Sulbasutra

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Die Sulbasutras („Schnurregeln“ oder „Leitfaden zur Messkunst“) sind indische Aufzeichnungen aus der Mitte des ersten Jahrtausends v. Chr. (Vedische Zeit). Sie enthalten geometrische Vorschriften zur Anlage von Altären. Von diesen sind drei erhalten:

  • Baudhayana-Sulbasutra (ungefähr 600 bis 500 v. Chr.)
  • Apastamba-Sulbasutra (ungefähr 500 bis 400 v. Chr.)
  • Katyayana-Sulbasutra (ungefähr 400 bis 300 v. Chr.)

Diese drei Schriften haben im Wesentlichen den gleichen Inhalt. In ihnen findet sich die Konstruktion rechter Winkel mit Hilfe rechtwinkliger Dreiecke, deren Seitenlängen pythagoreische Tripel (beispielsweise 3, 4, 5 und 5, 12, 13) sind. Auch die Umwandlung eines Rechtecks in ein Quadrat gleicher Fläche findet sich dort. Als Näherung für den Wert von Wurzel 2 wird

1 + \frac 1 3 + \frac 1 4 \cdot \frac 1 3 - \frac 1 {34} \cdot \frac 1 {4 \cdot 3}

angegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmuth Gericke: Mathematik in Antike, Orient und Abendland. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-937715-71-1, S. 66–69
  • S. N. Sen, A. K. Bag The Sulbasutras of Baudhayana, Apastamba, Katyayana,´and Manava, New Delhi, Indian National Science Academy 1983
  • A. K. Bag Geometry in Ancient and Medieval India, New Delhi, 1979
  • Jean-Michel Delire Un chapitre du Baudhayana Sulbasutra. Traduction et commentaires concernant les connaissances mathématiques de l’Inde védique, Mémoire, Philologie et Histoire Orientales, Université Libre de Bruxelles 1993
  • Olivier Keller Préhistoire de la géométrie : la gestation d’une science d’après les sources archéologiques et ethnographiques. Thèse, Histoire et civilisations (Histoire des sciences), Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris 1998

Weblinks[Bearbeiten]