Superphosphate

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Superphosphat)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Superphosphate werden verschiedene als Dünger eingesetzte Phosphate bezeichnet, die sich durch ihren Phosphatgehalt und wasserunlösliche Nebenbestandteile unterscheiden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa zu Beginn der Industrialisierung wurde in den 1830er Jahren zunächst Dünger aus Chile für die Landwirtschaft nach Europa und in das Gebiet des heiligen römischen Reichs deutscher Nation als sogenannter „Chilesalpeter“ importiert. Nach der Einführung von Guano aus Peru in den 1840er Jahren kam dann auch erstmals der „künstliche“ Dünger in Form von Superphosphat hinzu, das erst nur in England produziert wurde. Nachdem auf dem Gebiet des späteren Deutschen Kaiserreichs der Landwirt Julius Kühn im Jahr 1850 dann aus Knochenmehl und Schwefelsäure im kleinen Maßstab Superphosphat hergestellt hatte, führte das Unternehmen Stackmann & Retschy in Lehrte 1855 „wohl als erste die fabrikatorische Superphosphatherstellung in Deutschland ein“.[1]

Superphosphat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Herstellung von Superphosphat wird in der Natur vorhandenes, unlösliches Calciumphosphat mit Hilfe von Schwefelsäure aufgeschlossen:

So wird wasserlösliches Calciumdihydrogenphosphat neben ca. 60 % wasserunlöslichem Calciumsulfat erhalten. In dieser Mischung ist (umgerechnet) 16–22 Gew.-% P2O5 enthalten.

Das Verfahren zur Herstellung von Superphosphat wurde vom britischen Agrikulturchemiker John Bennet Lawes entwickelt. 1843 begann er mit der Produktion des Kunstdüngers.

Doppelsuperphosphat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zum Superphosphat fällt bei der Herstellung von Doppelsuperphosphat kein unlösliches Calciumsulfat an. Dazu wird unlösliches Calciumphosphat, das in der Natur vergesellschaftet mit Calciumcarbonat vorkommt, mit technischer Phosphorsäure umgesetzt:

Das resultierende Doppelsuperphosphat enthält umgerechnet 35 Gew.-% P2O5.

Tripelsuperphosphat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tripelsuperphosphat (auch Triplesuperphosphat) wird ein calciumdihydrogenphosphathaltiger Dünger bezeichnet, der umgerechnet einen Gehalt von über 46 Gew.-% P2O5 aufweist. Dies lässt sich beispielsweise erzielen, wenn anstelle der Phosphorsäure technischer Qualität, die für die Herstellung von Doppelsuperphosphat eingesetzt wird, Phosphorsäure mit einer höheren Reinheit verwendet wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard K. Schmidt: „Stackmann & Retschy“, in ders.: Einhundert Jahre Stadt Lehrte 1898 - 1998. Vom Dorf im Großen Freien zur Stadt im Landkreis, Hrsg.: Stadt Lehrte, Lehrte : Stadt Lehrte, ISBN 978-3-00-002634-8 und ISBN 3-00-002634-7, (Inhaltsverzeichnis), S. 24f.