin in Betrieb zu halten und die für die Wartungsarbeiten erforderlichen Ersatzteile zu produzieren.

Avionik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunikations- und Ortungselektronik sowie die Schnittstellen zu den getragenen Waffen sind auf Tag- und Nachteinsätze auf dem maritimen Kriegsschauplatz ausgerichtet.

Export[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 geführte Verhandlungen über den Verkauf von 50 Maschinen an die Volksrepublik China scheiterten im März 2009 aus Sorge vor für den Export bestimmten chinesischen Plagiaten. Russland will dies schon 2006 bei bereits ausgelieferten Su-27SK festgestellt haben.[1] Mitte 2010 tauchten Bilder einer als J-15 bezeichneten chinesischen Maschine auf, die wie eine Kopie der Su-33 aussieht. Die chinesische Regierung meldete, dass der Prototyp am 6. Mai 2010 seinen ersten simulierten Rampenstart beim CFTE in Xian-Yanliang absolviert habe.[2]

Militärische Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russische Marine: Anfang Dezember 2016 sind 17 Su-33 einsatzbereit.[3][4]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Su-33 beim Start von der Admiral Kusnezow
Su-33 auf der MAKS 2007
Kenngröße Daten
Typ: Luftüberlegenheitsjäger
Länge: 21,19 m
Flügelspannweite:
  • 14,70 m
  • 7,40 m (hochgeklappt)
Tragflügelfläche: 67,84 m²
Flügelstreckung: 3,48
Tragflächenbelastung:
  • minimal (Leergewicht): 297 kg/m²
  • nominal (normales Startgewicht): 483 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 532 kg/m²
Höhe: 5,93 m
Leergewicht: 18.400 kg
Normales Startgewicht: 29.940 kg
Maximales Startgewicht: 33.000 kg
Höchstgeschwindigkeit:
  • 2.300 km/h bzw. Mach 2.17 (auf 10 km)
  • 1.396 km/h bzw. Mach 1.14 (auf Meereshöhe)
Landegeschwindigkeit: 240 km/h
Dienstgipfelhöhe: ca. 17.000 m
Steigrate: 230 m/s
Maximale Reichweite: ca. 3.000 km
Startstrecke: 100–195 m (mit Ski-Jump)
Landestrecke: 90 m (abgefangen)
Triebwerke: zwei Saturn/Ljulka AL-31F-Mantelstromtriebwerke
Schubkraft:
  • mit Nachbrenner: 122,58 kN
  • ohne Nachbrenner: 74,50 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis:
  • maximal (Leergewicht): 1,36
  • nominal (normales Startgewicht): 0,83
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,76

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Su-33 von der Seite
Su-33 von vorne gesehen

Festinstallierte Bewaffnung im Bug

Waffenzuladung von 6.500 kg an 12 Unterflügel-Aufhängepunkten

Luft-Luft-Lenkwaffen

Luft-Boden-Freifallbomben

    • 2-6 × FAB-500M-54 (500-kg-Freifallbombe)
    • 28 × FAB-250 (250-kg-Freifallbombe)
    • 28 × FAB-100 (100-kg-Freifallbombe)

Ungelenkte Luft-Boden-Raketen

    • 4 × B-8M1-Raketen-Startbehälter mit je 20 ungelenkten Luft-Boden-Raketen Typ S-8; Kaliber 80 mm
    • 4 × B-13L-Raketen-Startbehälter mit je 5 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-13; 122 mm
    • 4 × O-25-Raketen-Startbehälter mit je einer ungelenkten Luft-Boden-Rakete S-25; 340 mm
Externe Behälter an den Flügelenden

Selbstverteidigungssysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täuschkörperdispenser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den beiden Triebwerken sind im Hecksporn zwei größere Batterien APP-50A-Täuschkörperwerfer für 14 Blöcke zu je 3 × 50-mm-Täuschkörpern und mittig auf dem Wulst des Hecksporns ein Gorizont-APP-50MA-Täuschkörperwerfer (rechteckiger Behälter für je 12 × 50-mm-Hitzefackel-Täuschkörper) eingebaut. Insgesamt sind 96 Täuschkörperpatronen vorhanden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. o. V.: Russian-Chinese Su-33 fighter deal collapses, in: Defence Talk Online, 11. März 2009. Zugriff am 12. März 2009.
  2. FliegerRevue Juli 2010; S. 18; Chinas Flanker-Programm nimmt Fahrt auf
  3. The Military Balance, S. 196, Januar 2016 (18 Su-33)
  4. https://theaviationist.com/2016/12/05/russian-su-33-crashed-in-the-mediterranean-while-attempting-to-land-on-kuznetsov-aircraft-carrier/ (1 Su-33 zerstört)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Suchoi Su-33 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien