Svatava

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Svatava (Begriffsklärung) aufgeführt.
Svatava
Wappen von Svatava
Svatava (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Sokolov
Fläche: 1158,7794[1] ha
Geographische Lage: 50° 12′ N, 12° 37′ OKoordinaten: 50° 11′ 37″ N, 12° 37′ 16″ O
Höhe: 407 m n.m.
Einwohner: 1.651 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 357 03
Kfz-Kennzeichen: K
Verkehr
Straße: SokolovHabartov
Bahnanschluss: Sokolov–Klingenthal
Nächster int. Flughafen: Flughafen Karlsbad
Struktur
Status: Městys
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Miroslava Holubová (Stand: 2008)
Adresse: ČSA 277
357 03 Svatava
Gemeindenummer: 538434
Website: www.kr-karlovarsky.cz/svatava
Lage von Svatava im Bezirk Sokolov
Karte
Platz mit Kirche.

Svatava (deutsch Zwodau) ist ein Městys in Tschechien. Er liegt zwei Kilometer nordwestlich von Sokolov und gehört zum Okres Sokolov.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Svatava befindet sich südlich des Erzgebirges im Falkenauer Becken am Unterlauf des Flusses Svatava. Nordwestlich erhebt sich der Svatavský vrch (Steinberg, 508 m). Svatava wird von Halden und Restlöchern des Braunkohlenbergbaus umgeben, im Westen liegt der Tagebau der Grube Medard (Medardi).

Nachbarorte sind Podlesí und Lomnice im Norden, Královské Poříčí und Jehličná im Osten, Sokolov im Südosten, Dolní Rychnov und Citice im Süden, Bukovany im Südwesten, Habartov im Westen sowie Davidov im Nordwesten.

Die umliegenden Dörfer Čistá (Lauterbach), Lvov (Löwenhof) und Lísková (Haselbach) fielen dem Braunkohlenbergbau zum Opfer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersterwähnung des Ortes erfolgte 1391 in einer Urkunde König Wenzels im Zusammenhang mit einer durch den Ort führenden Poststraße. Unter den Schlicken wurde Zwodau 1553 an die Herrschaft Falkenau angeschlossen. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurden 1622 die Herren von Nostitz Besitzer des Ortes. 1633 brach eine Pestepidemie aus. In den letzten Jahren des Dreißigjährigen Krieges verwüsteten zwischen 1643 und 1644 die Schweden die Gegend. Die Bewohner von Zwodau lebten von der Flößerei und dem Hopfenbau. Seit der Entdeckung von Kohlelagerstätten entstanden im 18. Jahrhundert erste Kohleschächte. 1751 wurde in Zwodau eine Poststation eingerichtet. 1845 wurde der Ort durch ein Hochwasser der Zwodau stark verwüstet. Johann David Starck begann mit der systematischen Nutzung der Kohle. Für seine Bergleute ließ er die Starcksche Kolonie als Wohnsiedlung errichten.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Zwodau ab 1850 mit den Ortsteilen Haselbach, Lanz und Lauterbach eine Gemeinde im Bezirk Falkenau/Falknov. Um 1850 erfolgte der Bau der Kaiserstraße von Prag über Karlsbad und Zwodau nach Eger. Zwodau wurde 1903 zur Marktgemeinde erhoben und erhielt das Recht zur Führung eines Wappens.

1908 begannen in Zwodau die Sammlungen für den Bau einer eigenen Kirche. Diese wurde nach dem Ersten Weltkrieg errichtet und 1924 durch den Prager Weihbischof Glosauer geweiht. 1926 konnte mit Unterstützung von Papst Pius XI. auch ein Pfarrhaus errichtet werden. 1930 hatte der Markt Zwodau 4411 Einwohner, 1939 waren es nach der Aussiedlung der Tschechen nur noch 4112.

Nach dem Münchner Abkommen wurde Zwodau ins Deutsche Reich eingegliedert und gehörte bis 1945 zum Landkreis Falkenau. 1943 wurde in Zwodau ein Frauenkonzentrationslager als Außenlager des KZ Ravensbrück eingerichtet. Ab September 1944 unterstand das Lager dem KZ Flossenbürg, es waren dort 745 Jüdinnen zur Zwangsarbeit eingesetzt.[3] Im Mai 1945 wurde das KZ von der amerikanischen 1. Infanterie-Division befreit.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam der Ort zur Tschechoslowakei zurück und es begann die Aussiedelung der Deutschen. 1948 erhielt der Ort den Namen Svatava; in dieser Zeit ging auch der Status als Minderstadt verlustig. 1976 erfolgte die Eingemeindung nach Sokolov, seit 1991 besteht die Gemeinde Svatava wieder.

Während der kommunistischen Herrschaft verkam die Kirche. Sie soll mit Hilfe von Spenden zum hundertsten Jubiläum der Kirchweih rekonstruiert werden. Seit dem 11. März 2008 besitzt Svatava wieder den Status eines Městys.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Das Wappen ist durch Wellenschnitt geteilt und oben in Rot und Grün gespalten. Auf dem Spalt liegt eine goldene mittelblattlose Lilie, die stattdessen in einer mit zwei Goldblättern goldbebutzten weißen Rose endet. Im unteren silbernen Feld sind Hammer und Schlägel in schwarz gekreuzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Městys Svatava sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Čistá (Lauterbach), Podlesí und Svatava. Zu Svatava gehören außerdem die Ansiedlung Davidov (Davidsthal) und die Wüstung Lísková (Haselbach).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Čistá u Svatavy und Svatava.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria, geweiht 1924 durch den Prager Weihbischof Glosauer
  • Räuberhöhle am Svatavský vrch im Zwodautal
  • Gedenkstein für das KZ Zwodau
  • Wassermühle an der Zwodau
  • Post
  • Starck- und Schmiegersiedlung
  • Statue des Hl. Florian

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Günzl (1893–1984), deutsche Politikerin
  • Ernst Mosch (1925–1999), deutscher Kapellmeister und Blasmusiker

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Svatava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/538434/Svatava
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. Rudolf M. Wlaschek: Juden in Böhmen. München : Oldenbourg, 1990, S. 153
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/538434/Obec-Svatava