Süddeutsche Zeitung

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Süddeutsche Zeitung
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Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Süddeutscher Verlag, München
Erstausgabe 6. Oktober 1945
Erscheinungsweise montags bis samstags
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2016, Mo–Sa)
382.050 Exemplare
Reichweite (MA 2012 II) 1,48 Mio. Leser
Chefredakteure Kurt Kister und Wolfgang Krach
Weblink sueddeutsche.de
ISSN 0174-4917Vorlage:Infobox Publikation/Unspezifische ISSN-Angabe

Die Süddeutsche Zeitung (Abkürzung SZ) ist eine deutsche, überregionale Abonnement-Tageszeitung. Sie wird im Süddeutschen Verlag in München verlegt, seit ihr die Information Control Division der amerikanischen Besatzungsmacht 1945 als so genannte „wichtige meinungsbildende“ Tageszeitung die Lizenz zum Druck erteilt hatte. Die verkaufte Auflage beträgt 382.050 Exemplare, ein Minus von 7,6 Prozent seit 1998.[1] Seit dem 29. Februar 2008 gehört der Süddeutsche Verlag zu 81,25 Prozent der Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH) mit Sitz in Stuttgart.

Chefredakteure sind Kurt Kister und Wolfgang Krach. Dem Herausgeberrat gehören an: als Vorsitzender Johannes Friedmann (Minderheitseigentümer); Albert Esslinger-Kiefer für die Gruppe Württembergischer Verleger/SWM (über PZ Media an der Pforzheimer Zeitung beteiligt), Thomas Schaub (Sohn von Dieter Schaub) für Medien Union/SWMH, Christoph Schwingenstein (ex-Alteigentümerfamilie Schwingenstein).[2]

Allgemeines und Spezifisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spezifisch für die Süddeutsche Zeitung ist das Gewicht, das sie in den letzten Jahren der Kultur einräumt. Das Feuilleton folgt direkt auf den politischen Teil. Neben der Glosse Streiflicht oben auf der Titelseite ist die „Seite 3“ ein besonderes Merkmal der Süddeutschen Zeitung, in der eigenen Schreibweise DIE SEITE DREI. Hier erscheinen täglich große Reportagen und Hintergrundartikel. Auf der vierten Seite, der Meinungsseite, findet man täglich einen von bekannten Autoren der Süddeutschen Zeitung geschriebenen Leitartikel. Außerdem erscheint freitags eine Beilage mit einer Auswahl englischsprachiger Artikel der New York Times sowie das SZ-Magazin. An Donnerstagen, nur in der Auflage für die Region München, gibt es die Veranstaltungsbeilage SZ-Extra. Samstags erscheint die Süddeutsche Zeitung seit dem 18. Oktober 2014 unter dem Titel „Süddeutsche Zeitung am Wochenende“ in einer erheblich erweiterten Version, welche nicht nur Tageszeitung, sondern auch Sonntags- bzw. Wochenzeitung sein soll.[3]

Die Süddeutsche Zeitung unterhält im Inland Redaktionsbüros in Augsburg, Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Karlsruhe, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart.

Im Sommer 2005 bezeichneten deutsche Journalisten die Süddeutsche Zeitung bei einer großangelegten Umfrage als das „Leitmedium“ Nummer Eins – vor dem Spiegel. In der Studie Journalismus in Deutschland des Kommunikationswissenschaftlers Siegfried Weischenberg sagten 34,6 Prozent von 1536 repräsentativ ausgewählten Journalisten, dass sie regelmäßig zur Süddeutschen Zeitung griffen, um sich zu informieren oder Themenanregungen zu finden (Mehrfachnennungen waren möglich).

Seit 2014 bildet die Süddeutsche Zeitung mit den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten NDR und WDR einen Rechercheverbund.

Im Mai 2016 wurde bekannt, dass Unbekannte die Webseite der Süddeutschen Zeitung gehackt und Nutzerdaten entwendet haben.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungsleser mit einer Sonderausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ nach der Urteilsverkündung der Nürnberger Prozesse, 1. Oktober 1946

Die Süddeutsche Zeitung sieht sich in der Nachfolge der von 1848 bis 1945 erschienenen Münchner Neuesten Nachrichten. Vor einigen Jahren wurde der historische Name von der Süddeutschen Zeitung als Titel des Lokalteils wiederbelebt.

Die erste Ausgabe erschien am Samstag, dem 6. Oktober 1945 unter der Lizenz Nr. 1 der Nachrichtenkontrolle der Militärregierung Ost zum Preis von 20 Pfennig. Das Blatt gehört somit zu den Zeitungen der Lizenzpresse. Die erste Lizenz für die Herausgabe einer Zeitung in Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg wurde August Schwingenstein, Edmund Goldschagg und Franz Josef Schöningh erteilt.

Aus dem Geleitwort auf Seite 1 der ersten Ausgabe:

„Zum Geleit – Zum ersten Male seit dem Zusammenbruch der braunen Schreckensherrschaft erscheint in München eine von Deutschen geleitete Zeitung. Sie ist von den politischen Notwendigkeiten der Gegenwart begrenzt, aber durch keine Zensur gefesselt, durch keinen Gewissenszwang geknebelt. Die Süddeutsche Zeitung ist nicht das Organ einer Regierung oder einer bestimmten Partei, sondern ein Sprachrohr für alle Deutschen, die einig sind in der Liebe zur Freiheit, im Haß gegen den totalen Staat. Im Abscheu gegen alles, was nationalsozialistisch ist.“

„Die Leiter der Zeitung, verschiedenen Parteien entstammend, glauben, daß nach zwölf Jahren schmachvoller Gewissensknechtung und aufbefohlener Lüge der gemeinsame Wille zu politischer Mündigkeit und Sauberkeit, zu Verantwortungsbewußtsein und Wahrhaftigkeit eine genügend starke Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit bildet. […] Wir beginnen auf schmaler Plattform mit geringen Mitteln und spiegeln damit die allgemeine Lage. Wir glauben, daß wir in nicht allzu ferner Zeit auch den allmählichen Aufstieg spiegeln werden.“

– Schriftleitung und Verlag
Früheres Redaktionsgebäude der Süddeutschen Zeitung in der Sendlinger Straße in München (bis Oktober 2008)

Im August 1949 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung unkommentiert den Leserbrief einer Person, die das Pseudonym Adolf Bleibtreu nutzte. Darin wurde bezüglich der Juden das Bedauern zum Ausdruck gebracht, „dass wir nicht alle vergast haben“. Eine Demonstration von aufgebrachten Holocaustüberlebenden gegen die Süddeutsche Zeitung, bei der auch Pflastersteine flogen, zerstreute die bayerische Polizei mit dem Schlagstock.[5]

Entwicklung seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Beginn der Krise auf dem Anzeigenmarkt der Tageszeitungen im Jahre 2000 verschlechterte sich auch die Lage der Süddeutschen Zeitung zusehends. Es mussten neue Gesellschafter ins Boot geholt werden: Mit 18,75 Prozent kaufte sich die Südwestdeutsche Medien Holding (Stuttgarter Zeitung etc.) in den die Süddeutsche Zeitung herausgebenden Süddeutschen Verlag ein, die wiederum zu rund 44 Prozent der Medien Union GmbH Ludwigshafen (Die Rheinpfalz etc.) gehört. Aber auch die nordrhein-westfälische Ausgabe musste aus Kostengründen eingestellt werden, ebenso die Jugendbeilage Jetzt. Es kam zu zahlreichen Entlassungen. Die wirtschaftliche Situation hat sich zwischenzeitlich umgekehrt: Der Fehlbetrag 2002 betrug 76,6 Mio Euro; 2003 ergab sich ein Überschuss von 0,6 Mio Euro und 2004 ein erneutes Plus von 37,1 Mio Euro.

Das SZ-Magazin wurde im Mai 2000 in einen Skandal verwickelt, nachdem bekannt wurde, dass das Magazin gefälschte Prominenten-Interviews des Journalisten Tom Kummer veröffentlicht hatte. Kummers fragwürdiges Verhältnis zur Beziehung von Realität und Fiktion (siehe Borderline-Journalismus) war seit längerem bekannt gewesen.

Ein gravierendes Revirement erlebte die Feuilleton-Redaktion im Frühjahr 2001. Zunächst wechselten vier namhafte Feuilleton-Redakteure von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Süddeutschen Zeitung: Franziska Augstein, Thomas Steinfeld, Ulrich Raulff und Lothar Müller.[6] Wie in solchen Fällen üblich, kommentierten die Betreffenden die Kündigungen nicht. Andere Kommentatoren vermuteten ein zunehmendes Unbehagen der Redakteure am Führungsstil von FAZ-Mitherausgeber und Feuilleton-Leiter Frank Schirrmacher.[6][7] Denn dies war bereits die dritte Kündigungsrunde unter der Ägide Schirrmachers.[8]

Im Gegenzug hatte SZ-Chefredakteur Hans Werner Kilz seinerseits einen Exodus von profilierten Feuilletonredakteuren nach nur wenigen Wochen im März 2001 hinzunehmen. Mit Ressortchef Claudius Seidl, Niklas Maak, Georg Diez, Edo Reents, Filmkritiker Michael Althen und dem Medienchef Alexander Gorkow verließ eine „sehr eng zusammenarbeitende Gruppe im Feuilleton der SZ“[6] das Haus und ging zur FAZ. Kilz reagierte hierauf mit der Einstellung junger Redakteure wie Alex Rühle und Sonja Zekri.

2001 schrieb SZ über die Kinderlosigkeit des japanischen Kaiserpaares. In einer Titelstory prangte es über dem Foto des Kaiserpaares auf dessen Schritthöhe: "Tote Hose". Die Empörung von Japan war gewaltig.[9]

Zusammen mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel und den Zeitungen der Axel Springer AG kündigte die Süddeutsche Zeitung Anfang August 2004 ihre Rückkehr zur klassischen Rechtschreibung an, wozu die FAZ sich bereits im August 2000 entschieden hatte. Im Jahr 2006 sprach sich die Redaktion der Süddeutschen Zeitung mit FAZ und Spiegel zu einer gemeinsamen konservativen Auslegung des neuen Duden ab, der in seiner 24. Auflage erstmals in etlichen Fällen zurück zur alten Schreibung geht und/oder diese mit der gelben Farbhinterlegung „empfiehlt“. Seither gilt bei der Süddeutschen Zeitung der Grundsatz: alte Schreibung, wo sie laut Duden zulässig ist; neue, wo die alte nicht mehr erlaubt oder nicht mehr aufgeführt ist.

Im Juli 2006 meldete unter anderem der Branchendienst kress, die Süddeutsche Zeitung plane den Start einer Sonntagsausgabe,[10] diese Pläne wurden im November 2008 jedoch für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt.[11]

Im November 2006 verlor die Süddeutsche Zeitung zusammen mit der FAZ einen Prozess gegen das Literaturmagazin Perlentaucher. Die Zeitungen klagten gegen den Weiterverkauf der Zusammenfassungen ihrer Literatur-Rezensionen an den Online-Buchhändler buecher.de, wodurch sie ihre Urheberrechte verletzt sahen.[12][13]

Seit 2007 verantwortet die Magazin Verlagsgesellschaft Süddeutsche Zeitung (MVG) alle Magazine und Supplements.

Mit Wirkung zum 29. Februar 2008 verkauften vier der fünf verbliebenen Gesellschafterfamilien im Dezember 2007 ihre Anteile am Verlag der Süddeutschen Zeitung an die Südwestdeutsche Medien Holding, die damit ihren Anteil auf insgesamt 81,25 Prozent aufstockt.

Entsprechend änderte sich die Zusammensetzung des „Herausgeberrates der Süddeutschen Zeitung“. Ihm gehören nun an: Eberhard Ebner (Sprecher der Gruppe Württembergischer Verleger), Johannes Friedmann (Vorsitz)[14], Thomas Schaub (Medien Union) und Christoph Schwingenstein. Der Herausgeberrat „bestimmt die grundsätzliche inhaltliche Ausrichtung und das Erscheinungsbild der Süddeutschen Zeitung und fällt wichtige personelle Entscheidungen“ (lt. SZ vom 13. März 2008).

Zum 9. Juli 2012 wurde das Layout überarbeitet,[15] wobei Papierformat und Zeilenabstände beibehalten[16] und die bisherigen Schriften Helvetica, Excelsior und Times durch Hausschriften ersetzt wurden.[17]

Anfang 2015 erhielt die Zeitung aus einer anonymen Quelle einen 2,6 Terabyte großen Datensatz mit vertraulichen Informationen einer Kanzlei aus Panama, die für zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft Briefkastenfirmen eingerichtet und verwaltet hatte. Gemeinsam mit dem International Consortium of Investigative Journalists und etwa 400 Kollegen sichteten Journalisten der SZ die Daten über ein Jahr lang, bevor sie am Abend des 3. April 2016 um 20 Uhr an die Öffentlichkeit traten und die Daten aus den Panama Papers veröffentlichten.[18]

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Süddeutsche Zeitung konnte von 1998 bis 2008 die verkaufte Auflage steigern bzw. stabilisieren. Seitdem fallen die Verkaufszahlen wieder. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 7,6 Prozent gesunken.[19] Sie beträgt gegenwärtig 382.050 Exemplare.[20] Das entspricht einem Rückgang von 31.537 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 70 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[21]


Digitale Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Logo von sueddeutsche.de

Süddeutsche.de (früher sueddeutsche.de) ist das Internetportal der Süddeutschen Zeitung. Die Artikel setzen sich zusammen aus eigenen Beiträgen der Süddeutsche.de-Redaktion, aus Texten, die von der Süddeutschen Zeitung übernommen werden, und aus Agenturmeldungen.

Am 18. Dezember 2006 startete das Internet-Portal der Süddeutschen Zeitung, damals noch sueddeutsche.de, mit neuem Design, Konzept und Chefredakteur. Bis 2006 war Helmut Martin-Jung Chefredakteur, ihm folgte Hans-Jürgen Jakobs, der zuvor die Medienseite der Süddeutschen Zeitung leitete.[22] Im Dezember 2010 wurde Stefan Plöchinger neuer Chefredakteur.[23] Seit 2006 ist die Redaktion auf 25 festangestellte Redakteure und mehr als zehn Pauschalisten gewachsen. Im November 2011 hatte die Seite 35.085.245 Besucher und 189.821.740 Seitenabrufe.[24]

Header der Website http://www.sueddeutsche.de/

Eine umfassende Überarbeitung erfuhr der Online-Auftritt am 24. März 2015. Seither gliedert sich die Website in die drei Bereiche SZ.de (News-Portal), Zeitung (komplette gedruckte Zeitung als digitale Ausgabe) und Magazin (Online-Portal des SZ-Magazins). Zeitgleich wurde die bereits im Winter 2014 angekündigte Paywall in Form einer Mischung aus dem Freemium- und dem Metered-Modell eingeführt.[25] Pro Nutzer und Woche sollen zehn Texte kostenlos abrufbar sein, weitere Artikel können nur nach Abschluss eines Digital-Abos "SZ Plus" oder Kauf eines Tagespasses gelesen werden.[26] Aufwändige Inhalte wie das Streiflicht oder die Die Seite Drei stehen unabhängig von der Anzahl der bereits gelesenen Artikel nur gegen Bezahlung zur Verfügung. SZ Plus-Abonnenten können neben allen Online-Artikeln auch auf die digitalen Ausgaben der gedruckten Zeitung zugreifen, welche auf der Website in der Rubrik Zeitung und als Smartphone- und Tablet-Apps bereitgestellt werden. Einen kostenlosen Mehrwert bietet der neue E-Mail- und WhatsApp-Newsletter SZ Espresso, ein kompakter Nachrichtenüberblick am Morgen und am Abend. [27]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 50. Geburtstag der Süddeutschen Zeitung startete am 6. Oktober 1995 deren Internet-Ausgabe unter dem Namen „SZonNet“. Das Projekt ging vom SZ-Textarchiv (heute DIZ – Dokumentations- und Informationszentrum München) unter der Leitung von Hella Schmitt aus. Zu Beginn gab es keine eigenen Redakteure, sondern es wurden ausgewählte Inhalte der gedruckten Ausgabe übernommen. 1996 verfasste Oliver Bantle aus der SZ-Wissenschaftsredaktion das erste journalistische online-Konzept. Dieser Blickpunkt Wissenschaft ging im Herbst desselben Jahres mit Angelika Jung-Hüttl als Redakteurin online. Sie erstellte die ersten journalistischen Inhalte, die nicht in der Zeitung standen. Die redaktionelle Verantwortung lag beim damaligen Leiter der SZ-Wissenschaftsredaktion, Martin Urban. Im Frühjahr 1998 ging das Reise Journal ins Netz. Wenke Heß schrieb das Konzept und setzte es als Redakteurin um.

Die wirtschaftliche Leitung ging zunächst auf die SV Teleradio GmbH, später auf die SV New Media GmbH über, deren Geschäftsführer Gerhard Andreas Schreiber war, beides Tochtergesellschaften des Süddeutschen Verlags. Im Vorfeld der Bundestagswahl 1998 ging der Blickpunkt Politik online. Er wurde unter Federführung von Heribert Prantl konzipiert, Leiter Innenpolitik und inzwischen auch Mitglied der Chefredaktion. Die Redakteure waren Oliver Bantle (Innenpolitik) und Thomas Becker (Außenpolitik). Nachrichten, Dossiers, Interviews und Kommentare ergänzten das Blatt. Die Online-Artikel standen unter redaktioneller Verantwortung der zuständigen Politikressorts der Zeitung. 1999 startete ein Kulturmagazin von Bernd Graff ins Netz. Die Überführung des ehemaligen Faxdienstes SZ-Finanz in eine Online-Wirtschaftsredaktion mit Paul Katzenberger, Hans von der Hagen, Martin Hesse und weiteren Redakteuren führte zu einer deutlichen Vergrößerung der Redaktion.

Mit Patrick Illinger bekam die Online-Ausgabe im Jahr 2000 zum ersten Mal einen Chefredakteur; die Redaktion wurde in sueddeutsche.de umbenannt. Helmut Martin-Jung wurde erster Chef vom Dienst. In dieser Zeit stießen auch Susanne Herda und Nicola Holzapfel zur Redaktion. Gleichzeitig wuchs die Zahl der technischen Mitarbeiter bei der betreuenden SV-Tochter Süd-Data. Die gestiegene Mitarbeiterzahl und der damit verbundene erhöhte Raumbedarf führte dazu, dass die Redaktion in angemietete Büroräume an den Rindermarkt zog. Nach Personaleinsparungen verließ Illinger die Online-Ausgabe bereits Ende 2001, auf dem Chefredakteursposten folgte ihm CvD Helmut Martin-Jung nach. Strategische Überlegungen führten Ende 2006 dazu, unter dem neuen Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs die Größe der Mannschaft wieder aufzustocken. Jakobs blieb bis zum Ende des Jahres 2010 Chefredakteur von sueddeutsche.de – er übernahm im Anschluss die Ressortleitung des Wirtschaftsteils der Süddeutschen Zeitung gemeinsam mit Marc Beise. Im Februar 2011 trat Stefan Plöchinger, der von Spiegel Online kam, seine Arbeit als neuer Chefredakteur von sueddeutsche.de an. Seit Mai 2014 ist er Mitglied der SZ-Chefredaktion.

Seit dem 10. Dezember 2007 beschränkte sueddeutsche.de die Kommentarfunktion der Online-Artikel auf den Zeitraum von Montag bis Freitag zwischen 8 und 19 Uhr. Zur Begründung gab sueddeutsche.de an, die Kommentare der „Suedcafé“-Mitglieder würden außerhalb dieser Zeiten „eingefroren“, da keine Moderation möglich sei. Um die Qualität der Diskussion zu heben, sei eine stärkere Moderation von Seiten der Zeitung erforderlich.[28] Die Süddeutsche Zeitung reagierte damit auf ein Urteil des Landgerichts Hamburg, das vorschreibt, bei brisanten Themen Kommentare vorab zu kontrollieren.[29] Es wird kritisiert, dass von seiten der Redaktion die Leserkommentare oft auch dann nicht zur Kenntnis genommen werden, wenn auf eindeutige Fehler in den kommentierten Berichten hingewiesen wird.[30] Hierzu existiert jedoch zu jedem Artikel ein Kontaktformular, welches für solche Fälle verwendet werden sollte. Mitte 2014 wurde die Kommentarfunktion, die bisher bei jedem Artikel gegeben war, eingestellt.

Anfang 2012 wurde die Seite in Süddeutsche.de umbenannt und das Logo dem Schriftzug der Süddeutschen Zeitung angepasst.[31] Am 26. November 2012 erfolgte eine umfassende Neugestaltung; seither werden die Hausschriften der Druckausgabe auch für den Online-Auftritt verwendet.[32][33]

Als eine der ersten überregionalen Qualitätszeitungen änderte die Süddeutsche Zeitung den Modus der Leserkommentare. Die Kommentierung unter den Artikeln wurde Anfang September 2014 durch ein Meinungsforum ersetzt. „Auf der eigentlichen Nachrichtenseite störten oft Trolle das Diskussionsklima. Sie besser abzuwehren und das Niveau der Debatten zu heben sei das Ziel, so der Chefredakteur.“[34]

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stellvertretende Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Redakteure und Autoren (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ressorts und ihre Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ressort Leitung
Innenpolitik Heribert Prantl
Außenpolitik Stefan Kornelius
Wirtschaft Marc Beise, Ulrich Schäfer
Feuilleton Andrian Kreye, Thomas Steinfeld
Wissen Patrick Illinger

Bestandteile der SZ mit SZ-Magazin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut ihrem Redaktionsstatut erstrebt die Süddeutsche Zeitung „freiheitliche, demokratische Gesellschaftsformen nach liberalen und sozialen Grundsätzen“.[36] Sie wird als „gemäßigt links“ beschrieben.[37]

Laut Informationen der Lobbyismusagentur Deekeling Arndt Advisors nahm das Deutsche Atomforum Einfluss auf das Veröffentlichungsdatum eines möglicherweise atomkritischen Berichtes in der Süddeutschen Zeitung. Eine ursprünglich geplante Veröffentlichung zum Zusammenhang zwischen Kinderkrebs und Kernkraftwerken soll so auf einen Zeitpunkt nach der Bundestagswahl 2009 verschoben worden sein.[38][39] Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, bestritt auf Nachfrage, dass es eine derartige Einflussnahme gegeben hätte.[40]

Medienkritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In medienkritischen Untersuchungen wird auch die Süddeutsche Zeitung analysiert, besonders ausführlich untersucht wurden die Bereiche Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie die Berichterstattung und Kommentierung der Finanzkrise. Eine Studie der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung von Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz von März 2010 zum Thema „Wirtschaftsjournalismus in der Krise - Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik“ betrachtete unter anderem eingehend die Arbeitsweise der Süddeutschen Zeitung von Frühjahr 1999 bis Herbst 2009. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der tagesaktuelle deutsche Wirtschaftsjournalismus als Beobachter, Berichterstatter und Kommentator des Finanzmarktes und der Finanzmarktpolitik bis zum offenen Ausbruch der globalen Finanzmarktkrise schlecht gearbeitet habe. Vor allem SZ, FAZ und HB hätten viel zu lange an einem Deutungsrahmen festgehalten – der Markt reguliert via Preis das Wirtschaftsgeschehen effizient, der Staat soll sich heraushalten – der den Ereignissen nicht mehr gerecht geworden sei. „Deshalb war sogar ihre zunehmend qualitätsvollere Berichterstattung in der Krise mit einem Orientierungschaos verbunden. Sie reflektierten diese Defizite nicht und blockierten sich so, zu einem neuen Verständnis zu kommen.“ Dieser Reflexionsmangel habe sich als ein echtes Hindernis für die Gesellschaft zu lernen entpuppt.[41]

Layout[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelseite Süddeutsche Zeitung vom 20. Mai 2009

In den Anfangsjahren ab 1945 hatte die Süddeutsche Zeitung meist nur einen Umfang von 4–6 Seiten, und nutzte daher eine 6-Punkte-Schrift in fünf Spalten, um viel Text unterzubringen. Überschriften wurden anfangs noch in der Frakturschrift National gesetzt, da keine Alternativen verfügbar waren.[42]

In den 1950er Jahren erhielt die Süddeutsche Zeitung ihr charakteristisches Erscheinungsbild mit Excelsior als Hauptschrift und serifenlosen Überschriften, letztere erst in Gill Sans und ab 1965 in Helvetica. Einige Textelemente wurden auch in Times gesetzt. Die charakteristische Struktur der ersten Seiten, mit einer Reportage auf Seite 3 und Leitartikel, Kommentaren und Karikaturen auf Seite 4 wurde Mitte der 1960er Jahre von damaligen Chefredakteur Hermann Proebst eingeführt. Der Bleisatz wurde 1984 durch Fotosatz ersetzt und seit 1987 wird ein Redaktionssystem benutzt. Im Juni 1988 wechselte die Süddeutsche Zeitung zum größeren nordischen Format, mit nunmehr sechs Textspalten.[42]

Am 9. Juli 2012 wurde das Layout in vielen Details geändert.[43] Der Haupttext wird seitdem in der von Henning Skibbe und Nils Thomsen neuentwickelten Schriftart SZ Text gesetzt, die von der Excelsior abgeleitet wurde. Für Überschriften wird seitdem die dazu passende, ebenfalls neu entwickelte SZ Sans genutzt. Diese neuen Schriften können jetzt auch auf digitalen Ausgaben eingesetzt werden und ersetzen viele der bis zu 20 Schriften, die zuvor auf manchen Titelseiten zu finden waren.[44]

Die Süddeutsche Zeitung wird im nordischen Format (40 × 57 cm) gedruckt, welches das zweitgrößte Zeitungsformat der Welt ist.

Verwandte Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung gibt es noch Publikation in verschiedenen Medien:

  • Das Süddeutsche Zeitung Magazin erscheint immer freitags als Beilage der Süddeutschen Zeitung.
  • Jetzt, die Jugendseite und Internetseite der Süddeutschen Zeitung.
  • Süddeutsche Zeitung Langstrecke, erscheint seit 2015 vierteljährig als Sammlung ausgewählter Beiträge aus der Süddeutschen Zeitung.
  • Süddeutsche Zeitung Audio: Artikel und Kommentare aus der Süddeutschen Zeitung zum Anhören und Herunterladen.
  • Süddeutsche Zeitung Archiv mit sämtlichen Ausgaben der Süddeutschen Zeitung seit 1992, Archivsuche und Recherchedienst.
  • Süddeutsche Zeitung TV: unter dem Titel „Süddeutsche.TV“ (früher „S-Zett“) werden seit 1993 in einem dctp-Fensterprogramm auf VOX Magazinsendungen und Reportagen ausgestrahlt.
  • Süddeutsche Zeitung Wissen: Vom 11. Dezember 2004 bis 22. Mai 2009 erschien monatlich das Wissens-Magazin SZ Wissen mit dem Anspruch, Wissenschaftsthemen verständlich aufzubereiten. Die Einstellung wurde mit fehlender Aussicht auf nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg aufgrund sinkender Anzeigenerlöse und einer nicht den Erwartungen entsprechenden Auflagenentwicklung begründet.

SZ-Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Unter dem Druck, neue Umsatzquellen zu erschließen, wurde mit verschiedenen Marketingmaßnahmen Neuland betreten. Angeregt wurden diese Aktivitäten, die man als Produktlinienerweiterung bezeichnet, von ähnlichen Aktionen in Italien und Spanien. Die erfolgreichste, zunächst 2004 als Test gestartete, war die Etablierung einer Süddeutsche Zeitung Bibliothek („50 große Romane des 20. Jahrhunderts“ im Wochenrhythmus), die mit branchenunüblichen Voraussetzungen an den Start ging:

  • Benennung der Reihe in Anlehnung an echte Rankings wie die Zeit-Bibliothek.
  • Verschenken des ersten Bandes an jeden Käufer oder Abonnenten der Süddeutschen Zeitung vom 20. März 2004.
  • Sehr niedriger Preis im Vergleich zu den in der Buchbranche gewöhnlich kalkulierten Preisen: weniger als 5 Euro für festgebundene Bücher.
  • Teure Publikumswerbung: wöchentlich mehrfach vierfarbige Anzeigen und Anzeigenstrecken in SZ und SZ-Magazin; im Laufe des Jahres dann auch Anzeigen in anderen Zeitschriften (Brigitte, Spiegel etc.), die für die niedrigpreisige Ware „Buch“ in dieser Massierung üblicherweise nicht kalkulierbar sind.
  • Mischung von Bestsellern und Longsellern („Name der Rose“) mit günstigeren Lizenzen (veraltete Ausgabe von Kafkas „Amerika“).
  • Platzierung am Markt als qualitativ hochwertige Auswahl mit Kanoncharakter durch redaktionell aufgemachte Werbung auf der ersten Seite und der ersten Seite des Feuilletons der jeweiligen Samstagsausgabe, dem Erscheinungstermin des jeweiligen Bandes; zusätzlich „redaktionelle“ Werbung am Tag davor. Als Autoren fungierten die Redakteure der Süddeutschen Zeitung, von denen gesagt wird, sie hätten die ursprüngliche große Lizenzeinkaufsliste zusammengestellt.
  • Nutzen sämtlicher Verkaufsstellen, die einem Zeitungsvertrieb zur Verfügung stehen: vor allem Kioske, Tankstellen, Zeitungsstände und Buchhandlungen.
  • Günstiger Lizenzeinkauf bei den Rechteinhabern mit dem Argument der Masse; damit Verringerung des Risikos, falls sich ein Titel möglicherweise schlechter verkaufen sollte. Es wurden 80.000 komplette Serien, insgesamt sogar mehr als 11 Mio. Bücher verkauft. In Österreich wurde diese Serie unter gleichem Namen ebenfalls vertrieben, hier von der Tageszeitung Der Standard, an welcher der Süddeutsche Verlag bis 2008 mit 49 Prozent beteiligt war.

Beginnend mit Frühstück bei Tiffany (Truman Capote) stockte man ab 21. April 2007 weitere 50 Bände auf (je einen Euro teurer).

Nach dem gleichen Muster wurde am 20. Oktober 2004 eine CD-Klassik-Edition gestartet, der Klavier Kaiser, eine Sammlung von 20 CDs, bei der 14 Pianisten, darunter Daniel Barenboim, Alfred Brendel und Glenn Gould vom Musikkritiker Joachim Kaiser besprochen werden. Begleitet wird diese Aktivität zusätzlich von Hörfunksendern. Bis April 2005 wurden hier 75.000 Ausgaben verkauft. Die SZ Klassik wurde Ende Oktober 2006 um die Jahrhundert Geiger erweitert, Aufnahmen von 16 großen Geigern.

Mit diesen Zusatzaktivitäten, die gleichzeitig Werbung bei den potentiellen Zielgruppen machen, erlöste die Süddeutsche Zeitung im Jahr 2004 zusätzliche Umsätze von 26 Mio. Euro (SZ vom 23. April 2005).

Am 5. März 2005 startete die SZ-Cinemathek, eine Sammlung von 100 Kinofilmen großer Regisseure auf DVD.[45][46][47] Begleitend wird in der Wochenend-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung der aktuelle Film von bekannten Personen aus der Filmwelt, wie z. B. Caroline Link und Volker Schlöndorff besprochen. Alles läuft ab nach dem Muster der SZ-Bibliothek inkl. Freiexemplar zum Start für jeden Käufer. Hier wurden bis Mitte April 2005 bereits 20.000 komplette Serien und insgesamt 600.000 DVDs verkauft. (Zu einer kritischen Einschätzung dieser Sammlung siehe Artikel Filmgeschichte.) Mittlerweile wurde die Cinemathek ergänzt um die SZ-Junge Cinemathek, SZ-Cinemathek Screwball Comedy, SZ-Cinemathek Série Noire, SZ-Cinemathek Traumfrauen, SZ-Deutsche Thriller, SZ-Politthriller und SZ-Berlinale.

Im Juni 2005 ging es weiter mit der SZ-Diskothek, im September mit der Kinderbuchreihe Junge Bibliothek, im Januar 2006 mit der SZ-Kriminalbibliothek; es erschien rechtzeitig zur Fußball-WM 2006 die SZ-WM-Bibliothek, im Herbst 2006 die Hörbuchedition SZ-Bibliothek der Erzähler, im Oktober 2006 die SZ-Vinothek, die Wein verkauft.

Unter der Rubrik Süddeutsche Zeitung Edition werden verschiedenste Bücher auf den Markt gebracht, teils bestehend aus Zweitverwertungen der Redaktionsarbeit (Streiflicht, Reportagen von Seite drei).

Mit der Süddeutsche Zeitung Mediathek (seit 2007: Süddeutsche Zeitung Shop) wurde ein Online-Versandhändler eingerichtet, der die oben genannten Objekte, unter Umgehung des Handels, direkt an die Endkunden vertreibt.

Im Frühjahr 2011 erschienen zum ersten Mal zehn Bände der Süddeutsche Zeitung Bibliothek Graphic Novels (darunter u. a. Persepolis von Marjane Satrapi),[48] gefolgt von weiteren zehn Bänden im Jahr 2012 (darunter u. a. Sandman von Neil Gaiman).[49] Die Reihe erfuhr im März des folgenden Jahres eine Fortsetzung um acht neue Bände, in denen Krimis präsentiert wurden (darunter u. a. From Hell von Alan Moore und Eddie Campbell).[50]

Weitere Verlagsprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Adventskalender für gute Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1948 initiierte Werner Friedmann die Spendenaktion der Süddeutschen Zeitung zur Unterstützung bedürftiger Familien und Einzelpersonen, die jedes Jahr vor Weihnachten in der Süddeutschen Zeitung zu Spenden aufruft. Von 1953 bis 1959 und in den 1970er Jahren hatte Karin Friedrich die Leitung der SZ-Hilfsaktion.[51] Im Jahr 2008 wurden fast 5,6 Millionen Euro von Lesern der Süddeutschen Zeitung für einen guten Zweck gespendet.

Haus der Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus der Gegenwart ist das Ergebnis eines gleichnamigen Architekturwettbewerbs und ein experimentelles Wohngebäude auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2005 in München wurde in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München, der Bayerischen Hausbau GmbH und der Fördergesellschaft Landespflege Bayern e. V. als gemeinnütziges Projekt durch das Süddeutsche Zeitung Magazin realisiert.

Preisträger bei Journalistenpreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor-Wolff-Preis
1998: Gerd Kröncke
1999: Annette Ramelsberger
2000: Evelyn Roll
2001: Heribert Prantl
2003: Stefan Ulrich
2005: Wolfgang Görl
2007: Sebastian Glubrecht, Süddeutsche Zeitung Magazin
2008: Thomas Kistner, Süddeutsche Zeitung Magazin
2009: Bastian Obermayer, Süddeutsche Zeitung Magazin
2010: Arne Perras, Joachim Kaiser für sein Lebenswerk[52]
2012: Alexander Gorkow
2013: Jochen Arntz
2014: Kai Strittmatter
Henri-Nannen-Preis
2005: Streiflicht
2005: Freddie Röckenhaus, zusammen mit Thomas Hennecke vom Kicker-Sportmagazin[53]
2006: Kurt Kister
2007: Markus Balser, Hans Leyendecker, Klaus Ott
2010: Marc Baumann, Martin Langeder, Mauritius Much, Bastian Obermayer, Süddeutsche Zeitung Magazin, Sonderpreis für den Beitrag „Briefe von der Front“[54]
2014: Moises Saman, Süddeutsche Zeitung Magazin, Preis für die Foto-Reportage „Im Reich des Todes“[55]
Wächterpreis der deutschen Tagespresse
2001: Sonderpreis für Hans Leyendecker
2003: Tomas Avenarius
2007: Hans Leyendecker und Nicolas Richter
2013: Christina Berndt, zusammen mit Jürgen Gückel vom Göttinger Tageblatt und Heike Haarhoff von der Tageszeitung (taz)
Axel-Springer-Preis
2006: Steffen Kraft
2007: Redaktionsteam Jetzt.de
Grimme Online Award
2006: Jetzt.de

Süddeutsche Zeitung und Hochhausdebatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SV-Hochhaus, Zentrale des Süddeutschen Verlags in Zamdorf

Im Jahr 2004 wurde die Süddeutsche Zeitung Gegenstand kommunalpolitischer Auseinandersetzungen in München. Es ging um den Neubau der Konzernzentrale in München-Zamdorf. Das Gebäude sollte als Hochhaus entstehen. Gegen die städtebauliche Auswirkung dieses und weiterer Hochhäuser sperrte sich jedoch eine Bürgerinitiative um die Ex-Oberbürgermeister Georg Kronawitter und Hans-Jochen Vogel. Ein durch sie initiierter Bürgerentscheid brachte am 21. November 2004 schließlich die Entscheidung: Mit 50,8 Prozent der Stimmen entschieden die Münchner, dass in der Stadt kein Hochhaus höher sein darf als die Frauenkirche.[56] Für den Süddeutschen Verlag bedeutete dies eine Überarbeitung der Pläne für die neue Konzernzentrale. Das SV-Hochhaus wurde schließlich mit einer Höhe von 99,95 Metern gebaut.

Verkaufte Auflage von Tageszeitungen aus München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Ausgabeort Verkaufte Auflage Mo–Fr[57] Verkaufte Auflage Sa[57]
Süddeutsche Zeitung Gesamtausgabe 418.415 535.250
Süddeutsche Zeitung Landeshauptstadt München 117.486 137.830
tz Landeshauptstadt München 104.391 127.887
Abendzeitung Landeshauptstadt München 100.856 114.547
Bild Landeshauptstadt München 66.378 57.507
Münchner Merkur Landeshauptstadt München 26.864 27.982

Verbreitung von Tageszeitungen aus München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Reichweite der in München erscheinenden Tageszeitungen
Medium 2005 2009 2013
Süddeutsche Zeitung 1.161.000 1.160.000 1.431.000
tz 298.000 335.000 256.000
Abendzeitung 280.000 233.000 210.000
Bild München 406.000 379.000 331.000
Münchner Merkur 703.000 722.000 723.000
Leser-Reichweiten in Deutschland laut Media-Analyse Pressemedien 2005, 2009 und 2013

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Knud von Harbou: Als Deutschland seine Seele retten wollte. Die Süddeutsche Zeitung in den Gründerjahren nach 1945. dtv, München 2015, ISBN 978-3-423-28055-6.
  • Süddeutsche Zeitung. Rösl, München 1859, 1 (1. Okt.) – 1860, 345 (13. Dez.)
  • Süddeutsche Zeitung. Münchner neueste Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Sport. Süddeutscher Verlag, München 1.1945, 1ff. (24. Aug.) ISSN 0174-4917
  • (daneben erschienen und erscheinen diverse regionale Ausgaben, Sonderausgaben und ihre Vorläufer, zeitlich begrenzt)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Süddeutsche Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. Impressum. In: sueddeutsche.de. 18. April 2016. Abgerufen am 18 April 2016.
  3. sueddeutsche.de
  4. Cyberangriff auf SZ-Magazin: Hacker erbeuten Nutzerdaten Bericht auf T-Online.de am 31. Mai 2016, abgerufen am 1. Juni 2016
  5. Michael Brenner: Rückblende 1949: Antisemitismus in der »Süddeutschen Zeitung«. In: Jüdische Allgemeine Zeitung. 8. November 2012.
  6. a b c ‚SZ‘-Abwanderung. Keine Verlustängste. In: Der Tagesspiegel. 26. März 2001.
  7. Der Lauf der Dinge. Gleich drei führende „FAZ“-Feuilletonisten wechseln zur „Süddeutschen“. In: Berliner Zeitung. 7. Februar 2001.
  8. Offline. In: Die Zeit. Nr. 7, 2001.
  9. Deutsche Satire provoziert nicht zum ersten Mal (Böhmermanns Vorgänger)
  10. Groß-Projekt: „Süddeutsche Zeitung“ erwägt Sonntagsausgabe. kress.de, 17. Juli 2006.
  11. Süddeutscher Verlag legt Pläne für Sonntagszeitung für unbestimmte Zeit auf Eis. auf horizonte.net, 12. November 2008.
  12. „FAZ“ und „SZ“ gegen Perlentaucher: Urteil im November. In: Die Welt. 12. Oktober 2006.
  13. Klagen abgewiesen, Perlentaucher, 23. November 2006.
  14. Johannes Friedmann ist der Sohn von Werner Friedmann: Johannes Friedmann, Der Spiegel, 15.Mai 1957
  15. Kurt Kister: Die gute Zeitung hat Zukunft - Neues Layout für die gedruckte SZ. sueddeutsche.de vom 9. Juli 2012.
  16. Carsten Matthäus: Layout-Reform der SZ: Was sich ändert – und was bleibt. sueddeutsche.de vom 8. Juli 2012.
  17. Andrian Kreye: Grundrauschen - Neue Schriften in der gedruckten SZ. sueddeutsche.de vom 8. Juli 2012.
  18. Panama Papers. The secrets of dirty money, panamapapers.sueddeutsche.de vom 3. April 2016
  19. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  20. laut IVW, erstes Quartal 2016, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  21. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  22. Jakobs wird Chef von Sueddeutsche.de. In: HORIZONT.NET. 11. Dezember 2006, abgerufen am 12. Dezember 2010.
  23. Stefan Plöchinger wird neuer Chef von Sueddeutsche.de. Horizont.net, 23. Dezember 2010, abgerufen am 2. Januar 2012.
  24. IVW-Ausweisung sueddeutsche.de. IVW, abgerufen am 2. Dezember 2011.
  25. Bezahlpläne: Süddeutsche.de will Paid Content wagen, Horizont.net, abgerufen am 24. Mai 2014.
  26. heise – Paywall: Süddeutsche zieht im Internet Bezahlschranke hoch. Artikel vom 28. Februar 2015, abgerufen am 28. Februar 2015.
  27. Die Zeitungen. – Süddeutsche Zeitung führt Online-Bezahlmodell ein. Artikel vom 25. März 2015, abgerufen am 29. Dezember 2015.
  28. In eigener Sache Diskussion braucht Qualität. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Dezember 2007, abgerufen am 11. Juli 2012 (deutsch).
  29. Netzwelt-Ticker. spiegelonline, 10. Dezember 2007.
  30. blog.handelsblatt.de
  31. Schöner, schlichter, besser SZblog vom 2. Januar 2012.
  32. Opulenter, innovativer, lesbarer, SZblog vom 26. November 2012.
  33. Facelift in anderthalb Jahren - Werkstattbericht zum neuen Layout, SZblog vom 26. November 2012.
  34. taz.de
  35. Schweigen ist Gold, zeit-online, abgerufen am 12. Juli 2011.
  36. SZ-Redaktionsstatut, zitiert nach Ludwig Maaßen: Die Zeitung: Daten – Deutungen – Porträts. Heidelberg 1986, S. 95.
  37. Davide Brocchi: Die Presse in Deutschland. Cultura21-Institut, Köln 2007, S. 7, abgerufen am 11. Juli 2011.
  38. Die Geheimpapiere der Atomlobby: Teil 2 von Herbst 2009. In: die tageszeitung. 28. Oktober 2011, abgerufen am 30. Oktober 2011 (PDF; 3,5 MB).
  39. Kernenergie: Wie die Atomlobby den Ausstieg vom Ausstieg vorbereiten ließ. In: Spiegel Online. 29. Oktober 2011, abgerufen am 30. Oktober 2011.
  40. Martin Kaul, Sebastian Heiser: Die Süddeutsche Zeitung und die Kinderkrebsstudie. In: die tageszeitung. 30. Oktober 2011, abgerufen am 30. Oktober 2011.
  41. otto-brenner-stiftung.de (PDF)
  42. a b Die Gestaltung der SZ im Wandel der Zeit. In: Süddeutsche Zeitung. 9. Juli 2012, S. 5.
  43. Carsten Matthäus: Layout-Reform der SZ – Was sich ändert – und was bleibt.
  44. Andrian Kreye: Neue Schriften in der gedruckten SZ – Grundrauschen. In: Süddeutsche Zeitung. 9. Juli 2012, S. 5.
  45. Übersicht aller Titel auf den Seiten des SZ-Shops
  46. Liste der Titel Nr. 1 bis 50 (PDF; 341 kB)
  47. Liste der Titel Nr. 51 bis 100 (PDF)
  48. SZ Bibliothek Graphic Novels I, 1. November 2012.
  49. SZ Bibliothek Graphic Novels II, 1. November 2012.
  50. SZ Bibliothek Graphic Novels Krimi, 15. März 2013.
  51. Karin Friedrich: Zeitfunken. Biographie einer Familie. Beck-Verlag, München 2000, S. 291 ff.
  52. bdzv.de
  53. Henri-Nannen-Preis: Preisträger 2005
  54. Die Preisträger für den Henri Nannen Preis 2010 stehen fest, 07.05.2010 (Memento vom 20. Mai 2010 im Internet Archive)
  55. Henri-Nannen-Preis: Preisträger 2014
  56. „Hochhausdebatte in München“ (Memento vom 5. Dezember 2004 im Internet Archive)
  57. a b IVW Verbreitungsanalyse: IVW Verbreitungsanalyse Online Mai 2009.

Koordinaten: 48° 8′ 13,9″ N, 11° 38′ 8,5″ O