Suicide

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Dieser Artikel behandelt die Band Suicide. Zu weiteren Begriffen siehe Suicide (Begriffsklärung).
Suicide
Martin Rev (links) und Alan Vega 1988 in Toronto
Martin Rev (links) und Alan Vega 1988 in Toronto
Allgemeine Informationen
Herkunft New York City, Vereinigte Staaten
Genre(s) Post-Punk, Electronica, New Wave, Synth Punk, Minimal, No Wave, Avantgarde
Gründung 1971
Auflösung 2016
Gründungsmitglieder
Alan Vega († 2016)
Martin Rev

Suicide war ein US-amerikanisches No-Wave-Duo aus New York. Ihre aktive Zeit umfasste die 1970er und frühen 1980er Jahre. Danach erfolgten noch einige Reunions, die allerdings alle recht kurzlebig waren. Ihre besondere Bedeutung liegt in der Vorbildfunktion für nachfolgende Bands und Musiker. 2002 erschien mit American Supreme ihr fünftes und letztes Album.

Stil und Auftreten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Rev 2005

Mit einem von diversen Effekten verzerrten Gesang, der nur von Synthesizer und einem Drumcomputer begleitet wurde, erzeugten die beiden Musiker dramatische, emotional verstörende Songs, in denen neurotisch-unheimliche, albtraumhafte Stimmungen mit teilweise sehr poetischen Texten und vor allem auch mit sehr schönen, einfachen Melodien kontrastierten. Bei Konzerten inszenierte sich das Duo als eine Art „Endzeittheater“.

Bandmitglied Alan Vega sagte in einem Interview zu einem Konzert im New Yorker Musik-Club CBGBs:

„Die anderen, die in CBGBs spielten, sagten den Leuten: ‚Da draußen auf den Straßen von New York ist die Hölle‘, wir wollten ihnen sagen: Das da draußen ist eigentlich harmlos, verglichen mit dem, was wir hier treiben. Hier unten ist die Hölle!“

Seit jeher zog sich die Auseinandersetzung mit dem Amerikanischen Traum sowie Albtraum durch die Texte des Duos. Die desillusionierende Thematik fand ihre Entsprechung in desillusionierender Musik und einem provokanten Auftreten. Suicide wichen der Konfrontation mit einem in den 1970er Jahren noch weitgehend verständnislosen Publikum nicht aus, dennoch mussten einige Konzerte vorzeitig abgebrochen werden. Auch 25 Jahre nach ihrem Debütalbum spielten Suicide noch ihren typischen Stil zwischen Minimal Techno (Martin Revs reduziertes Keyboardspiel) und Rockabilly (Alan Vegas unter anderem von Elvis beeinflusster Gesangsstil), nun jedoch mit Bezügen zu aktueller elektronischer Musik.[1][2][3]

Sowohl Suicide als auch Alan Vega werden noch heute von vielen Musikern als Vorbilder genannt und verehrt. Besonders der Musiker und Verleger Henry Rollins hat sich um die Erinnerung an Suicide verdient gemacht. Auch der Rolling Stone zollte dem Duo durch die Aufnahme ihres Debütalbums in die 500 besten Alben aller Zeiten Tribut.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(sowie diverse Solo-Projekte)

  • 1977 – Suicide
  • 1980 – The Second Album
  • 1981 – Half Alive
  • 1986 – Ghost Rider
  • 1988 – A Way Of Life
  • 1992 – Why Be Blue?
  • 2002 – American Supreme

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Sailer: Gimme Gimme Shock Treatment!
  2. Stadtrevue (12.2002): Bakterien und Bomben - Suicide
  3. Jazzthetik (11.2002): Suicide – Die Rückkehr der Geisterreiter