Sudelfeld

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Koordinaten: 47° 40′ 0″ N, 12° 3′ 0″ O

Sudelfeld
Gemeinde Bayrischzell und Oberaudorf
Sudelfeld (Bayern)
Sudelfeld

Lage von Sudelfeld in Bayern

Blick auf das Sudelfeld im Sommer
Blick auf das Sudelfeld im Winter

Das Sudelfeld ist die Bezeichnung einer Berglandschaft der bayerischen Alpen im Mangfallgebirge im südöstlichen Oberbayern. Dort befindet sich zwischen Bayrischzell (Leitzachtal) und Oberaudorf (Inntal) auf Höhen zwischen 800 und 1563 m ü. NN auch das größte zusammenhängende Skigebiet Deutschlands.

Gebiet am Sudelfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sudelfeld liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Bayrischzell (Landkreis Miesbach) und der Gemeinde Oberaudorf (Landkreis Rosenheim). Es ist durch weite, geschwungene Wiesenflächen gekennzeichnet. 31 km Skipisten (einschließlich einer FIS-konformen Ski-Alpin-Slalom-Strecke), vier Sesselbahnen, 12 Schlepplifte, zwei Seillifte und ein Förderband (Zauberteppich) sorgen für eine Gesamttransportkapazität von 22.500 Gästen pro Stunde. Auf dem Sudelfeld findet gegebenenfalls teilweise eine technische Beschneiung (Maschinenschnee) statt.

In der schneefreien Zeit ist das Sudelfeld ein Ausflugsgebiet. Auf einer Länge von gut 10 Kilometern schlängelt sich eine kleine, asphaltierte Bergstraße zum einen hinauf auf 1400 m Höhe zur Walleralm/Speckalm, den höchstgelegenen Berggasthöfen am Sudelfeld, einem Treffpunkt für Motorradfahrer und Ausflügler. Zum anderen führt eine weitere Stichstraße hinauf zum Berggasthof Rosengasse auf 1.100 m Höhe. Für Wanderer attraktiver (ohne Motorradlärm, Skilifte und -schneisen) ist das östlich gelegene Brünnsteingebiet mit den Oberaudorfer Almen oder der südlich gelegene Große Traithen sowie das nördlich gelegene Gebiet südöstlich des Wendelsteins.

Das Gebiet am Sudelfeld wird in den Sommermonaten bis in den Herbst hinein almwirtschaftlich genutzt. Die Almwirtschaft umfasst im Landkreis Rosenheim ungefähr 8 % der Grünlandfläche. Die Almwirtschaft im Sudelfeldgebiet ist aktiver Erosionsschutz.

Große Teile des Sudelfeldes sind Landschaftsschutzgebiet.

Insgesamt sind im Sudelfeldgebiet neun Berggasthöfe, teilweise mit Übernachtungsmöglichkeit, ein Berghotel, eine Jugendherberge und fünf Skischulen angesiedelt.

Anfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu erreichen ist das Sudelfeld von Bayrischzell aus auf der Sudelfeldstraße (Bundesstraße 307) über den Sudelfeldpass, von Brannenburg aus ebenfalls über die hier mautpflichtige Sudelfeldstraße sowie über die Tatzelwurmstraße ab Oberaudorf. Von Süden ist das Sudelfeld über den Ursprungpass (Verbindung nach Kufstein) erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier die Versuchsanlage Sudelfeld – Luftwaffe des „Bevollmächtigten für Hochfrequenzforschung“, in der Radarforschung betrieben wurde. Diese Versuchsanlage war ebenso wie ein heute als Jugendherberge genutztes SS-Bergheim ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau.

Modernisierung des Wintersportareals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 wird das bestehende erschlossene Wintersportareal sukzessive modernisiert, jedoch nicht erweitert. Um in den nächsten Jahren sichere Schneeverhältnisse zu haben, wurde 2014 ein Ausbau der vorhandenen Beschneiungsanlagen (rund 20 Hektar bestehende beschneibare Fläche) auf maximal 250 Schneeerzeuger (Propellermaschinen, Schneilanzen) genehmigt und ein 150.000 Kubikmeter fassender Speichersee (Walleralmsee) in einem Taleinschnitt mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen (u.a. Anlage von Biotopen) errichtet (2014/2015). Der Speichersee wird auch als Sommerattraktion mit Rundweg und Bänken genutzt. Die genehmigte beschneibare Fläche beträgt rund 70 Hektar (gesamte präparierte Pistenfläche rund 120 Hektar), realisiert wurden davon seit 2014 in mehreren Bauabschnitten bis Ende 2016 40 Hektar beschneibare Fläche. Das Beschneiungsfenster wurde aus ökologischen Gründen behördlich auf die Zeit vom Beginn der Wintersaison bis längstens Ende Februar begrenzt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat eine Beschwerde des Deutschen Alpenvereins und des Bundes Naturschutz mit der Forderung eines Baustopps abgelehnt, da das öffentliche Interesse und das Interesse der Bergbahnbetreiberin am Fortschreiten der Baumaßnahmen überwiege.[1] In der Folge zogen beiden Organisationen ihre Klage gegen das Projekt mangels Erfolgsaussichten zurück.[2]

Ferner wurde zur Modernisierung und Reduktion der Anzahl der Liftanlagen eine neue Sechsersesselbahn im Jahr 2014 gebaut (Waldkopfbahn), welche drei Schlepplifte, die vollständig demontiert wurden, ersetzt. 2015 wurde ein neuer Tellerlift errichtet, der einen alten Schlepplift ersetzt. 2017 soll eine weitere Sesselbahn gebaut werden (Achtersesselbahn Sudelfeldkopf), welche ebenfalls drei Schlepplifte ersetzen soll; einer davon wurde bereits 2016 abgebaut, die übrigen beiden sollen 2017 demontiert werden. Weiters soll im Zeitraum 2021 bis 2026 die Zubringerbahn aus Bayrischzell (Einersessellift) durch eine moderne Anlage ersetzt werden (Einseilumlaufbahn oder Pendelbahn).[3]

Sportliche Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ski Alpin fanden fast jedes Jahr seit 2008 FIS-Rennen, Weltcups im Parallel-Riesenslalom, Europacups im Freestyle-Skiing und ähnliches statt.[4] Über mehrere Jahre wurde bis einschließlich 2015 auch ein Lauf zum Snowboard-Weltcup (Parallel-Riesenslalom) im Sudelfeld ausgetragen. Die Einstellung der Veranstaltung erfolgte unter anderem aus organisatorischen und finanziellen Gründen.[5]

Deutsche Alpenstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Alpenstraße entlang des Sudelfeldes ist eine der beliebtesten Motorradtouren-Strecken in Bayern. Wegen der hohen Unfallzahlen mit immer wieder tödlichem Ausgang (Unfallursache häufig übertreten der Geschwindigkeitsbegrenzung und/oder unerlaubtes Überholen) wird die Strecke seit 2007 regelmäßig durch die Polizei kontrolliert und es wurden im Jahr 2014 auch bauliche Maßnahmen gegen unerlaubtes Überholen und Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzung von im Regelfall 60 km/h vorgenommen.[6]

Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sudelfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sudelfeld-Ausbau geht weiter. In: Süddeutsche Zeitung. 26. August 2014, abgerufen am 26. August 2014.
  2. Stöttner: Schritt von BN und DAV vernünftig! In: Rosenheim24.de. 18. September 2014, abgerufen am 19. Oktober 2016.
  3. Sudelfeld Highlights 2016/2017. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  4. FIS Ski-Alpin-Wettkämpfe im Sudelfeld
  5. Kein Weltcup mehr am Sudelfeld. Münchner Merkur, abgerufen am 18. Oktober 2016 (deutsch).
  6. Rüttelstreifen auch am Sudelfeld. Münchner Merkur, abgerufen am 19. Oktober 2016 (deutsch).