Sue Lyon

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Suellyn „Sue“ Lyon (* 10. Juli 1946 in Davenport, Iowa; † 26. Dezember 2019 in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin. Einem breiten Publikum wurde sie durch die Verkörperung der Titelrolle in Stanley Kubricks Literaturverfilmung Lolita (1962) bekannt, für die sie einen Golden Globe Award erhielt.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sue Lyon war 14 Jahre alt, als sie als Kinderdarstellerin für einen der am hitzigsten diskutierten Filme der frühen 1960er Jahre entdeckt und besetzt wurde. Zuvor hatte sie nur ein paar kleinere Fernsehrollen, unter anderem in der Fernsehshow von Loretta Young, gespielt.[1] Sie spielte die Titelrolle in Lolita unter der Regie von Stanley Kubrick. Der Film basiert auf der gleichnamigen literarischen Vorlage von Vladimir Nabokov, in dem es um die obsessive Liebe eines Mannes zu einem frühreifen Mädchen geht. Wegen der strikten Anwendung der US-amerikanischen Altersfreigabebestimmungen durfte die knapp 16-Jährige am 13. Juni 1962 nicht die Premiere von Lolita besuchen. Dies konnte aber nicht verhindern, dass ihre Darstellung der Dolores „Lolita“ Haze mit einem Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde und dass sie sich als Schauspielerin damit einen Namen gemacht hatte.

Gemäß ihrem sprichwörtlich gewordenen Lolita-Image wurde sie anschließend in einem weiteren Film als nymphomanischer Teenager besetzt: In Die Nacht des Leguan (1964) von John Huston hatte sie es auf einen von Richard Burton gespielten ehemaligen Geistlichen abgesehen. Für damalige Verhältnisse ebenfalls gewagt war ihre Rolle in John Fords letztem Kinoprojekt Sieben Frauen (1966), in dem sie als Pfarrerstochter zum Objekt der Zuneigung einer lesbischen Ärztin wird.

Die zuvor genannten Filme markieren aber bereits die Karrierehöhepunkte von Sue Lyon. Für öffentliche Aufmerksamkeit hat sie in den folgenden Jahren vor allem mit Details aus ihrem Privatleben gesorgt. Die erste Ehe mit Hampton Fancher, dem späteren Co-Drehbuchautor von Blade Runner, war nur von kurzer Dauer. Vor dem Hintergrund der seinerzeit noch offen ausgesprochenen Ressentiments war ihre zweite Ehe mit dem afroamerikanischen Fotografen Roland Harrison derart umstritten, dass das Paar nach Spanien auswanderte. Für Schlagzeilen sorgte dann auch ihre dritte und ebenfalls nach kurzer Zeit geschiedene Ehe mit dem wegen Mordes einsitzenden Cotton Adamson. Lyon gab später an, dass insbesondere die Ehe zu Adamson ihrer Filmkarriere geschadet habe, da Produzenten sie nicht mehr besetzen wollten.[2]

In den 1970er wirkte Sue Lyon noch in einigen unbedeutenden Film- und TV-Produktionen mit, die vorwiegend dem Thriller-, Horror- bzw. Mystery-Genre zuzuordnen sind. Sie stand zuletzt 1980 vor der Kamera. Von 1985 bis 2002 war sie in der fünfter Ehe mit Richard Rudman verheiratet. In den Jahrzehnten vor ihrem Tod lebte sie zurückgezogen und mied Interviews. Sue Lyon starb am 26. Dezember 2019 nach längerer Krankheit im Alter von 73 Jahren. Sie hinterlässt eine Tochter, Nona, aus ihrer Ehe mit Harrison.[3]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1959: Ihr Star Loretta Young (Letter to Loretta, Fernsehserie, Episode: „Alien Love“) – noch als ‘Suellyn Lyon’
  • 1960: Dennis, Geschichte eines Lausbuben (Dennis the Menace, Fernsehserie, eine Episode)
  • 1962: Lolita
  • 1964: Die Nacht des Leguan (The Night of the Iguana)
  • 1965: Sieben Frauen (Seven Women)
  • 1966: Der tolle Mr. Flim-Flam (The Flim-Flam Man)
  • 1967: Der Schnüffler (Tony Rome)
  • 1968: Four Rode Out
  • 1969: Arsenic and Old Lace (Fernsehfilm)
  • 1969: Love, American Style (Fernsehserie, Episode: „Love and the Bed“)
  • 1970: But I Don’t Want to Get Married (Fernsehfilm)
  • 1970: Die Leute von der Shiloh Ranch (Fernsehserie, Episode: „Experiment at New Life“)
  • 1970: Evel Knievel
  • 1971: Das Wort hat die Verteidigung (Fernsehserie, Episode: „Eine lange Nacht“)
  • 1971: Rod Serling’s Night Gallery (Fernsehserie, Episode: „iss Lovecraft Sent Me“)
  • 1972: Dead Angel (Una gota de sangre para morir amando)
  • 1973: Der Teufel mischt die Karten (Tarots)
  • 1974: Love, American Style (Fernsehserie, Episode: „Love and the Extra Job“)
  • 1976: Smash-Up on Interstate 5 (Fernsehfilm)
  • 1976: Draculas Todesrennen (Crash)
  • 1976: Das Ende der Welt (End of the World)
  • 1977: Towing/Who Stole My Wheels?
  • 1977: Don’t Push, I’ll Charge When I’m Ready (Fernsehfilm)
  • 1978: Fantasy Island (Fernsehserie, Episode: „Perfektes Glück“)
  • 1978: Police Story (Fernsehserie, Episode: „River of Promises“)
  • 1980: Der Horror-Alligator (Alligator)
  • 1984: The Transformer (Invisible Strangler)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sue Lyon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sue Lyon, Star of Stanley Kubrick’s ‘Lolita,’ Dies at 73. In: TheWrap. 28. Dezember 2019, abgerufen am 28. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  2. Neil Genzlinger: Sue Lyon, Star of ‘Lolita,’ Is Dead at 73. In: The New York Times. 27. Dezember 2019, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 28. Dezember 2019]).
  3. Neil Genzlinger: Sue Lyon, Star of ‘Lolita,’ Is Dead at 73. In: The New York Times. 27. Dezember 2019, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 28. Dezember 2019]).