Susanne Linke

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Susanne Linke (* 19. Juni 1944 in Lüneburg) ist eine deutsche Solotänzerin und Choreografin von internationalem Rang, die das deutsche Tanztheater weiterentwickelte.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susanne Linke ist die Tochter des Pastors Heinz Linke und seiner Ehefrau Rosi Linke-Schäfer (geborene Peschko). Ihr Onkel Sebastian Peschko wirkte als Pianist und Liedbegleiter.

Frühe Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susanne Linke fing erst mit zwanzig Jahren an, sich mit dem Tanz zu beschäftigen. Eine Hör-Sprachstörung und das nachfolgende, um über zehn Jahre verzögerte Sprechen- und Verstehenlernen verzögerten ihre Entwicklung als Kind. Linke ging 1964 nach Berlin ins Mary-Wigman-Studio, um Tanzunterricht zu nehmen. Dort lernte sie ihr großes Vorbild Dore Hoyer kennen. Drei Jahre später zog sie nach Essen, um ihre Studien an der Folkwang-Hochschule weiterzuverfolgen. 1970 wechselte sie, von Pina Bausch ermuntert, als Tänzerin in das von ihr geleitete „Folkwang Tanzstudio“.

Susanne Linke choreografiert seit 1970. Ihre 1975 geschaffenen Choreografien Danse funèbre, Puppe? und Trop Trad, wurden mit Preisen ausgezeichnet. Ab diesem Jahr leitete sie gemeinsam mit Reinhild Hoffmann das Folkwang Tanzstudio in Abwesenheit von Pina Bausch und blieb 10 Jahre in dieser Position.

Es folgten die Choreografien Die Nächste bitte (1978), Im Bade wannen und Wowerwiewas (1980), Flut und Frauenballett (1981), Es schwant und Wir können nicht alle nur Schwäne sein (1982). Ihren ersten durchgehenden Tanztheaterabend 1983 nach den Bakchen von Euripides nannte sie Am Reigenplatz.

Solokarriere und internationale Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die internationale Solokarriere wurde durch das Goethe-Institut wesentlich gefördert. Schritte verfolgen (1985) war Linkes erstes großes Soloballett, das sich mit ihrer problematischen Kindheit und der Entwicklung zur Tänzerin befasste. 2007 wurde diese Arbeit in der Ausstattung des bildenden Künstlers VA Wölfl von ihr zusammen mit drei Tänzerinnen rekonstruiert als Schritte verfolgen - Rekonstruktion und Weitergabe 2007. Sie bereiste seit den 1980er Jahren alle großen Festivals, tanzte dort ihre eigenen Solos und wurde mit ihrer Arbeit weltbekannt. 1985 legte sie die Leitung des Folkwang-Tanzstudios nieder und arbeitete als freie Choreografin u. a. für die José Limón Company in New York, für Grupo Corpo in Belo Horizonte, Brasilien, die Pariser Oper und das Nederlands Dans Theater.

1987 zeigte sie ihre eigene Auffassung von 4 der 5 Solochoreografien aus dem Afectos Humanos-Zyklus (1962) von Dore Hoyer, die den Themen Eitelkeit, Begierde, Angst und Liebe gewidmet sind und als Filmaufnahmen im Nachlass Hoyers aufgefunden wurden. Sie ergänzte sie um die eigene Choreografie Dolor (Schmerz), die eine Auseinandersetzung mit Hoyers Arbeit und den Abschied vom Vorbild darstellt.

Die nächsten Arbeiten, die Duos Affekte (1988) und Affekte/Gelb (1990), nahmen die Grundthemen der Afectos wieder auf und übertrugen sie auf die Zweierbeziehung. Linke tanzte sie mit ihrem Partner Urs Dietrich.

Ihre international gezeigten Choreografien wie z. B. Also Egmont, bitte (1986) waren sehr erfolgreich. In Ruhr-Ort (1991) thematisierte sie sehr realitätsnah die Arbeitswelt der Ruhr und die Parallelität der früheren Arbeit auf der Zeche mit der heutigen modernen computergesteuerten industriellen Ausbeutung der Ressourcen.

Anfang der 1990er Jahre gründete Linke die „Company Susanne Linke“ am Hebbel-Theater Berlin. 1994 baute sie zusammen mit Urs Dietrich eine neue Kompanie am Bremer Theater auf. 2000/01 war sie Mitgründerin des Choreographischen Zentrums Essen und wurde dessen künstlerische Leiterin. Seit 2001 arbeitet Susanne Linke wieder als freischaffende Choreografin und Tänzerin.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik e.V. zeichnete 2007 die Choreografin und Tänzerin Susanne Linke für ihr Lebenswerk mit dem Deutschen Tanzpreis aus. Am 14. Juni 2008 wurde sie in der Akademie der Künste Berlin durch den französischen Botschaftsrat für Kultur, Herrn Jean d'Haussonville, zum Offizier für Kunst und Literatur / Officier des Arts et des Lettres ernannt. Die Folkwang Universität in Essen ernannte sie 2010 zur Honorarprofessorin, um ihr dortiges Engagement als Hochschuldozentin zu bekräftigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Schmidt: Tanztheater in Deutschland. Propyläen Verlag, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-549-05206-5.
  • Norbert Servos (Hrsg.): Schritte verfolgen - Die Tänzerin und Choreographin Susanne Linke. K. Kieser Verlag, München 2005, ISBN 3-935456-09-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]