Suleiman Abusaidowitsch Kerimow

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Suleiman Abusaidowitsch Kerimow, 2012

Suleiman Abusaidowitsch Kerimow (russisch Сулейман Абусаидович Керимов; * 12. März 1966 in Derbent, Dagestanische ASSR) ist russischer Parlamentsabgeordneter und Oligarch. Er war laut dpa (2008) einer der reichsten Männer der Welt mit 17,5 Mrd. US$ Vermögen (Nr. 35). Für 2009 taxierte ihn Forbes nur noch auf 3,1 Mrd. Dollar, womit er sich auf Platz 196 weltweit befand.[1] Im Jahr 2011 wurde er der Welt als Großinvestor des Fußballclubs Anschi Machatschkala bekannt und laut Forbes mit 7,8 Mrd. Dollar auf Platz 118 gelistet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerimow gehört der kaukasischen Volksgruppe der Lesgier an. 1989 machte er einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, im Anschluss arbeitete er in einem Elektronikkombinat in seiner Heimatregion.

Er steht hinter der Investmentfirma Nafta Moskau, die bei mehreren Banken und auch bei Yukos eingestiegen war, und galt als größter Aktionär des fünftgrößten Silberproduzenten der Welt (und gleichzeitig größten russischen Silberexporteurs) Polymetall, der im 1. Quartal 2007 an die Börse gegangen war. Laut Presseberichten im Juni schien er einen Ausstieg aus Russland zu versuchen und in großem Stil Aktien der Deutschen Bank und anderer westlicher Geldhäuser zu kaufen.[2] Für ihn dürften Investitionen im Westen weniger riskant sein, sagte ein Moskauer Finanzexperte dem Kommersant. Der Zeitung zufolge hatte Kerimow Ende 2007 rund drei Prozent an der Deutschen Bank gehalten. Zudem habe er jeweils etwa ein Prozent an den Banken UBS, Morgan Stanley und Credit Suisse erworben. 2010 erwarb er jedoch von Dmitri Jewgenjewitsch Rybolowlew für über 5 Mrd. $ dessen Aktienpaket an Uralkali.

Im Dezember 2007 wurde Kerimow vom Parlament seiner Heimatregion Dagestan zu dessen Vertreter im Föderationsrat, dem russischen Oberhaus, gewählt. Zuvor hatte er für die Ultranationalisten LDPR („Liberaldemokraten“) von Wladimir Schirinowski im Unterhaus, der Staatsduma, gesessen.

Im April 2007 erklärte Schirinowski, Kerimow sei aus der Fraktion ausgeschlossen worden, weil er sich geweigert habe, an Regionalwahlen im März teilzunehmen. Beobachter werteten den Weggang aber als Schlag für Schirinowski, weil Kerimow als einer seiner größten Finanziers galt. Danach wurde Kerimow zur Fraktion der regierungstreuen Partei Einiges Russland gezählt, die ihn jedoch zur Wahl im Dezember 2007 nicht mehr aufstellte.

Schirinowski und Kerimow besuchten 1998 den Irak und sind laut amerikanischen Behörden in den Oil-for-Food-Skandal verwickelt.

Im Rahmen des Kali-Konflikts zwischen der russischen Uralkali und der weißrussischen Belaruskali wurde Kerimow seitens der weißrussischen Behörden als größtem Einzelaktionär der Uralkali[3] „Machtmissbrauch und Missbrauch der Amtsstellung“ vorgeworfen.[4][5][6] Im November 2013 gab Kerimow auf und veräusserte seine Anteile. [7]

Im 2017 stand Karimow wegen Geldwäschereivorwürfen vor Gericht in Aix en Provence.[8][9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerimow ist verheiratet und hat drei Kinder.

Er ist Präsident des russischen Zweitligisten Anschi Machatschkala und soll laut Kicker Sportmagazin den mittlerweile aufgelösten Moskauer Vorortklub Saturn Ramenskoje mit 50 Millionen Euro unterstützt haben. Auch der Boxer Sultan Ibragimow wurde von ihm gesponsert.

Ende 2006 erlitt Kerimow mit einem Ferrari Enzo Verbrennungsverletzungen bei einem schweren Unfall bei Nizza in Südfrankreich.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Forbes 2009: The World's Billionaires.
  2. Russischer Magnat lässt die Kurse von Banktiteln steigen, NZZ, 12. Juni 2008
  3. Investor Presentation July 2013. Uralkali, 8. Juli 2013, S. 31; abgerufen am 2. September 2013 (englisch, PDF; 2,2 MB).
  4. Der Fall BPC (aktualisiert): Ermittlungskomitee versetzt Sulejman Kerimow in den Anklagestand. BelTA, 2. September 2013; abgerufen am 2. September 2013.
  5. Weißrussland erlässt Haftbefehl gegen russischen Milliardär. Handelsblatt, 2. September 2013; abgerufen am 2. September 2013.
  6. Interpol setzt Sulejman Kerimow auf Fahndungsliste. BelTA, 3. September 2013; abgerufen am 12. September 2013.
  7. Kerimow gibt auf, NZZ, 19. November 2013
  8. Oligarch Kerimow hat enge Beziehungen zu Luzern, Luzernerzeitung, 24. November 2017
  9. "Die Koffer von Kerimov" und der Immobilienmakler Berezovsky, Nowaja Gaseta, 5. Dezember 2017
  10. Unfallbericht bei greatfunplace.blogspot.co.at.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]