Suzanne Cory

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Suzanne Cory (* 14. März 1942 in Melbourne) ist eine australische Molekularbiologin und Immunogenetikerin. Sie war von 2010 bis 2014 Präsidentin der Australian Academy of Science.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cory erwarb 1964 einen Bachelor und 1965 einen Master an der University of Melbourne. Ihren Ph.D. erwarb sie an der University of Cambridge in England. Als Postdoktorandin arbeitete sie an der Universität Genf, bevor sie 1972 als Forschungsassistentin an das Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research (WEHI) in Parkville, Victoria, ging. Hier durchlief sie zahlreiche Karrierestationen, bis sie 1996 Direktorin wurde. Von 1993 bis 1996 hatte sie eine Forschungsprofessur an der University of Melbourne inne, 1996 erhielt sie eine ordentliche Professur. 2009 folgte ihr Doug Hilton als Direktor des WEHI nach.

Cory veröffentlichte zahlreiche Arbeiten gemeinsam mit ihrem Mann Jerry Adams (* 1940), der ebenfalls Forscher am WEHI ist. Das Paar hat zwei Töchter.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corys Forschungen trugen wesentlich zum Verständnis der Krebsimmunologie und Karzinogenese bei. In ihrer Doktorarbeit über Methionin-Transfer-RNA wandte sie die von Fred Sanger neu entwickelte Methode der Sequenzierung an (DNA-Sequenzierung#Didesoxymethode nach Sanger). Als Postdoktorandin beschäftigte sie sich mit der Sequenzanalyse der R17-Phagen-RNA als Modell-mRNA. Gemeinsam mit Adams entdeckte sie die 5'-Cap-Struktur der mRNA und führte die Technik der Klonierung in Australien ein. Sie trugen zur Beantwortung der Frage nach den Mechanismen bei, die es dem Immunsystem ermöglichen, Antikörper gegen die unterschiedlichsten Antigenen zu bilden: mittels V(D)J-Rekombination können die Gene, die für die Antikörper codieren, in einer unüberschaubaren Vielzahl von Kombinationen zusammengesetzt werden. Ab 1981 wandten sich Adams und Cory den genetischen Ursachen von Krebs zu. Sie konnten zeigen, dass Chromosomenschäden krebsfördernde Gene (Onkogene) aktivieren können. Sie identifizierten die Mutation, die das myc-Onkogen aktiviert und das Burkitt-Lymphom auslöst. Gemeinsam mit Alan Harris entwickelten sie transgene Stämme von Labormäusen, die anfällig für Lymphome sind und so als Modellorganismen zur Erforschung der molekularen Mechanismen der Lymphome dienen. Spätere Arbeiten befassten sich mit dem Bcl-2-Gen, das für die Entwicklung des follikulären Lymphoms verantwortlich ist und als erstes bekanntes Onkogen nicht die Zellproliferation fördert, sondern die Apoptose (programmierter Zelltod) reguliert. Das Verständnis der Kontrolle der Apoptose und ihrer Bedeutung für Krebs und andere Krankheiten soll neuen Therapiemethoden den Weg bereiten.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 gibt es in Victoria, Australien, die Suzanne Cory High School.[10]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The president – Australian Academy of Science. In: science.org.au. Abgerufen am 1. Januar 2017.
  2. Fellowship List bei der Australian Academy of Science (science.org.au); abgerufen am 12. Januar 2013
  3. Charles S. Mott Prize (1990–2002) (Memento vom 14. März 2007 im Internet Archive)
  4. 1998 Australia Prize (gov.au); abgerufen am 20. Februar 2016
  5. Book of Members 1780–present (PDF, 1,7 MB) bei der American Academy of Arts and Sciences (amacad.org); abgerufen am 12. Januar 2013
  6. L'Oréal-UNESCO-Preis: "For Women in Science" bei unesco.de; abgerufen am 12. Januar 2012
  7. Royal Medal bei der Royal Society (royalsociety.org); abgerufen am 12. Januar 2013
  8. Suzanne Cory – Liste des membres de l'Académie des sciences. In: academie-sciences.fr. Abgerufen am 21. Februar 2016 (französisch).
  9. Suzanne Cory bei der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften (casinapioiv.va); abgerufen am 12. Januar 2013
  10. Professor Suzanne Cory-AC, PhD, PresAA, FRS – About Us. In: suzannecoryhs.vic.edu.au. Abgerufen am 21. Februar 2016.