Sven Hannawald

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Sven Hannawald Skispringen
Sven Hannawald 2013

Sven Hannawald 2013

Voller Name Sven Hannawald
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 9. November 1974
Geburtsort ErlabrunnDDR
Größe 184 cm
Beruf Sportsoldat
Karriere
Verein SC Hinterzarten
Trainer Wolfgang Steiert
Debüt im Weltcup 6. Dezember 1992
Pers. Bestweite 220 m (Planica 2002)
Status zurückgetreten
Karriereende 2005
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 2 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
SFWM-Medaillen 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Nationale Medaillen 3 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Silber0 1998 Nagano Team
0Silber0 2002 Salt Lake City Normalschanze
0Gold0 2002 Salt Lake City Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
0Silber0 1999 Ramsau Großschanze
0Gold0 1999 Ramsau Team
0Gold0 2001 Lahti Team
Großschanze
0Bronze0 2001 Lahti Team
Normalschanze
FIS Skiflug-Weltmeisterschaften
0Silber0 1998 Oberstdorf Einzel
0Gold0 2000 Vikersund Einzel
0Gold0 2002 Harrachov Einzel
FIS Skisprung-Junioren-WM
0Bronze0 1992 Vuokatti Team
Deutscher Skiverband Deutsche Meisterschaften
0Gold0 1998 Großschanze
0Gold0 1999 Hinterzarten Großschanze
0Gold0 2000 Oberstdorf Einzel
0Silber0 2003 Oberwiesenthal Einzel
Platzierungen
 Weltcupsiege (Einzel) 18  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 01  (Details)
 Gesamtweltcup 02. (2001/02, 2002/03)
 Skiflug-Weltcup 01. (1997/98, 1999/00)
 Sprung-Weltcup 05. (1998/99, 1999/00)
 Vierschanzentournee 01. (2001/02)
 Nordic Tournament 01. (2000)
 Sommer-Grand-Prix 01. (1999)
 Weltcup-/A-Klasse-Podium 1. 2. 3.
 Einzelspringen 14 9 9
 Skifliegen 4 3 1
 Teamspringen 1 2 4
 

Sven Hannawald (* 9. November 1974 in Erlabrunn als Sven Pöhler) ist ein ehemaliger deutscher Skispringer und heute TV-Experte bei Eurosport sowie Unternehmensberater. Hannawald gewann 2002 als bislang einziger Sportler die Vierschanzentournee mit Siegen in allen vier Wettbewerben. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, USA, holte er mit der Mannschaft Gold. Zuvor wurde er 1998 und 2000 zweimal hintereinander Skiflug-Weltmeister. Bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften 1999 und 2001 war er mit vier Medaillen erfolgreich, darunter zweimal Gold mit dem Team. 2002 wurde Sven Hannawald als Deutschlands Sportler des Jahres geehrt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Erlabrunn als Sven Pöhler (seine Eltern heirateten erst nach seiner Geburt) geboren, wuchs Sven Hannawald in der Nachbarstadt Johanngeorgenstadt im Erzgebirge auf. Mit zwölf Jahren wechselte er auf die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Klingenthal und trainierte beim SC Dynamo Klingenthal. Als seine Eltern und die sechs Jahre jüngere Schwester 1991 aus dem Erzgebirge nach Jettingen-Scheppach im Landkreis Günzburg (Bayerisch Schwaben) umzogen, wechselte er an das Skiinternat Furtwangen im Schwarzwald, wo er nach der Schule (Mittlere Reife) eine Lehre als Kommunikationselektroniker absolvierte. Anschließend verpflichtete er sich bei der Bundeswehr und trainierte bis 2001 als Sportsoldat in einer Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau-Fahl.

Sven Hannawald wohnt in München[1] und ist Mitglied des Ski-Clubs in Hinterzarten. Im November 2016 heiratete er die Fußballerin Melissa Thiem. Im Februar 2017 kam deren gemeinsamer Sohn zur Welt, der das erste Kind der beiden ist. Sven Hannawald hat darüber hinaus einen weiteren Sohn (* 2006) aus einer früheren Beziehung.[2]

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannawald nahm bereits mit sieben Jahren an einem Skisprunglehrgang teil. Er betrieb zunächst die Nordische Kombination, doch bald war klar, dass seine Stärken eindeutig beim Skispringen lagen. Um bessere Trainingsmöglichkeiten zu haben, wechselte er auf die KJS. Er wurde DDR-Schülermeister im Skispringen und gewann bei der Kinder- und Jugendspartakiade in den Wintersportarten 1987 in Oberwiesenthal in drei Disziplinen, davon zwei Springen und einmal die Nordische Kombination.

Erste Erfolge als Skispringer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Wechsel nach Hinterzarten wurde er 1992 Dritter im Mannschaftswettbewerb der Junioren-Weltmeisterschaft und 1994 mit seiner Klubmannschaft Deutscher Meister im Mannschaftsspringen.

1998 gewann Hannawald bei der Skiflug-WM in Oberstdorf Silber sowie bei den Olympischen Spielen in Nagano Silber im Mannschaftsspringen.

Saison 1998/99[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 1998/99 belegte er im Gesamtweltcup der Skispringer den fünften Platz. Bei der nordischen Ski-WM 1999 in Ramsau gewann er im Einzelwettbewerb von der Großschanze Silber hinter Martin Schmitt sowie beim Mannschaftsspringen von der Großschanze Gold.

Saison 1999/2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 12. bis 14. Februar 2000 wurde in Vikersund (Norwegen) die Skiflug-Weltmeisterschaft ausgetragen, die durch chaotische Witterungsverhältnisse nicht wie geplant am Wochenende mit jeweils zwei Durchgängen an zwei Tagen, sondern am darauffolgenden Montag mit drei Durchgängen an nur einem Tag entschieden wurde. Mit Sprüngen auf 179,5, 188 und 196,5 Meter sowie 536,8 Punkten wurde Hannawald zum ersten Mal Skiflugweltmeister.

Saison 2000/01[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mannschaftsspringen von der Großschanze bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2001 musste wegen schlechter Bedingungen um drei Tage verschoben werden und wurde erst am 24. Februar ausgetragen. Hannawald zeigte mit 120 Metern einen der besten Sprünge des gesamten ersten Durchgangs. Mit 110,5 Metern war er im zweiten Durchgang bester Springer in seiner Startergruppe und dort nur einer von zwei Athleten, dem ein Sprung über 100 Meter gelang. Die deutsche Mannschaft konnte in der Besetzung Hannawald, Michael Uhrmann, Alexander Herr und Martin Schmitt den zwei Jahre zuvor errungenen Weltmeistertitel verteidigen und sich am Ende mit fast 40 Punkten Vorsprung gegen Finnland und Österreich durchsetzen. Von der Normalschanze gewann die deutsche Mannschaft in gleicher Besetzung zudem die Bronzemedaille.

Saison 2001/02[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der darauffolgende Winter 2001/02 war der erfolgreichste in der Karriere von Sven Hannawald.

Triumph bei der Vierschanzentournee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die guten Platzierungen im Vorfeld der Vierschanzentournee mit dem Sieg in Titisee-Neustadt Anfang Dezember gehörte Hannawald zu den besten 15 Springern der Gesamtwertung, die zum damaligen Zeitpunkt für den Wettkampf automatisch qualifiziert waren. Hannawald ließ daraufhin alle vier Qualifikationsspringen aus und musste, da bei der Vierschanzentournee im ersten Durchgang im K.-o.-Modus gesprungen wird und das Ergebnis der Qualifikation über die entsprechenden Springerpaarungen entscheidet, jeweils gegen die Sieger der Qualifikation antreten.

Beim ersten Springen am 30. Dezember in Oberstdorf setzte er sich mit 122 Metern deutlich gegen den Österreicher Andreas Widhölzl durch und lag nach dem ersten Durchgang mit fast 10 Punkten vor dem Schweizer Simon Ammann in Führung. Mit abermals 122 Metern musste er sich im zweiten Durchgang zwar dem Österreicher Martin Höllwarth geschlagen geben, der sieben Meter weitersprang. Aufgrund der besseren Haltungsnoten und dem Vorsprung aus dem ersten Durchgang gewann Hannawald dennoch mit acht Punkten Vorsprung vor Höllwarth das erste Springen der Tournee.[3]

Beim zweiten Springen, dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, wiederholte sich im ersten Durchgang das Duell zwischen Hannawald und Widhölzl. Mit 122,5 Metern sprang Hannawald einen halben Meter weiter als der Österreicher, der sich jedoch durch die etwas besseren Haltungsnoten mit 0,6 Punkten Vorsprung durchsetzen konnte. Hannawald kam als Zweitbester des ersten Durchgangs über die Wertung der fünf besten Verlierer weiter. Mit der Bestweite von 125 Metern im zweiten Durchgang gelang ihm dann im zweiten Springen der zweite Sieg mit einem knappen Vorsprung von 1,7 Punkten vor Widhölzl.[4]

Beim dritten Springen am 4. Januar in Innsbruck konnte sich Hannawald im ersten Durchgang nicht nur deutlich gegen Martin Höllwarth durchsetzen, der als Zweitplatzierter acht Meter kürzer gesprungen war. Er stellte mit 134,5 Metern auch einen neuen Schanzenrekord auf, der bis 2015 gültig war. Im zweiten Durchgang gelang ihm mit 128 Metern erneut die Bestweite und mit dem Vorsprung von 23 Punkten vor dem Polen Adam Małysz baute er seine Führung in der Gesamtwertung der Tournee deutlich auf über 40 Punkte aus.[5]

Im abschließenden Dreikönigsspringen in Bischofshofen verbesserte Hannawald mit 139 Metern den von ihm drei Jahre zuvor selbst aufgestellten Schanzenrekord um zwei Meter und konnte sich damit im Duell gegen den Finnen Matti Hautamäki behaupten. Obwohl er fünf Meter weiter gesprungen war, lag er durch schlechtere Haltungsnoten nur knapp vor dem Slowenen Robert Kranjec und Hautamäki. Mit 131,5 Metern im abschließenden Sprung und 2,5 Punkten Vorsprung vor Hautamäki feierte Hannawald seinen vierten Sieg im vierten Springen.[6]

Hannawald gewann damit als erster und bisher einziger Skispringer alle vier Teilwettbewerbe der Vierschanzentournee in einer Saison und ist der zehnte deutsche Tourneesieger. Mit den erreichten 1077,6 Gesamtpunkten stellte er damals auch eine neue Bestmarke auf, die in den Folgejahren jedoch noch übertroffen wurde.[7]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Sieg in Willingen und zwei zweiten Plätzen in Zakopane hatte Hannawald die Erfolgsserie der Vierschanzentournee nahtlos fortgesetzt und galt damit bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City als einer der Top-Favoriten auf den Olympiasieg.

Am 10. Februar lag er beim Springen von der Normalschanze nach dem ersten Durchgang mit der Weite von 97 Metern hinter dem Schweizer Simon Ammann auf Rang 2. Mit 99 Metern erzielte Hannawald im zweiten Durchgang die Bestweite, blieb in der Gesamtwertung aber 1,5 Punkte hinter Ammann und gewann damit die Silbermedaille.[8]

In seiner stärkeren Disziplin, dem Springen von der Großschanze, lag er drei Tage darauf mit 132,5 Metern nach dem ersten Durchgang gleichauf mit Ammann in Führung. Bei der Weite von 131 Metern stürzte Hannawald im zweiten Durchgang, was ihn auf den vierten Platz zurückwarf. Trotz des Sturzes verpasste er eine Medaille nur knapp und lag 0,7 Punkte hinter dem Bronzerang. Ammann konnte die Führung aus dem ersten Durchgang behaupten und wurde erneut Olympiasieger.[9]

Im abschließenden Mannschaftsspringen am 17. Februar trat Hannawald mit Stephan Hocke, Michael Uhrmann und Martin Schmitt an. Hannawald erreichte mit 123 Metern im ersten sowie 120,5 Metern im zweiten Durchgang jeweils das zweitbeste Ergebnis seiner Springergruppe, besser war in beiden Durchgängen der Finne Matti Hautamäki. Nach einem umkämpften Duell mit der finnischen Mannschaft gelang den deutschen Springern am Ende mit einem hauchdünnen Vorsprung von lediglich 0,1 Punkten der Gewinn der Goldmedaille.[10]

Für seine Leistungen bei den Olympischen Winterspielen 2002 wurde er am 6. Mai 2002 von Bundespräsident Rau mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[11]

Skiflug-WM[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als nächstes Springen nach den Olympischen Spielen wurde Anfang März die Skiflug-Weltmeisterschaft in Harrachov ausgetragen, bei der Hannawald als Titelverteidiger an den Start ging. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten gelangen ihm zwei gleichwertige Sprünge mit jeweils 202 Metern, sodass er nach dem ersten Tag in Führung lag. Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen musste das Springen am zweiten Tag abgesagt werden, sodass wie bereits zwei Jahre zuvor die Gesamtwertung an nur einem Tag entschieden wurde. Hannawald konnte damit als erster Springer seinen Titel erfolgreich verteidigen.[12]

In der Weltcup-Gesamtwertung belegte Hannawald am Ende der Saison den zweiten Platz hinter dem Polen Adam Małysz. Für seine Leistungen wurde er 2002 zum Sportler des Jahres gekürt.

Saison 2002/03[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die Saison 2002/03 verlief für Hannawald überaus erfolgreich. Er gewann sechs Weltcupspringen, errang den zweiten Rang bei der Vierschanzentournee und belegte am Ende den zweiten Platz in der Weltcupgesamtwertung. Einen der sechs Saisonsiege ersprang er beim ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf. Sven Hannawald hat damit fünf Tournee-Springen in Folge gewonnen.[13]

Am 8. Februar 2003 gewann er das Weltcup-Springen in Willingen. Für seinen ersten Sprung erhielt er dabei fünfmal die Note 20 – eine Bewertung, die bisher nur sieben Springer erhalten haben. Für seinen zweiten Sprung erhielt Hannawald viermal die Note 20 und einmal 19,5 und somit neunmal 20 in einem Sprungwettbewerb.

Saison 2003/04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2003/04 lief es für Hannawald nicht mehr wie erhofft. Seine beste Platzierung war ein vierter Platz in Trondheim (Norwegen). Als Konsequenz daraus beendete er die Saison vorzeitig.

Hannawald war über einen längeren Zeitraum Gegenstand einer Diskussion über Magersucht. Bei einer Körpergröße von 1,84 m wog er 64 kg (Angaben von seiner offiziellen Website).

Karriereende als Skispringer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannawald (l.) neben Andreas Görlitz bei einem Benefizspiel mit den KSC Allstars (2010)

Am 29. April 2004 wurde bekannt, dass Hannawald an dem sogenannten Burnout-Syndrom litt und sich zur Behandlung in eine Spezialklinik begeben habe. Zwischenzeitlich befand er sich auf dem Wege der Besserung und absolvierte bereits wieder einige öffentliche Auftritte. Am 3. August 2005 teilte Hannawald mit, dass er sich nach erfolgreicher Behandlung seines Burnout-Syndroms nicht mehr den Strapazen des Profisports aussetzen wolle, und beendete damit seine Karriere. Am 8. Juli 2006 wurde er bei der Nacht der Adler in Oberkirch verabschiedet.

Am 9. März 2007 wurde Sven Hannawald bei der 5. Wok-Weltmeisterschaft in Innsbruck, zusammen mit Markus Beyer, Christina Surer und Susianna Kentikian als Pilot des 4er-Woks des Seat-Teams, Wok-Weltmeister.

Seit Ende 2009 ist Hannawald in der Fußballabteilung des TSV Neuried aktiv, wo er vorwiegend auf der Außenbahn der 2. Herrenmannschaft in der Kreisklasse München 3 als Abwehrspieler eingesetzt wird.[14][15]

Motorsportkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Hannawald auf dem Hockenheimring (2012)

Sven Hannawald bestritt 2005 seine ersten Autorennen, indem er im deutschen Seat Leon Supercopa einen Gaststart beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring absolvierte. Nachdem er in den folgenden beiden Jahren wieder vereinzelt im Seat Leon Supercopa gestartet war, trat er in der Saison 2008 für das Team Schnabl Engineering in einem Porsche 997 GT3 Cup erstmals bei einigen Rennen des ADAC GT Masters an. 2009 ging er bei einem Rennwochenende für das Team Buchbinder Racing an den Start.[16]

In der Saison 2010 hatte Hannawald erstmals im ADAC GT Masters ein festes Cockpit.[17] Er fuhr zusammen mit seinem Teamkollegen Thomas Jäger eine Corvette Z06.R GT3 für das Team Callaway Competition. Beim zweiten Rennwochenende auf dem Sachsenring erreichte er im Sonntagslauf den zweiten Platz, womit er seine erste Podiumsplatzierung und zugleich seine ersten Meisterschaftspunkte erzielte.[18] Im Sonntagsrennen des folgenden Rennwochenendes auf dem Hockenheimring gelang ihm ein weiterer zweiter Platz. Hannawald beendete die Saison als Zweiter der Amateurwertung und auf dem 15. Platz der Gesamtwertung.
In der Saison 2011 war Heinz-Harald Frentzen sein Teamkollege. Am Ende wurde Hannawald Vierter der Amateurwertung, in der Gesamtwertung reichte es zu Rang 30.[19]

Von 2012 bis 2015 nahm er nur vereinzelt an Events teil, so z. B. 2013 in einem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 des Rennstalls Rowe Racing an zwei Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring.[20]

Buchautor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Hannawald auf der Frankfurter Buchmesse 2013

Seine Biografie Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben erschien am 5. September 2013.

Unternehmensberater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 2016 gründete Hannawald mit dem Diplom-Betriebswirt Sven Ehricht eine Unternehmensberatung mit den Schwerpunkten Betriebliche Gesundheit („Corporate Health“) und Sportsponsoring. Er gibt in moderierten Talks und Seminaren seine persönlichen Erfahrungen mit sportlichen Erfolgen aber auch Leistungsdruck und fehlender Balance (Burnout) weiter. Die Seminare finden auf Skisprungschanzen statt.

TV-Experte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Karriereende stand Sven Hannawald öfter als Interviewpartner bei Weltcup-Berichterstattungen am Mikrofon. Bei der Vierschanzentournee 2007/08 fungierte er erstmals beim ZDF neben Jens Weißflog als Experte. Seit der Saison 2016/17 ist er für Eurosport als Skisprungexperte an der Seite von Kommentator Matthias Bielek tätig.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupsiege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 6. Januar 1998 OsterreichÖsterreich Bischofshofen Großschanze
2. 24. Januar 1998 DeutschlandDeutschland Oberstdorf Flugschanze
3. 19. Februar 2000 OsterreichÖsterreich Tauplitz/Bad Mitterndorf Flugschanze
4. 10. März 2000 NorwegenNorwegen Trondheim Großschanze
5. 12. März 2000 NorwegenNorwegen Oslo Großschanze
6. 19. März 2000 SlowenienSlowenien Planica Flugschanze
7. 2. Dezember 2001 DeutschlandDeutschland Titisee-Neustadt Großschanze
8. 30. Dezember 2001 DeutschlandDeutschland Oberstdorf Großschanze
9. 1. Januar 2002 DeutschlandDeutschland Garmisch-Partenkirchen Großschanze
10. 4. Januar 2002 OsterreichÖsterreich Innsbruck Großschanze
11. 6. Januar 2002 OsterreichÖsterreich Bischofshofen Großschanze
12. 12. Januar 2002 DeutschlandDeutschland Willingen Großschanze
13. 22. Dezember 2002 SchweizSchweiz Engelberg Großschanze
14. 29. Dezember 2002 DeutschlandDeutschland Oberstdorf Großschanze
15. 18. Januar 2003 PolenPolen Zakopane Großschanze
16. 19. Januar 2003 PolenPolen Zakopane Großschanze
17. 2. Februar 2003 OsterreichÖsterreich Tauplitz/Bad Mitterndorf Flugschanze
18. 8. Februar 2003 DeutschlandDeutschland Willingen Großschanze

Weltcupsiege im Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 18. März 2000 SlowenienSlowenien Planica Flugschanze

Weltcup-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Platz Punkte
1993/94 90. 0002
1994/95 63. 0026
1996/97 59. 0040
1997/98 06. 0953
1998/99 06. 0896
1999/2000 04. 1065
2000/01 09. 0462
2001/02 02. 1259
2002/03 02. 1235
2003/04 24. 0253

Grand-Prix-Siege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 6. August 1999 DeutschlandDeutschland Hinterzarten Normalschanze
2. 11. September 1999 JapanJapan Hakuba Großschanze

Grand-Prix-Siege im Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 7. August 1999 DeutschlandDeutschland Hinterzarten Normalschanze

Grand-Prix-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Platz Punkte
1998 09. 0157
1999 01. 0332
2000 35. 0033
2001 32. 0045
2003 31. 0022

Continental-Cup-Siege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 11. Februar 1994 DeutschlandDeutschland Ruhpolding Großschanze
2. 7. Januar 1995 SlowenienSlowenien Planica Normalschanze
3. 16. März 1996 SlowenienSlowenien Planica Großschanze
4. 23. Februar 1997 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Iron Mountain Großschanze
5. 25. Juli 1998 DeutschlandDeutschland Berchtesgaden Normalschanze

Continental-Cup-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Platz Punkte
1994/95 14. 0396
1995/96 15. 0394
1996/97 07. 0615
1997/98 95. 0105
1998/99 54. 0220

Schanzenrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ort Land Weite aufgestellt Rekord bis
Bischofshofen Österreich 137,0 m (HS: 134 m) 23. Februar 1999 06. Januar 2002
Trondheim Norwegen 134,5 m (HS: 131 m) 10. März 2000 09. März 2001
Oslo Norwegen 132,5 m (HS: 128 m) 12. März 2000 13. März 2005
Titisee-Neustadt Deutschland 145,0 m (HS: 142 m) 02. Dezember 2001 11. März 2016
Innsbruck Österreich 132,5 m (HS: 130 m) 03. Januar 2002 04. Januar 2002
Innsbruck Österreich 134,5 m (HS: 130 m) 04. Januar 2002 04. Januar 2015
Bischofshofen Österreich 139,0 m (HS: 134 m) 06. Januar 2002 06. Januar 2005
Park City Vereinigte Staaten 099,0 m (HS: 100 m) 10. Februar 2002 aktuell
Zakopane Polen 140,0 m (HS: 134 m) 18. Januar 2003 23. Januar 2010
Bad Mitterndorf Österreich 214,0 m (HS: 200 m) 31. Januar 2003 10. Januar 2009

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobiografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven Hannawald: Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben. ZS Verlag Zabert Sandmann GmbH, 1. Auflage 2013, ISBN 978-3-89883-387-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sven Hannawald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ex-Skispringer: Die große Leere im Leben des Sven Hannawald. welt.de. Abgerufen am 8. April 2009.
  2. Nachwuchs: Ein Zehnpfünder für Hannawald. focus.de, 2. Dezember 2006, abgerufen am 3. März 2017.
  3. Offizielles Ergebnis (Oberstdorf, 30. Dezember 2001) (PDF, 523 kB)
  4. Offizielles Ergebnis (Garmisch-Partenkirchen, 1. Januar 2002) (PDF, 169 kB)
  5. Offizielles Ergebnis (Innsbruck, 4. Januar 2002) (PDF, 523 kB)
  6. Offizielles Ergebnis (Bischofshofen, 6. Januar 2002) (PDF, 523 kB)
  7. Gesamtwertung Vierschanzentournee 2001/02 (PDF, 66 kB)
  8. Offizielles Ergebnis (Salt Lake City, 10. Februar 2002) (PDF, 194 kB)
  9. Offizielles Ergebnis (Salt Lake City, 13. Februar 2002) (PDF, 195 kB)
  10. Offizielles Ergebnis (Salt Lake City, 18. Februar 2002) (PDF, 203 kB)
  11. Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes vom 6. Mai 2002 aus Anlass der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes an die Medaillengewinnerinnen und -gewinner der Olympischen Winterspiele 2002 ....:www.bundespräsident.de:Der Bundespräsident/Reden/grußworte
  12. Offizielles Ergebnis (Harrachov, 9. März 2002) (PDF, 224 kB)
  13. Das schaffte neben Hannawald bislang nur Helmut Recknagel. Recknagel gewann einmal drei und im darauffolgenden Jahr nochmal zwei Springen
  14. Lokalsport: „Hey Sven, du Pfeife“. Abendzeitung, 12. Mai 2010, abgerufen am 30. Januar 2017.
  15. „Ziiieh“ nun im Fußball: Sven Hannawald kickt jetzt für den TSV Neuried. Münchner Merkur, 24. Juni 2013, abgerufen am 30. Januar 2017.
  16. ADAC GT Masters Starterfeld formiert sich. adac-motorsport.de. 20. März 2009. Abgerufen am 24. April 2009.
  17. Sven Hannawald: "Ich vermisse nichts". skispringen.com. 29. März 2010. Archiviert vom Original am 11. September 2013. Abgerufen am 16. Juni 2013.
  18. „GT Masters: Hannawald/Jäger fliegen auf das Podium“ (motorsport-magazin.com am 9. Mai 2010)
  19. Punktestand / ADAC GT Masters. adac-gt-masters.de, 2. November 2011, abgerufen am 30. Januar 2017.
  20. VLN – Internetseite: ROWE RACING mit guter Generalprobe für das 24h-Rennen. Auf: www.vln.de, archiviert vom Original am 8. Dezember 2013, abgerufen am 17. Dezember 2015.