Sunflowers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sunflowers GmbH

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1993
Auflösung 2007
Auflösungsgrund Übernahme durch Ubisoft
Sitz Heusenstamm, Deutschland
Leitung Adi Boiko, Gründer/ Präsident
Wilhelm Hamrozi, CEO

Die Sunflowers Interactive Entertainment Software GmbH war ein deutscher Hersteller von Computerspielen mit Sitz in Heusenstamm im Landkreis Offenbach in Hessen, in der Nähe von Frankfurt am Main. Das Unternehmen hatte sich auf das Genre Strategie spezialisiert und wurde bekannt durch die Fortsetzung Die Fugger II und Anno 1602. Sunflowers entwickelte die Marke Anno durch seine Fortsetzungen zu einer der erfolgreichsten deutschen Computerspieleserien. 2007 veräußerten die Gründer das Unternehmen und seine Marken an den französischen Publisher Ubisoft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1993 von Adi Boiko und Wilhelm Hamrozi gegründete Unternehmen begann als Spieleentwickler in Langen. Das Unternehmen entwickelte unter anderem Die Fugger II, eine Fortsetzung der 1988 von Bomico veröffentlichten Handelssimulation. Nach den enttäuschenden Verkaufszahlen von TechnoMage – Die Rückkehr der Ewigkeit löste Sunflowers 2002 die eigene Entwicklungsabteilung jedoch auf und konzentrierte sich seither auf Entwicklungskooperationen mit unabhängigen Entwicklerstudios.[1] Eine Zusammenarbeit mit den Timegate Studios zum Spiel Kohan war zuvor noch im Januar 2001 wegen unterschiedlicher Geschäftsstrategien aufgelöst worden.[2]

Zur erfolgreichsten Marke von Sunflowers avancierte die zunächst vom österreichischen Studio Max Design entwickelte Aufbau-Strategiespielserie Anno. Nach Anno 1602 und Anno 1503 lösten die Gründer von Max Design das Entwicklerteam auf und zogen sich aus der Spieleentwicklung zurück.[3] Sunflowers übergab die Entwicklung von Anno 1701 daher an das Mainzer Studio Related Designs.[4] Weitere Kooperationen bestanden mit den bulgarischen Black Sea Studios und dem Berliner Spieleentwicklungskombinat (SEK-Ost).[5][6] Im Falle von Related Designs und SEK Ost erwarb Sunflowers auch einen Minderheitsanteil von 30 % an den Unternehmen.[6][7] An Max Design hatte Sunflowers zuvor 40 % der Anteile besessen.[1]

Trotz hoher Investitionen von 8 Millionen Euro in SEK Osts Strategiespiel ParaWorld, was es nach eigenen Angaben zur teuersten deutschen Spieleentwicklung machte,[8] blieb der Erfolg des Titels aus. Im Oktober 2006 erschien schließlich Anno 1701 und löste ParaWorld als das bis dahin teuerste deutsche Computerspiel ab. Beide Vorgänger zusammen hatten zu diesem Zeitpunkt rund 4,5 Millionen Exemplare verkauft, weshalb Anno 1701 mit einer Auflage von einer Million Kopien in den Verkauf ging, 450.000 Exemplare allein für den deutschen Markt.[9] Außerdem hatte Sunflowers auf der Games Convention noch eine Ausweitung der Serie auf den Handheld Nintendo DS für April 2007 angekündigt.[10] Im Januar 2007 gaben Sunflowers und Buena Vista Games eine Kooperation bei der Veröffentlichung des von Keen Games entwickelten Titels an.[11]

Ebenfalls im Januar stellte SEK Ost den Geschäftsbetrieb ein und löste sich auf.[12] Der fehlende wirtschaftliche Erfolg von ParaWorld, der beispielhaft für die gestiegenen Kosten und Risiken in der Spieleentwicklung stand, und die Abhängigkeit von der Marke Anno führten zu mehrmonatigen Verkaufsgesprächen.[13] Am 11. April 2007 wurde bekanntgegeben, dass der französische Publisher Ubisoft Sunflowers übernehmen werde.[14] Durch diese Übernahme sicherte sich Ubisoft auch die 30%ige Beteiligung an Related Designs, die zuvor von Sunflowers gehalten wurden.

Die Sunflowers-Gründer Adi Boiko und Wilhelm Hamrozi gaben später die Gründung eines neuen auf MMOGs fokussierten Unternehmens bekannt, einige der Sunflowers-Mitarbeiter sollten übernommen werden.[15][16]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thorsten Wiesner: Sunflowers stellt interne Entwicklung ein. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.
  2. Thorsten Wiesner: Sunflowers annuliert Abkommen für Strategiespiel Kohan. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.
  3. Max Design - Massenentlassung bei Anno-Programmierern. In: Gamestar. Abgerufen am 24. November 2018.
  4. Panagiotis Kolokythas: Anno War: Sunflower startet neues "Anno"-Projekt. In: PC Welt. Abgerufen am 24. November 2018.
  5. Thorsten Wiesner: Sunflowers kooperiert mit bulgarischem Entwickler Black Sea. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.
  6. a b Thorsten Wiesner: Sunflowers beteiligt sich am Berliner Entwickler SEK. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.
  7. Jens Ihlenfeld: Ubisoft kauft Sunflowers. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.
  8. Paraworld - Echtzeit-Strategie auf der Zielgeraden. In: GameStar. Abgerufen am 19. August 2018.
  9. Teuerstes Spiel aus Deutschland. In: n-tv. Abgerufen am 24. November 2018.
  10. Andreas Sebayang: Anno 1701 in 3D und Anno DS mit Stiftsteuerung. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.
  11. Anno 1701 - Kommt für Nintendo DS. In: GamePro. Abgerufen am 24. November 2018.
  12. Lars Winckler: Dinosaurier bringen PC-Spielestudio zu Fall. In: Die Welt. 22. Januar 2007, abgerufen am 19. August 2018.
  13. Christian Burtchen: "In die richtigen Hände gegeben" - Adi Boiko im Interview. In: PC Games. 15. Mai 2007, abgerufen am 24. November 2018.
  14. Ubisoft-Presseerklärung vom 11. April 2007: „Durch die Akquisition von SunFlowers fügt Ubisoft die bekannte ANNO-Marke seinem Portfolio zu“
  15. GamePorts.net vom 12. April 2007, 12:25 Uhr: „Sunflowers – Neues Unternehmen in Planung“ (Memento vom 6. April 2008 im Internet Archive)
  16. Golem.de vom 12. April 2007, 19:22 Uhr: „Sunflowers Gründer gehen nicht zu Ubisoft“
  17. http://www.feibel.de/index.php?id=7&catId=77&prodId=2748
  18. http://www.feibel.de/index.php?id=7&catId=36&prodId=2566