Sulęczyno

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sulęczyno
Wappen der Gmina Suleczyno
Sulęczyno (Polen)
Sulęczyno
Sulęczyno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kartuzy
Gmina: Sulęczyno
Geographische Lage: 54° 14′ N, 17° 46′ OKoordinaten: 54° 14′ 0″ N, 17° 46′ 0″ O
Einwohner: 1500 ([1])
Postleitzahl: 83-320
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GKA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 228: KartuzyBytów
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 29 Ortschaften
9 Schulzenämter
Fläche: 131,31 km²
Einwohner: 5276
(30. Jun. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 40 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2205072
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteher: Jan Kulas
Adresse: ul. Kaszubska 26
83-320 Sulęczyno
Webpräsenz: www.suleczyno.pl



Sulęczyno [sulɛnˈtʃɨnɔ] (deutsch Sullenschin, kaschubisch Sëlëczëno) ist ein Ort im Powiat Kartuski (Karthäuser Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Pommern. Der Ort ist Sitz einer Landgemeinde gleichen Namens.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf am Wengorezin-See liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, in der pommerellischen Kaschubei, etwa 19 Kilometer nordwestlich von Berent (Kościerzyna) und 60 Kilometer westlich von Gdingen (Gdynia) und Danzig.

Das Umland ist ein in der Eiszeit entstandenen Moränengebiet mit einer stark ausgeprägten Hügellandschaft, Heide-Vegetation und zahlreichen Seen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sullenschin westlich der Danziger Bucht und nordwestlich von Berent auf einer Landkarte von 1906.
Sullenschin (Sullenczin) westsüdwestlich von Danzig und nordöstlich von Bütow in Hinterpommern auf einer Landkarte von 1910.
Postamt (Aufnahme 2009)

Nach der Wiedervereinigung westlicher Teile Preußens mit Ostpreußen 1772 durch Friedrich den Großen wurden in Sullenczin württembergische Familien angesiedelt.[3] Im Jahr 1785 wird Sulleczin als ein adliges Gut, Vorwerk und Dorf mit einer katholischen Kirche, einem Krug, einer Korn- und Schneidemühle und mit insgesamt 22 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet; Gutsbesitzer war zum damaligen Zeitpunkt ein von Laßewski.[4][5] Der Gutsbezirk Sullenczin bildete im 19. Jahrhundert einen eigenen Gerichtstagsbezirk.[6]

Sullenschin war bis 1920 ein Ort im Kreis Karthaus im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Sullenschin zu dem Teil Pommerellens, der aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck wer Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden musste, mit Wirkung vom 20. Januar 1920 und ohne Volksabstimmung. Durch den Polenfeldzug 1939 kam das entnommene Gebiet des Polnischen Korridors an das Reichsgebiet zurück und wurde in den Reichsgau Danzig-Westpreußen eingegliedert, zu dem das Dorf nis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald danach wurde die Ortschaft zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Darauf setzte in Sullenschin die Zuwanderung polnischen Zivilisten ein, die sich Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Dorfbewohner bemächtigten. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Gmina Sulęczyno[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Sulęczyno gehören folgende Ortschaften:

Polnischer Name Kaschubischer Name Deutscher Name
Amalka Amalka Amalienthal (1942-45 Amaliental)
Bielawki Bielawken (1942-45 Bihlaken)
Borek Borrek (1942-45 Bärbusch)
Borek Kamienny Borreck (1942-45 Börken)
Borowiec Bòrowc Borowiec (1942-45 Borwiese)
Bukowa Góra Bùkòwô Gòra Bukowagorra (1942-45 Eichenberg)
Chojna Chòjna Choina (1942-45 Kieferntal)
Czarlino Czierlëno Czarlin (1942-45 Scherlein)
Kistówko Abbau Buchenfelde (bis 1905 Kistowken)
Kistowo Buchenfelde (bis 1880 Kystowo)
Kłodno Kłodnò Kloden
Kołodzieje Kolodzeye
Mściszewice Mcëszéwice Mischischewitz (1942-45 Mischütz)
Nowy Dwór Nowë Dwòr Klein Neuhof
Ogonki Ogonken (1942-45 Gonken)
Opoka Opokô
Ostrowite Ostrowitt (1942-45 Oswitt)
Ostrów-Mausz Maùszewsczi Òstrów Mauschwerder (bis 1912 Ostrow-Mausch)
Podjazy Pòdjazë Podjaß (1942-45 Jassen)
Sucha Friedrichsthal (1942-45 Friedrichstal)
Sulecki Borek Sëlëcczi Bòrek
Sulęczyno Sëlëczëno Sullenschin
Węsiory Wãsórë Wensiorry (1942-45 Wensern)
Widna Góra Widnô Gòra Widno Gora
Wydmuchowo Wilhelmshöhe
Żakowo Schakau
Zdunowice Sdunowitz (1942-45 Tunwald)
Zdunowice Małe Klein Sdunowitz (1942-45 Kleintunwald)
Zimna Góra Zimnô Górô

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine Ort mit etwa 1.500 Einwohnern erhält seine Bedeutung in erster Linie durch das Naherholungsangebot der Umgebung. Die Einwohner leben primär vom Tourismus, der sich vornehmlich auf die Sommermonate beschränkt. Durch den Ort führt die Woiwodschaftsstraße 228 von Karthaus (Kartuzy) nach Bütow (Bytów) in Hinterpommern.

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer, gewöhnlich im August, findet Im Ort das Jazz-Festival „Jazz w Lesie“ statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der Gemeinde, Informacje o Gminie Sulęczyno, abgerufen am 7. August 2010
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 26. Dezember 2014.
  3. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen.. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 248.
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 220.
  5. Friedrich Adolf Meckelburg: Entwurf einer Matrikel des Adels in der Provinz Preußen. Nacc archivalischen und anderen Quellen. Von v. Kospoth-Pawlowski – v. Lockstädt. In: Neue Preußische Provinzial-Blätter. AF, Band 7, Königsberg 1855, S. 292–300, insbesondere S. 297, Ziffer 1036.
  6. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig. Nr. 46 vom 14. November 1874, S. 274, rechte Spalte, siebenter Absatz.