Sumpf-Veilchen

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Sumpf-Veilchen
Sumpf-Veilchen (Viola palustris) - Blüten und Blätter

Sumpf-Veilchen (Viola palustris) - Blüten und Blätter

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
Unterfamilie: Violoideae
Gattung: Veilchen (Viola)
Art: Sumpf-Veilchen
Wissenschaftlicher Name
Viola palustris
L.
Blüte eines Sumpf-Veilchens
Sumpf-Veilchen - Lithographie

Das Sumpf-Veilchen (Viola palustris) ist eine Art aus der Gattung der Veilchen (Viola).

Morphologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sumpf-Veilchen ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 3 und 10 Zentimetern erreicht. Ein oberirdischer Stängel fehlt, aber die Grundblätter sind 1 bis 5 cm lang gestielt. Die Stiele sind selten an der Spitze leicht geflügelt. Die rundlichen bis nierenförmigen Laubblätter sind 2 bis 5 cm lang und 2,5 bis 5,5 cm breit. Sie sind kahl, am Rand gekerbt bis gezähnt und von hellgrüner Farbe. Oft sind die Blätter längs eingerollt, mit an der Unterseite deutlich sichtbaren Adern. Die Nebenblätter sind etwa ¼ so lang wie der Stiel des zugehörigen Blattes. Sie sind oft häutig-weiß mit sehr kurzen Fransen am Rand.

Die Art blüht im Mai oder Juni. Die einzelnen Blüten entwickeln sich auf 4 bis 10 cm langen Blütenstielen, die in den Achseln der Grundblätter entstehen. Jede Grundblattrosette entwickelt 1 bis 3 Stiele. Die Grundfarbe der Blüten ist blasslila. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von bis zu 1,5 cm. Die seitlichen Blütenblätter sind schräg abwärts gerichtet und am Grund kleinflächig bärtig. Das unterste Blütenblatt ist dunkelviolett geadert. Der Sporn ist 3 bis 5 mm lang. Die Kelchblätter sind eiförmig mit kurzen rundlichen Anhängseln. Der Samen reift in einer dreifach gefurchten Samenkapsel heran und ist von dunkelbrauner Farbe.

Gelegentlich treten neben den blasslila Pflanzen auch vereinzelt echt albiotische weiße Exemplare auf, hieraus lassen sich aber keine Varietäten ableiten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sumpf-Veilchen braucht nassen, sauren, humusreichen, nährstoffarmen, sandig-torfigen oder torfig-lehmigen Boden. Die Art besiedelt oft Flach- und Hochmoore, Quellhorizonte und Verlandungsgebiete von Seen. Die Art hat keine Vorkommen in Kalkgebieten und in Höhenlagen über 2000 Metern Meereshöhe. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Caricion fuscae.[1]

Die Art findet sich im Westen und Nordosten der Vereinigten Staaten, in Kanada, in Europa, auf den Azoren und in Marokko[2]. Der Bestand in Deutschland geht jedoch zurück, in Hessen wurde die Art bereits in die Vorwarnliste aufgenommen.

Medizinischer Nutzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sumpf-Veilchen hat einen medizinischen Nutzen. Die Pflanze enthält Salicylsäure und eine Tinktur oder ein Tee aus den Pflanzen kann bei verschiedenen Krankheiten verabreicht werden. Die Blätter sind reich an Vitamin C und A. Zudem wird der Pflanze eine desinfizierende und antimycotische Wirkung nachgesagt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 2, Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse. S. 274, Franckh-Kosmos, Stuttgart 1995. ISBN 3-440-06190-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 675.
  2. Viola im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sumpf-Veilchen (Viola palustris) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien