Supervectoring

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Bei Supervectoring (Supervectoring 35b) handelt es sich um die bisher jüngste Weiterentwicklung des VDSL2-Standards. Alternative Bezeichnungen sind VDSL Annex Q oder Vectoring Plus bzw. V Plus.[1] Das Verfahren ist von der ITU-T unter dem festgelegten VDSL2-Profil 35b (ITU-T G.993.2 Annex Q) normiert.[2][3]

Die VDSL2- und DSL-Verfahren verwenden auf den bereits verlegten Kupfer-Doppeladern des Telefonnetzes ein Frequenzband, welches oberhalb dessen für analoge Sprachtelefonie oder ISDN liegt und deshalb nicht für diese konventionellen Telekommunikationsanwendungen genutzt werden kann.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Supervectoring (DSL-Profil 35b) weitet die am Endanschluss verwendete Bandbreite von 17 MHz auf 35 MHz aus. Die Vectoring-Technik, mit der das sogenannte Übersprechen mit anderen Festnetzteilnehmern verringert wird, ist ebenfalls vorhanden und wurde durch Supervectoring optimiert.

Mit dieser Technik ist nach Aussage des Herstellers Huawei eine Downstream-Rate von bis zu 300 Mbit/s innerhalb eines Radius von 300 Metern möglich. Vectoring ist eine Technik, bei der die bestehenden Kupferleitungen vom Kabelverzweiger bis zum Hausanschluss weiterverwendet werden können.

Die Ausrüstung ist kompatibel mit bestehenden ADSL2+-/VDSL2-/Vectoring-Terminals.[4]

Nutzung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Telekom bietet seit August 2018 Supervectoring mit Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/s im Downstream an (Magenta Zuhause XL).[5] In Gebieten, in denen Supervectoring mit 250 Mbit/s technisch nicht angeboten werden kann, sind gegebenenfalls Bandbreiten von bis zu 175 Mbit/s als sog. Fallback-Option verfügbar.[6] Bis Oktober 2019 erhielten etwa 25 Millionen Haushalte die Möglichkeit, Supervectoring zu nutzen,[7][8][9][10] bis Ende 2019 sollen es 28 Millionen sein.[11] Weitere Anbieter von Supervectoring sind u. a. Inexio,[12] Vodafone und die 1&1 Telecom GmbH.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was ist dieses „Supervectoring 35b“? | AVM Deutschland. Abgerufen am 21. Juli 2017.
  2. tsbmail: G.993.2 : Very high speed digital subscriber line transceivers 2 (VDSL2). Abgerufen am 22. Juli 2017.
  3. Manuel Medicus: Fritzbox 7590: Wann kommt Super Vectoring und was bringt es? - PC Magazin. In: pc-magazin. (pc-magazin.de [abgerufen am 22. Juli 2017]).
  4. 300 MBit/s: Warum Super Vectoring bei der Telekom noch so lange dauert - Golem.de. (golem.de [abgerufen am 21. Juli 2017]).
  5. heise online: Supervectoring: Telekom vermarktet VDSL mit 250 Mbit/s. Abgerufen am 16. August 2018 (deutsch).
  6. Deutsche Telekom: MagentaZuhause XL mit 250 MBit/s (Super-Vectoring) kommt. (stadt-bremerhaven.de [abgerufen am 16. August 2018]).
  7. 250 Mbit/s: Telekom führt Super Vectoring flächendeckend ein. (winfuture.de [abgerufen am 21. Juli 2017]).
  8. Super-Vectoring für weitere 2,1 Millionen Anschlüsse. 7. März 2019, abgerufen am 7. März 2019.
  9. Das gewagte Breitband-Versprechen der Telekom. 19. Februar 2018, abgerufen am 12. August 2018.
  10. https://www.golem.de/news/deutsche-telekom-fast-1-millionen-anschluesse-erhalten-super-vectoring-1905-141094.html
  11. https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/mehr-netz-fuer-land-und-leute-545408
  12. Erste Super-Vectoring-Nutzer in Deutschland geschaltet. 30. Mai 2018, abgerufen am 12. August 2018.