Sude

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sude (Begriffsklärung) aufgeführt.
Sude
Verlauf der Flüsse Schilde, Schaale, Sude, Schmaar und Zare

Verlauf der Flüsse Schilde, Schaale, Sude, Schmaar und Zare

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5936
Lage Westmecklenburg, Amt Neuhaus
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Flussgebietseinheit Elbe
Quelle Südöstlich von Renzow
53° 36′ 39″ N, 11° 10′ 33″ O
Quellhöhe 49 m
Mündung Bei Boizenburg in die ElbeKoordinaten: 53° 22′ 17″ N, 10° 41′ 31″ O
53° 22′ 17″ N, 10° 41′ 31″ O
Mündungshöhe m ü. NN
Höhenunterschied 44 m
Länge 85 km
Einzugsgebiet 2507 km²
Abfluss am Pegel Garlitz[1]
AEo: 735 km²
Lage: 24 km oberhalb der Mündung
NNQ (17. Juli 1977)
MNQ 1955/2012
MQ 1955/2012
Mq 1955/2012
MHQ 1955/2012
HHQ (1. März 2002)
210 l/s
1,08 m³/s
4,57 m³/s
6,2 l/(s km²)
15,6 m³/s
27,2 m³/s
Abfluss MQ
14 m³/s
Linke Nebenflüsse Zare, Krainke, Rögnitz, Lake, Strohkirchener Bach, Kraaker Mühlenbach, Schwarzer Graben, Lehmkuhlener Bach
Rechte Nebenflüsse Boize, Schaale, Strom, Schmaar, Kleine Sude
Durchflossene Seen Dümmer See
Kleinstädte Hagenow, Lübtheen, Boizenburg
Sude bei Bandekow

Sude bei Bandekow

Die Sude ist ein 85 Kilometer langer, rechter (östlicher) Nebenfluss der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Flusslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sude entspringt in einem Wald nahe dem Schwarzen Moor zwischen Renzow und Groß Welzin, um von dort nach Osten hin den Dümmersee zu durchqueren. Anschließend fließt ihr Wasser in südlicher Richtung ab. In der Nähe von Bandenitz unterquert sie die Bundesautobahn 24. An Hagenow fließt sie östlich vorbei. Danach verläuft der Fluss in einem recht langgestreckten Rechtsbogen nach Westen nördlich an Lübtheen vorbei und durchquert die niedersächsische Gemeinde Amt Neuhaus. Schließlich mündet die Sude westlich von Boizenburg/Elbe an Elbflusskilometer 559,52 in die Elbe, die in diesem Bereich Grenzfluss zu Niedersachsen ist.

Von 1842 an mündete die Sude nach Verlängerung bei Kilometer 557 bei Gothmann in die Elbe. Der Verlauf wurde etwa 1983 in den Boizenburger Hafen verlegt, so dass die Boize zum Nebenfluss der Sude wurde.[2]

Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Quellgebiet der Sude liegt auf der Nordsee-Ostsee-Wasserscheide. Während die Sude in südwestlicher Richtung über die Elbe in die Nordsee entwässert, erreicht das Wasser der Stepenitz, die nur wenige Kilometer weiter nordöstlich entspringt und in nordwestliche Richtung fließt, über die Trave die Ostsee.

Tierwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sude hat einen sehr guten Fischbestand, vor allem der Hecht ist sehr häufig anzutreffen, wächst aber durch hohe Befischung nicht zu stattlichen Größen heran. Außerdem kommen alle Weißfischarten vor, sogar die Barbe wurde wieder erfolgreich angesiedelt. Der Aal sowie die Aalquappe, welche der größte Laichräuber im Fluss ist, werden gelegentlich von Anglern erbeutet.

Zudem gibt es Biber und Wasserratten und um die Sude herum eine intakte Tierwelt mit diversen Wildtieren. Im Amt Neuhaus hat die Storck Foundation große Gebiete gepachtet. Diese werden unter anderem zur Zucht von seltenen Nutztierrassen genutzt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sude wird touristisch beispielsweise durch Wasserwandern erschlossen. In Gößlow befindet sich ein neu errichtetes Blockhaus, welches als Startpunkt oder Rastplatz genutzt werden kann. Es müssen mehrere Wehre überquert werden. Zudem werden geführte Sudetouren angeboten.

In Sückau, nahe der Einmündung der Rögnitz und zwischen Sückau und Preten gibt es hölzerne Aussichtstürme, die eine Möglichkeit bieten, um weiträumige Flächen zu überschauen. Sie wurden von der Storck Foundation erbaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben vielen denkmalgeschützten Bauwerken entlang der Sude, wie z. B. dem hölzernen Wehr an der alten Mühle in Brömsenberg gibt es die historische Eisenbahnbrücke in Preten, die heute von Fahrradfahrern genutzt werden kann.

Wehre, Sohlgleiten und Strombauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es befinden sich Wehre bzw. Sohlgleiten in Radelübbe, Kuhstorf, Redefin, Brömsenberg, Langenheide und Gothmann.

Die Sude wird von zahlreichen Poldern, die durch Schöpfwerke abgetrennt sind, gesäumt. Sie dienen der Aufnahme von Hochwasserscheiteln. Beträgt die Wasserstandsdifferenz am Wehr in Gothmann mehr als 1,5 Meter so muss es aus baulichen Sicherheitsgründen geschlossen werden. Danach kann das Wasser der Sude nicht mehr abfließen und staut sich auf. Auch dank der vorhandenen Rückzugsflächen kam es während des Elbhochwassers im Jahr 2002 zu keinen größeren Schäden in den angrenzenden Ortschaften.

Mittlerweile wurden in Boizenburg, Brömsenberg und Redefin Fischtreppen installiert um Wanderungsmöglichkeiten für Fische zu schaffen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Amt Neuhaus, speziell in und um Sückau, gibt es eine Bürgerinitiative, die sich für eine Fortsetzung des Deichausbaus einsetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil III 2012. ISSN 0949-3654. Freie und Hansestadt Hamburg, Hamburg Port Authority, S. 140, abgerufen am 25. Juli 2015 (PDF, deutsch, Auf: hamburg-port-authority.de).
  2. Michael Bergemann: Gesamtliste der Fließgewässer im Elbeeinzugsgebiet. Behörde für Umwelt und Energie, Hamburg 1. Juli 2015 (PDF; 802 KB [abgerufen am 29. November 2015]).