Susanne Kandt-Horn

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Susanne Kandt-Horn (* 3. Oktober 1914 in Eisenach; † 11. Juni 1996 in Ückeritz) war eine deutsche Malerin und Grafikerin.

Sie gehörte mit ihrem Mann, dem Maler Manfred Kandt, ab 1954 zu dem eigenständigen Kreis der Usedomer Maler um Otto Manigk, Otto Niemeyer-Holstein und Herbert Wegehaupt.

Nach der kulturpolitischen Wende in der DDR Anfang der 1970er fand neben den baugebundenen Arbeiten und den großformatigen starken Zinkografien (bei Gerhardt Günther, Halle/S.) besonders ihr malerisches Werk hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit. 1979 wurde ihr für den „Anteil an der Gestaltung des Menschenbildes in der Malerei“ der Nationalpreis verliehen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susanne Kandt-Horn wurde 1914 in Eisenach geboren. Ihr Vater war der Burgwart und Burghauptmann der Wartburg, Prof. Hermann Nebe. Sie absolvierte 1932 bis 1936 eine Ausbildung zur Buchhändlerin und besuchte die Eisenacher Zeichenschule von Hermann Blechschmidt. Danach bildete sie sich künstlerisch weiter in Berlin bei dem Bildhauer Prof. Hermann Hosäus, in dessen Haus sie auch wohnte, und an der Hochschule für bildende Künste Berlin-Charlottenburg, (Abendstudium). Ab 1940 arbeitete sie als Technische Zeichnerin bei der Luftwaffe im Rahmen der obligaten Kriegsdienstverpflichtung. Zwischen 1942 und 1944 heiratete sie den Luftwaffenoffizier Johannes Horn und bekam 2 Kinder. 1944 fiel ihr Mann im Krieg. Ab 1945 wirkte sie als freischaffende Malerin in Eisenach. Seit 1954 lebte und arbeitete sie gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, dem Maler und Grafiker Manfred Kandt (1922–1992), in Ückeritz auf der Insel Usedom. Ende der 1960er / Anfang der 1970er begann die Schaffensphase, für die sie in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt wurde. Ihr Name steht heute für ein unverwechselbares und eindrucksvolles Menschenbild. Susanne Kandt-Horn verstarb 1996.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susanne Kandt-Horn und ihr Ehemann waren Teil der Usedomer Künstlergruppe um die Maler Otto Manigk, Otto Niemeyer-Holstein und Herbert Wegehaupt. Anders als ihre Kollegen, widmete sich das Paar auch großflächiger und monumentaler Kunst mit thematischen Bezügen. [1]

Von 1961 bis 1963 unternahm sie Studienreisen nach Bulgarien und in die UdSSR, später folgten Reisen nach Italien, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

Im Zentrum des Schaffens von Susanne Kandt-Horn stand vom Anfang bis zum Ende ihres Wirkens das Menschenbild, wobei die enorme Vielzahl ihrer konkreten wie allgemeinen Frauenbildnisse und Akte große gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeit fand. Die stilistische Wende in ihrem Schaffen Anfang der 70er war begleitet von einer Hinwendung zu thematischen Arbeiten, angefangen bei „Charitas 72“ bis zu „Bedrohung“ oder „Merkwürdige Zusammenkunft oder Napoleon war nicht geladen“, in welchen sie ahnungsvoll bedeutende gesellschaftliche Veränderungen vorwegnahm. Kleinteiligere Kunstwerke hinterließ sie um 1980 im einstigen Militärstandort Prora/Rügen, wo sie für den Speisesaal der Offiziershochschule für ausländische Militärs farbenfrohe Maskenbilder fertigte, die die Herkunft der Offiziersschüler aus Asien, Afrika und Lateinamerika symbolisierten.[2] Sie beherrschte souverän verschiedenste Techniken: Ölmalerei, Aquarell, Zeichnung, Lithografie, Zinkografie, Mosaiken, Vorlagen für Gobelins.

Arbeiten im öffentlichen Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beeskow, Kunstarchiv
  • Deutscher Friedensrat e.V.
  • Eisenach, Thüringer Museum
  • Eisenhüttenstadt, Städtisches Museum
  • Erfurt, Angermuseum
  • Frankfurt/Oder, Museum Junge Kunst
  • Gera, Kunstsammlungen
  • Halle, Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
  • Heringsdorf, Seebad, Villa Irmgard – Maxim-Gorki-Gedenkstätte
  • Leipzig, Gewandhaus
  • Leipzig, Universität
  • Leipzig, Museum der bildenden Künste (Leihgabe Gewandhaus)
  • Lüttenort (Koserow), Gedenkatelier Otto Niemeyer-Holstein
  • Rostock, Kunsthalle
  • Rostock, Stadthalle
  • Rostock, Universität
  • Rostock, Volkstheater
  • Rostock, DRK Pflege- und Seniorenheim Evershagen
  • Schwerin, Staatliches Museum
  • Szczecin (Stettin), Nationalmuseum
  • Stralsund, Kulturhistorisches Museum
  • Stralsund, Theater Vorpommern
  • Ückeritz, Evangelische Kirche Koserow, (z.Zt. Gemeindehaus Koserow)

Zahlreiche baugebundene Arbeiten befinden sich in Schulen, Kindergärten, Theatern, Kinos, Krankenhäusern, Ferienheimen, Hotels und Schiffen in Mecklenburg- Vorpommern

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beteiligung an allen wesentlichen Kunstausstellungen der DDR und zahlreichen Ausstellungen im Ausland, u.a. in den Städten Prag, Bratislava, Moskau, Leningrad, Riga, Helsinki, Neu Delhi, Warschau, Krakau, Szczecin, Damaskus, Genua, Livorno, Wien, Bonn, Güstrow. Einzelausstellungen in Eisenach, Weimar, Magdeburg, Arnstadt, Sondershausen, Schwerin, Berlin, Erfurt, Bad Kösen, Ahrenshoop, Rostock, Stralsund, Riga, Szczecin, Krakau, Greifswald, Halle, Leipzig, Eisenhüttenstadt, Steinau an der Straße, Heringsdorf.

Eine Auswahl der Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petra Dubilski: Usedom. DuMont, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-7701-5978-9, S. 39.
  2. Stefan Wolter: Susanne Kandt-Horn 100. Geburtstag. In: Hallo Eisenach, 29. September 2014.
  3. Nackt und natürlich: Aktfotografie von Günter Rössler. Märkische Oderzeitung, 12. Oktober 2008, abgerufen am 7. November 2012.