Sunniten

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Staaten mit einem islamischen Bevölkerungsanteil von mehr als 5% —
Grün: sunnitische Gebiete; Rot: schiitische Gebiete; Blau: Ibaditen (Oman)
Islamische Konfessionen und Rechtsschulen

Die Sunniten (bis zum 19. Jahrhundert auch: Sonniten)[1][2] bilden die größte Glaubensrichtung im Islam. Sie werden als ahl as-sunna (‏أهل السنة‎ ‚Volk der Tradition‘) bezeichnet. Die Bezeichnung Sunniten stammt von dem Wort Sunna (‏سنة‎ ‚die Tradition des Propheten des Islam, Mohammed‘). Sunnitische Muslime werden auch als ahl as-sunna wal-dschamāʿa (‏أهل السنة والجماعة‎ ‚Volk der Tradition und der Einheit der Muslime‘) bezeichnet, was darauf hinweisen soll, dass die Sunniten vereinigt sind. Sie stellen einen Zweig des Islams dar, der aus dem von Abu Bakr gegründeten Kalifat entstammt.

Sunniten stellen in den meisten islamischen Ländern die Mehrheit der Muslime, mit Ausnahme von Iran, Irak, Oman, Libanon und von Aserbaidschan sowie Bahrain.

Sie lassen sich wiederum nach den sunnitischen Rechtsschulen (Madhhab) in Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten und Schafiiten einteilen. Zu den Sunniten zählen auch die Wahhabiten, eine sehr konservative und dogmatische Richtung des sunnitischen Islams hanbalitischer Richtung.

Die Unterschiede zur zweitgrößten Glaubensrichtung, deren Anhänger als Schiiten bezeichnet werden, waren anfänglich nicht theologischer Natur, sondern entsprangen der Frage, wer die Gemeinschaft der Muslime leiten soll. Bei den Sunniten bildete sich das Kalifat heraus, bei den Schiiten das Imamat.

Im Laufe der Zeit kamen weitere Unterschiede hinzu, besonders im Hinblick auf die schiitischen Imamiten, weniger im Hinblick auf die ebenfalls schiitischen Zaiditen.

Historische sunnitische Staaten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus von 1809
  2. Pierer von 1859